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Formel 1 - Interview - Bruno Senna

Fehler kostete halbe Sekunde

Im Interview mit Motorsport-Magazin.com erklärte Bruno Senna, warum es im Qualifying nicht für die Top-10 gereicht hat.
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Motorsport-Magazin.com - War das heute eine verpasste Chance?
Bruno Senna: Natürlich bin ich enttäuscht über das Ergebnis. Das Auto war gut, die Top-10 waren sicher drin, aber für den kleinen Fehler in der vierten Kurve musste ich teuer bezahlen. Ich war bis dahin zwei Zehntel schneller als beim vorher schnellsten Versuch, dann habe ich den Bremspunkt ein ganz kleines bisschen verpasst, bin innen mit dem Flügel auf den Kerb gekommen und habe den Kurvenausgang nicht richtig erwischt. Der Rest der Runde war gut, aber es hat dann nicht gereicht. Die Abstände sind so gering, da darf man sich keinen Fehler leisten. Es war auch ein kleines bisschen mehr Wind an der Stelle als am Vormittag, das Auto war am Nachmittag etwas diffiziler zu fahren, das hat vielleicht ein bisschen eine Rolle gespielt.  

Wir sind auf jeden Fall konkurrenzfähig, das ist schon mal vielversprechend.
Bruno Senna

Was sagen die Daten? Was hat der Fehler gekostet?
Bruno Senna: Eine halbe Sekunde. Es hätte also locker gereicht. Aber nun ist es passiert, ich kann es nicht mehr ändern. Wir waren immer schnell, den ganzen Tag, haben das Auto seit gestern noch einmal deutlich verbessert, das ist ein guter Trend. Das Rennen ist lang, mal sehen, was noch geht. Wir sind auf jeden Fall konkurrenzfähig, das ist schon mal vielversprechend.

Dein Teamkollege hat gestern und auch heute früh massiv über das Auto geklagt. Im Qualifying war er aber schnell, was ist da passiert?
Bruno Senna: Gestern war das Auto auch bei mir von der Balance her noch nicht gut. Ich hatte zwar die eine wirklich gute Runde mit den harten Reifen, aber auch viele, die nicht so gut waren. Heute früh war mein Auto aber dann schon sehr konstant, wir haben da über Nacht durch einige mechanische Veränderungen schon viel erreicht. Meine Runde auf den weichen Reifen war wirklich gut, ganz nah am Limit, ohne Fehler. Am Nachmittag war es schwieriger - wohl auch durch die Bedingungen - das zu wiederholen.

Wie weit kommt Senna am Sonntag nach vorne? - Foto: Sutton

Konkret. Hat Pastor zwischen FP3 und Qualifying dein Setup kopiert?
Bruno Senna: Sagen wir so - die Abstimmungen waren sich am Ende sicher ähnlicher, aber das ist auch das Ergebnis dessen, dass wir hier grundsätzlich ein Wochenende ohne Probleme hatten und konsequent arbeiten konnten. Wir hatten, auch wenn das Auto am Freitag Nachmittag von der Balance her noch nicht sehr gut war, zumindest eine konstante Plattform, auf der man aufbauen und einschätzen konnte, in welche Richtung man gehen muss. Ohne, dass das Auto immer wieder Überraschungen geliefert hätte wie in den letzten vier oder fünf Rennen, wo durch die gewissen Aero-Probleme, die wir hatten, die Konstanz gefehlt hat. Wie wichtig das ist, ist mir dabei noch mal extrem klar geworden.

Was ist mittels der Strategie hier für Williams möglich?
Bruno Senna: Das Reifenmanagement wird grundsätzlich wieder eine sehr wichtige Rolle spielen. Auch wenn der Reifenverschleiß geringer ist, gibt es viele schnelle Kurven. Wenn man da nicht aufpasst, kann man sich trotzdem die Reifen schnell ruinieren. Unser Auto ist mit harten Reifen sehr gut, aber auch die weichen halten gut. Man muss aufpassen, dass man keine zu aggressive Strategie fährt, bei der man hinter andere Autos gerät. Denn das Überholen hier ist sehr schwierig.


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