Formel 1 - Hamilton stapelt vor Melbourne eher tief

Nicht alles auf eine Karte setzen

Lewis Hamilton hält den Ball vorm Start in Melbourne tendenziell flach, während Martin Whitmarsh auf McLarens erfolgreichste Saison der F1-Geschichte hofft.
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Motorsport-Magazin.com - Die Motorsportwelt blickt dem Saisonauftakt in Australien sehnlichst entgegen und auch bei McLaren kribbelt es Jenson Button und Lewis Hamilton schon in den Fingern. Mit Bestzeiten konnte das Duo während der drei Testfahrten zwar nicht glänzen, doch allgemein gilt McLaren als größter Konkurrent für Platzhirsch Red Bull. Trotzdem schraubt Hamilton die Erwartungen vor Melbourne herunter. "Wir haben ein realistisches Ziel", sagt er. "Ein paar nützliche Punkte einzufahren und das Rennen dafür zu nutzen, die Weltmeisterschaft in Angriff zu nehmen."

Das klingt, als ob wir ein niedriges Ziel anpeilen - das machen wir nicht - aber zu dieser Zeit des Jahres ist es gut, sich daran zu erinnern, dass das eine lange Saison wird.
Lewis Hamilton

Ungewohnte Worte des Briten, der in der vergangenen Saison zunächst bei jedem Rennen vom Sieg sprach. Doch Hamilton relativiert seine Aussage: "Das klingt, als ob wir ein niedriges Ziel anpeilen - das machen wir nicht - aber zu dieser Zeit des Jahres ist es gut, sich daran zu erinnern, dass das eine lange Saison wird." Mit 20 geplanten Rennen wäre es sogar die umfangreichste F1-Saison aller Zeiten. "Es gibt keinen Grund, alles auf ein Pferd zu setzen", ergänz Hamilton. "Natürlich würde ich gern in Melbourne gewinnen, aber danach folgen noch 19 Rennen. Deshalb ist es wichtig, ein paar Punkte einzusacken."

Eigentlich sei die Sache mit den Zielen für das erste Rennen ganz einfach, wie es der Brite auf den Punkt bringt: "Solange wir mit der Zuversicht aus Australien abreisen, ein Auto zu haben, das in der Lage ist, um den Titel zu kämpfen, werde ich glücklich sein." Unterdessen kann es Button kaum noch abwarten, bis die Teams ihre wahre Stärke offenbaren. Man kann davon ausgehen, dass die Top-Teams sich in Sachen Performance während des Winters vornehmlich zurückhielten.

Ich denke, dass es extrem eng wird und kann es nicht abwarten, herauszufinden, wo wir in der Hackordnung stehen.
Jenson Button

"Es war schwierig, die Pace herauszulesen, denn viele Teams haben ihre Karten verdeckt gehalten", ist Button überzeugt. "Ich denke, dass es extrem eng wird und kann es nicht abwarten, herauszufinden, wo wir in der Hackordnung stehen." Auf jeden Fall freut er sich auf einen spannendes Rennen im Albert Park und erwartet wieder zahlreiche Überholmanöver - sogar noch mehr. "Ich denke, dass das Potenzial einer zweiten DRS-Zone ein Zugewinn ist", glaubt Button. Im vergangenen Jahr hätte die DRS-Zone entlang der Start/Ziellinie nicht unbedingt ausgereicht.

"Ich denke, dass die zweite Zone ein Vorteil ist", so Button. "Außerdem sind die Wände hier nah genug an der Strecke, damit man permanent fokussiert ist. Ich kann mich nicht an ein Rennen erinnern, dass hier langweilig oder ohne Überraschungen war", erinnert sich der Melbourne-Sieger von 2010 zurück. "Deshalb ist es der perfekte Ort, um die Saison zu beginnen."

Wir wollen mehr als jemals zuvor gewinnen und auf der Suche nach Performance drehten wir jeden Stein um.
Martin Whitmarsh

Martin Whitmarsh traut seinen beiden Schützlingen auf jeden Fall eine Menge zu, wenn es wieder losgeht. "Wir hatten einen extrem produktiven Winter", erklärt der Teamchef. "Ich habe Jenson und Lewis noch nie so gesund, hingebungsvoll und vorbereitet gesehen." Ganz McLaren sei hungrig nach Erfolgen, wie Whitmarsh in persönlichen Gesprächen selbst herausgefunden haben will. "Wir wollen mehr als jemals zuvor gewinnen und auf der Suche nach Performance drehten wir jeden Stein um", so Whitmarsh.

Anderseits will er sich mit Prognosen bezüglich Melbourne auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, doch eines hofft er: "Meine größte Hoffnung ist, dass wir nach Australien reisen und der Welt eine bahnbrechende Show abliefern, um zu zeigen, dass die Formel 1 zurück ist - und das mit einem großen Knall!"


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