Formel 1 - Susie Wolff gibt Einblick in Simulator-Arbeit

Kein richtiges Rennfahren

Williams-Entwicklungsfahrerin Susie Wolff gab Motorsport-Magazin.com einen Einblick in ihre Arbeit im Simulator.
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Motorsport-Magazin.com - Als Entwicklungsfahrerin verbringt Susie Wolff viel Zeit an der Rennstrecke, aber auch im Simulator. Für einen F1-Rookie sind die Erfahrungen im Simulator entscheidend, vor allem da Testfahrten in der Formel 1 rar gesät sind. "Man kann im Simulator alle Funktionen des Lenkrads lernen - KERS, DRS. Es gibt fast 50 verschiedene Einstellmöglichkeiten und Knöpfe. Mit diesen gilt es vertraut zu werden", erklärte Wolff gegenüber Motorsport-Magazin.com.

Wenn man sehr gut Computerspielen kann, hat man im Simulator einen Vorteil.
Susie Wolff

Der Williams-Simulator erlaubt es dem Fahrer, einen normalen Testtag zu absolvieren. "Es dauert ein bisschen, bis man sich daran gewöhnt hat, aber dann ist es wie an einem normalen Testtag. Man sitzt in einem F1-Cockpit. Man muss nicht aussteigen, sondern die Ingenieure nehmen kurze Änderungen vor und dann fährt man weiter. Die Kommunikation ist wie im Cockpit - es fühlt sich alles wie in einem Rennauto an", sagte Wolff und fügte scherzend hinzu: "Wenn man sehr gut Computerspielen kann, hat man im Simulator einen Vorteil."

Noch ist die Schottin im Gegensatz zu ihren männlichen Williams-Kollegen keine volle Renndistanz im Simulator gefahren. Auf ihrem Programm standen bisher Aero- und Entwicklungstests. "Manchmal findet man einen Riesenvorteil im Windkanal, aber das hängt von so vielen Faktoren ab. Das Wichtigste ist, dass die neuen Teile am Rennwochenende am Auto funktionieren. Es zählt nicht, was die Daten im Windkanal oder ich im Simulator sagen, sondern nur was der Rennfahrer im echten Rennauto fühlt", erklärte Wolff.

Es macht Spaß, weil man weiß, dass man dem Team hilft
Susie Wolff

Ein Simulator mag gut für das Team sein, um das Auto weiterzuentwickeln, aber für einen Fahrer ist die Arbeit nicht der Traumjob. "Es macht Spaß, aber es ist kein richtiges Rennfahren, man sitzt nicht in einem Rennauto und hat nicht das gleiche Gefühl. Es macht Spaß, weil man weiß, dass man dem Team hilft und es dem Team einen Vorteil bringt. Aber das war es", gab auch Wolff zu.

Kurzer Rückblick auf die Tage jener glorreichen Zeiten als Testfahrer noch testen durften: im Jahr 2006 spulte Gary Paffett (McLaren) an 37 Testtagen 3.026 Runden oder sage und schreibe 13.478 Testkilometer ab, und war damit noch nicht einmal der am meisten beschäftigte Testfahrer der F1-Welt. Luca Badoer (Ferrari) legte 2005 über 27.000 Testkilometer zurück.


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