Formel 1 - Williams: Umdenken in der Entwicklung?

Kleinigkeiten machen den Unterschied aus

Williams denkt ob der Leistungsdichte in der F1 2012 über eine Umstrukturierung der Entwicklungsarbeit nach und setzt dabei auf viele kleine Schritte.
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Motorsport-Magazin.com - Der Konkurrenzkampf in der Formel 1 tobt heuer wohl noch heftiger als sonst. Wie eng die Leistungsdichte wirklich ist, beweisen nicht nur die vornehmlich im heiß umkämpften Q2 mehr als geringen Zeitabstände im Feld - auch in Sachen Nach- und Wettrüsten findet des Duell der Gegner neben der Piste in neuen Dimensionen statt. Bei Williams denkt man auf Grund der jüngsten Entwicklung nun sogar darüber nach, gleich die komplette Upgrade-Strategie zu assimilieren. Für die Zukunft hieße das: Nicht mehr, wie bis dato alle paar Rennen, ein größeres Teile-Paket, sondern lieber fortlaufend kleine Verbesserungen, diese dafür aber bei ausnahmslos jedem Rennen.

Vor zwei Jahren hätte es sich vielleicht noch nicht gelohnt, in solche Bereiche soviel Arbeit hineinzustecken.
Mark Gillan

Nachdem beispielsweise Lotus zuletzt am Freitag in Deutschland an Kimi Räikkönens Auto eine Version des bereits von Mercedes erfolgreich eingesetzten Doppel-DRS ausprobierte, erklärte Williams-Chefstreckeningenieur Mark Gillan, dass man sich selbst im eng umkämpften Mittelfeld nicht mehr erlauben könne, auf die Evaluierung derartiger, potenziell gewinnbringender, Ideen zu verzichten - ganz gleich, wie gering auch deren späterer Nutzen oder der dadurch erzielte Zeitvorteil sei. "Mit all diesen Dingen - Doppel-DRS, Auspuff-Konzepte und derlei Erfindungen - hört man niemals auf, sie genau zu untersuchen, wenn man damit erst einmal angefangen hat."

Updates der Konkurrenz evaluieren

"Vor zwei Jahren hätte es sich vielleicht noch nicht gelohnt, in solche Bereiche, für gerade einmal eine Zehntelsekunde Zeitvorteil, soviel Arbeit hineinzustecken", sagte Gillan. Nun sei die Situation aber eine andere. "Es ist mittlerweile so eng, dass man alles, was man zur Verfügung hat, ans Auto bringen muss und zwar so schnell wie irgendwie möglich." Deshalb werde auch sein Team die Gleichung zwischen Profit und Investition genauestens im Auge behalten und gegebenenfalls in diesem Sektor bald nachziehen. "Es ist ganz einfach: Wir sehen uns diese Dinge an und wägen ab, ob das Ergebnis in Relation zum Aufwand steht", so Gillan.

Es ist mittlerweile so eng, dass man alles, was man zur Verfügung hat, ans Auto bringen muss.
Mark Gillan

Daher habe man sich das System bereits zu Saisonbeginn angeschaut, als Mercedes damit um die Ecke kam und werde auch weiterhin die Augen offen halten. "Als Team müssen wir uns immer noch ein bisschen verbessern, auch mit dem Paket, das wir jetzt haben. Das DRS, die Auspuff-Modifikation... das sind alles Dinge, die man natürlich gerne haben möchte. Wir wollen sie haben und daran arbeiten wir auch alle - aber der Schlüssel ist letztendlich, dieses Paket dann auch zum Laufen zu bringen", so der Williams-Mann, der anfügte: "Viele dieser Dinge sind sehr aufwändig. Es ist also wie immer ein Balanceakt und hängt von den Daten aus dem Windkanal ab. Anhand dieser entscheidet man dann, ob man sich weiter darum bemüht."


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