Formel 1 - Strecken-Analyse mit Timo Glock

Warum so viele Dreher?

Timo Glock erklärt, warum es in Indien bislang zu so vielen Drehern auf der Strecke kam und wie der Wind seine eigene Performance beeinflusste.
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Motorsport-Magazin.com - Timo Glock war beim Qualifying zum Großen Preis von Indien wieder einmal Best of the Rest: Startplatz 21 vor beiden HRTs und mit einer Sekunde Vorsprung auf Teamkollege Charles Pic. Kurz nach seinem Ausscheiden meinte Glock, es habe sich angefühlt, als ob er in den Kurven auf drei Rädern unterwegs gewesen sei; eine Anspielung auf einen TV-Dreh, beim dem Glock zuvor an der Seite von Christian Danner mit einem Tuk-Tuk - einem in für Indien typischen dreirädrigen Automobil - eine Runde über den Buddh International Circuit gedreht hatte.

Vielleicht habe ich da ein bisschen überreagiert.
Timo Glock

Mit etwas Abstand zum Geschehen am Samstag relativierte Glock seine Aussage bezüglich der drei Räder ein wenig. "Vielleicht habe ich da ein bisschen überreagiert", schmunzelte der Marussia-Pilot. "Aber so ähnlich hat es sich angefühlt." Es sei wesentlich schwieriger gewesen, den weichen Reifen in Indien auf Temperatur zu bringen. "Das ist komisch, weil man eigentlich denkt, dass man den weichen Reifen schneller ans Arbeiten bekommt", grübelte Glock. "Bei uns hat das aber nicht so richtig funktioniert."

Auch Pic hatte seine lieben Probleme mit der weicheren Pirelli-Mischung. Überhaupt klagten im Fahrerlager einige Piloten über ähnliche Probleme. Die Reifen verhalten sich auf der 5,125 km langen, ziemlich neuen Strecke zwar recht konstant über eine Runde, doch ein interessantes Problem trat im ersten Sektor auf. Während der Trainings kam es zu einigen Drehern und Verbremsern in den Kurven vier und fünf nach der schier endlos langen Gerade. Glock gab einen Hinweis darauf, warum einige Piloten Schwierigkeiten mit diesem Abschnitt hatten.

Die Reifen kühlen auf der Geraden zu sehr aus.
Timo Glock

"Die Reifen kühlen auf der Geraden zu sehr aus", erklärte er. "Wir mussten heute schon zwei Runden fahren, also eine Outlap und eine fliegende Runde, um die Reifen anzufahren. In den Kurven 1 und 3 geht es rechts rum, dabei wird der vordere rechte Reifen stark belastet. Deshalb ist der Unterschied zwischen beiden Vorderreifen etwas höher und es kann sein, dass der Reifen in den Kurven stehen bleibt." Glock selbst hatte in Indien während des Trainings seine liebe Mühe mit Kurve 15, der Linkskurve vor Start/Ziel.

"Kurve 15 war im Training eine Katastrophe", berichtete er. "Ich hatte jedes Mal ein stehendes Rad oder verlor das Heck." Kurios: Im Qualifying hatte Glock überhaupt keine Probleme mehr an dieser Stelle, sie schienen wie verflogen. Glocks Vermutung: "Es könnte am Wind gelegen haben." Hier sieht man wieder einmal deutlich, wie kompliziert die Formel 1 sein kann und welche äußeren Faktoren eine wichtige Rolle spielen.


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