Formel 1 - Suzuka ein klassisches Fahrer-Rennen

Auch nach hunderten Runden noch etwas zu lernen

Paul Hembery, Kamui Kobayashi und Lucas di Grassi schildern die besonderen Herausforderungen des Suzuka International Racing Course.
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Motorsport-Magazin.com - Formel-1-Reifenlieferant Pirelli stellt den Teams in Japan die harte, silbern markierte und die weiche, gelb markierte Mischung zur Verfügung. Nach Auskunft des italienischen Pneuherstellers ist der Suzuka International Racing Course eine der anspruchsvollsten Strecken im diesjährigen Kalender. Abgesehen vom Kurs in Barcelona werde dort aufgrund der langen und schnellen Kurven wie 130R und Spoon die meiste Energie in die Reifen geleitet. Die 130R ist gar die schnellste Kurve der gesamten Saison, da sie mit 310 km/h durchfahren wird. Dabei wirken umgerechnet 800 Kilogramm Abtrieb auf den rechten Vorderreifen. Durch die starke Beanspruchung kann sich die Lauffläche auf bis zu 110 Grad erhitzen.

Suzuka ist ein klassisches Fahrer-Rennen, ein wenig wie Spa oder Monza.
Paul Hembery

"Suzuka ist definitiv eines der Highlights im Formel 1-Kalender", meinte Pirelli-Motorsportdirektor Paul Hembery. "Suzuka ist ein klassisches Fahrer-Rennen, ein wenig wie Spa oder Monza. Die Strecke bietet einige der beeindruckendsten Kurven des Jahres. Außerdem verzeiht sie kaum einen Fehler." Auch nicht beim Setup der Boliden, denn wenn es dort Mankos gibt, besteht die Gefahr des sogenannten Blisterings. Dabei entstehen Hitzebläschen vor allem an der Reifenschulter, eine weitere Belastung des Reifens kann dann dazu führen, das Teile aus der Lauffläche herausbrechen.

Auch Lokalmatador Kamui Kobayashi betont, wie außergewöhnlich der Kurs in Suzuka ist. "Die Strecke in Suzuka ist sehr speziell - nicht nur, weil es mein Heimrennen ist! Ich bin sicher, viele Fahrer würden mir zustimmen, dass es ein großartiges Rennen ist. Der Kurs ist technisch anspruchsvoll. Und es ist spannend, hier zu fahren. Auch ist es sehr schwer, eine perfekte Runde zu absolvieren. Die meisten Strecken kennt man nach 20 oder 30 Runden. Aber in Suzuka lernt man auch nach hunderten von Runden immer noch dazu", betonte er. "Der Asphalt bietet eine Menge Grip. Folglich sollte es leicht sein, die Reifen auf Betriebstemperatur zu bekommen. Die Herausforderung des Reifenmanagements ist es, über längere Distanzen die Höchstleistung abzurufen. Die schnellen Kurven leiten darüber hinaus einiges an Energie durch die Slicks."

Die meisten Strecken kennt man nach 20 oder 30 Runden. Aber in Suzuka lernt man auch nach hunderten von Runden immer noch dazu.
Kamui Kobayashi

Auch Pirelli-Testpilot Lucas di Grassi sieht die Reifen in Suzuka vor einigen schweren Aufgaben stehen. "Im ersten Abschnitt reiht sich Kurve an Kurve. Hier arbeiten die Slicks ohne eine echte Chance, sich abzukühlen. Oft wirken mehrere Kräfte gleichzeitig auf sie, zum Beispiel beim Beschleunigen aus einer Kurve. Daher fließt immer viel Energie durch die Reifen", erläuterte der Brasilianer. "Es ist gut, dass in Japan der harte P Zero im Einsatz ist. Ich habe ihn viel getestet. Er ist wirklich vielseitig, bietet viel Performance und Haltbarkeit: eine deutliche Weiterentwicklung im Vergleich zu seinem Vorgänger. Der weiche Reifen sollte die perfekte Wahl für das Qualifying sein. Aber ich denke, beim Rennen wird der harte Slick die Hauptrolle spielen."


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