Formel 1 - FIA gegen Nulltoleranz-System bei Strafen

Verlassen der Strecke wird individuell behandelt

Nachdem einige Fahrer verlangten, für Vorteile, die durch das Verlassen der Strecke entstehen, keine Toleranz walten zu lassen, entschied sich die FIA dagegen.
von

Motorsport-Magazin.com - Es war ein etwas hitzigeres Fahrermeeting, das am Freitag in Barcelona über die Bühne ging. Nico Rosbergs Manöver gegen Lewis Hamilton und Fernando Alonso in Bahrain waren dabei ein bestimmendes Thema. Dabei war aber weniger Rosbergs Verteidigungs-Verhalten der Kernpunkt, sondern die Tatsache, dass Hamilton neben der Strecke überholte. In den Regeln steht geschrieben, dass ein Fahrer keinen Vorteil daraus ziehen darf, neben die Strecke zu kommen. Daher war die Frage, hätte Hamilton seinen Platz automatisch zurückgeben müssen? Einige Fahrer forderten bei diesem Thema ein Nulltoleranz-System von der FIA, die hat das aber abgelehnt.

Vettel die Stimme der Mäßigung

Das bedeutet, die Stewards werden weiter nach ihrem Ermessen entscheiden, ob ein Fahrer dafür bestraft wird, wenn er abseits der Strecke einen Vorteil gewonnen hat. Für die Nulltoleranz sollen sich vor allem Michael Schumacher und Felipe Massa ausgesprochen haben. Andere Piloten, darunter Sebastian Vettel, wollten den Stewards derweil weiter Ermessensspielraum lassen. Sie argumentierten damit, dass Zwischenfälle abseits der Strecke sehr verschieden sein können und es übertrieben wäre, bei kleineren Vorfällen sofort eine harte Strafe auszusprechen. Sollte durch das Abschneiden einer Schikane etwa eine Zehntelsekunde gewonnen werden, wäre es nach Meinung einiger zu viel, gleich voll zu strafen.

Die gemäßigtere Fraktion fände es daher besser, wenn die Stewards berücksichtigten, wie groß der gewonnene Vorteil ist und welche mildernden Umstände es sonst noch gibt. Anscheinend gab es zu dieser Haltung dann auch keinen Widerstand mehr und FIA-Renndirektor Charlie Whiting sprach nach dem Briefing dann mit den Stewards. Am Samstag fällte Whiting schließlich die Entscheidung, die nach dem Fahrerbriefing abzusehen war: aufgrund zu vieler Variablen sei ein Nulltoleranz-System nicht umzusetzen. Nach dem Qualifying wurde den Teams dieser Beschluss mitgeteilt.

Wie wird verteidigt?

Was Rosbergs Fahrverhalten betraf, war die Sache schnell geklärt. Whiting stellte im Briefing klar, dass ein Fahrer beim Verteidigungsmanöver durchaus die ganze Strecke nutzen darf - im Gegensatz zum Zurückschwenken auf die Ideallinie, wo eine Fahrzeugbreite zum Streckenrand Platz gelassen werden muss. Rosbergs Schwenker waren laut Whiting zwar am Limit, doch sie seien akzeptabel gewesen. Das treffe dann zu, wenn der verteidigende Fahrer sich zuerst bewege, eine klare Bewegung mache und der angreifende Pilot keinen Teil seines Autos neben dem Boliden vor sich hatte. Gleichzeitig betonte Whiting noch, dass es nicht erlaubt ist, zum Verteidigen die Strecke zu verlassen.


Weitere Inhalte:

Facebook
Wir suchen Mitarbeiter
x