Formel 1 - Pirelli bastelt an Reifen der Zukunft

Mehr Mischungen wären wünschenswert

Pirelli hat kommende Woche einige wichtige Entscheidungen für die Reifen 2013 zu treffen. Am liebsten hätte man aber mehr Mischungen zur Verfügung.
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Motorsport-Magazin.com - Für Pirelli ist die aktuelle Zeit eine recht betriebsame, denn es gilt, die Reifen für 2013 zu finalisieren und dabei auch zu bestimmen, wie sich nächstes Jahr wieder Spannung erzeugen lässt, ohne das Thema Reifen ins Lächerliche abdriften zu lassen. Gleichzeitig weiß man beim Reifenhersteller, dass jede Veränderung an den Reifen irgendwann von den Teams durchschaut wird und dann die Spannung abnimmt. Motorsport Direktor Paul Hembery hat aber die Hoffnung, dass es in diesem Jahr nicht so sehr in Richtung Langeweile tendiert wie noch 2011. "Natürlich lernen die Teams dazu und modifizieren ihre Strategien. Da können wir nichts tun", meinte er.

Es war uns etwa schon vor Singapur klar, dass ein Reifen laufen wird und der andere eher ein Kompromiss ist
Paul Hembery

Am liebsten wäre es ihm, wenn Pirelli sieben oder acht Reifenmischungen bringen könnte, um dadurch die Bandbreite zu erhöhen, denn mit vier Mischungen wie aktuell können sich die Teams relativ schnell darauf einstellen, was zu erwarten ist - auch wenn das Rätselraten in diesem Jahr noch immer nicht ganz abgeschlossen ist. Eine größere Anzahl an Mischungen würde es dem Reifenlieferanten zudem erleichtern, die perfekte Auswahl für die verschiedenen Strecken zu liefern, denn mit vier Mischungen 20 Rennen auszustatten, ist nicht ganz einfach. "Es war uns etwa schon vor Singapur klar, dass ein Reifen laufen wird und der andere eher ein Kompromiss ist. In Monaco war es ebenfalls nicht ideal. Der Supersoft hält dort leicht ein halbes Rennen durch. Hätten wir mehr Mischungen, könnten wir besser dafür sorgen, dass es mehr Spannung gibt", sagte Hembery.

Das Reglement bremst

Mehr Mischungen zu bringen würde nach seinen Berechnungen gar nicht einmal viel mehr Geld kosten, der große Bremsklotz ist momentan noch das Reglement und das lässt sich nicht so einfach ändern. Daher wird sich für 2013 an der Zahl der Mischungen nicht viel ändern, 2014 könnte sich dann aber mehr tun. Dennoch dürften die Reifen im kommenden Jahr wieder andere sein als dieses Jahr. So könnte am Härtegrad geschraubt werden, sollten die Teams gegen Ende der Saison wieder zu gut mit den Gummis zurechtkommen. "Dann werden wir handeln", ließ Hembery wissen.

In der kommenden Woche warten ein paar wichtige Entscheidungen
Paul Hembery

Fest vorgesehen ist schon, dass die Reifen 2013 etwas leichter ins Arbeitsfenster zu bringen sein sollen, damit die Teams etwas mehr mit dem Setup spielen können. "Es bleibt aber weiter das Ziel, dass es zwei bis drei Boxenstopps gibt", sagte der Motorsport Direktor. Eine Änderung der Reifenstruktur ist in jedem Fall vorgesehen, wobei die Zeit insofern drängt, weil die Teams bald mit den neuen Windkanal-Reifen rechnen. "Da steht demnächst die Deadline an. In der kommenden Woche warten ein paar wichtige Entscheidungen", meinte er.

Eine andere Farbe

Die werden auch die Regenreifen betreffen. Kommende Woche wird Pirelli an der Strecke Paul Ricard einen Regentest fahren, Ziel ist es, die Eigenschaften bei Aquaplaning zu verbessern. "Die Struktur des Reifens wird ein bisschen weicher werden und das Arbeitsfenster wird sich vergrößern. Dadurch kommt er etwas näher an den Intermediate." Äußerlich soll es zudem noch eine Veränderung der Reifenmarkierung geben. Hembery kündigte an, dass ein Reifen eine andere Farbe erhalten wird, da die Marketing-Abteilung eine Änderung wünschte. Um welchen Reifen es sich dabei handelt, verriet er aber nicht.


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