Formel 1 - Lotus-Renault: Fahrerwahl ging nur um Speed

Das Geld war nicht so wichtig

Group Lotus CEO Dany Bahar betont, dass die Fahrer für das Lotus-Team nicht nach kommerziellen, sondern nach sportlichen Gesichtspunkten gewählt wurden.
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Motorsport-Magazin.com - Viel wurde das Lotus Renault Team in der vergangenen Saison dafür kritisiert, seine Fahrer nur nach den Möglichkeiten des finanziellen Zugewinns ausgewählt zu haben. Vor allem als Nick Heidfeld Bruno Senna weichen musste, bemnägelten viele, dass dieser Wechsel wohl primär finanziell getrieben war. Mit der Verpflichtung von Kimi Räikkönen und Romain Grosjean für die Saison 2012 will der Rennstall nun gezeigt haben, dass es ihm bei der Fahrerwahl nicht mehr um das Geld geht, sondern um fahrerische Qualität und den Erfolg.

Wir machten gemeinsam eine Analyse und sagten, dass obwohl Vitaly ein süßeres kommerzielles Element bei sich hatte, wir auf reines Racing gehen
Dany Bahar

"Es zeigt die Entschlossenheit, die wir haben und es zeigt, dass wir wissen, was notwendig ist", erklärte Group Lotus CEO Dany Bahar am Montag in London. Diese Richtung vorgegeben hätten Gerard Lopez und Eric Lux, die durch Genii Capital die zwei wichtigsten Anteilseigner des Teams sind. "Sie sagten: 'Es geht nicht um kommerzielle Dinge und darum, dem besten Bieter den Zuschlag zu geben, es geht darum, die besten Fahrer zu holen, die wir kriegen können.' Wir machten gemeinsam eine Analyse und sagten, dass obwohl Vitaly ein süßeres kommerzielles Element bei sich hatte, wir auf reines Racing gehen. Das mag für uns kommerziell schwieriger sein, aber wir stellen uns der Herausforderung. Und wir werden das Geld auftreiben, wenn es nötig ist", meinte Bahar.

Änderungen sind notwendig

Nach seiner Ansicht war es auch notwendig, mutig zu agieren, da es nach dem starken Abfall während der Saison 2011 eine neue Motivation brauchte. Diesen Mut wird das Team nach Bahars Meinung auch weiter brauchen. "Mit der Leistung der vergangenen Saison war niemand wirklich glücklich, vor allem mit der Entwicklung. Daher war es im Interesse aller Anteilseigner und Partner, die bestmögliche Aufstellung zu verfolgen, die wir kriegen konnten. Wir müssen viele Änderungen und Verbesserungen im technischen Bereich machen, aber das Management weiß das und sie arbeiten sehr hart daran. Ich bin mir sicher, es wird besser."

Das ist wie bei einem Fußball-Trainer. Nach einem nicht so guten Jahr, wird man oft kritisiert
Bahar über Boullier

Sein volles Vertrauen sprach Bahar Teamchef Eric Boullier aus, der zuletzt heftig in der Kritik stand und von der Gerüchteküche schon schwer angezählt war. Boullier habe nicht den einfachsten Job, gab Bahar zu. "Das ist wie bei einem Fußball-Trainer. Nach einem nicht so guten Jahr wird man oft kritisiert. Er wird kritisiert werden und das wird nicht das letzte Mal sein, dass er kritisiert wird. Wichtig ist aber, was er daraus lernt und er identifiziert die Bereiche, die er stärken muss", meinte Bahar. Das gelinge ihm auch und nun habe Boullier einen Plan für die Zukunft. "Wir vertrauen darauf, dass er den perfekt umsetzen wird. Es gibt keine Zweifel an ihm", betonte Bahar.

Alesi: Es ging um den Sponsor

Ein paar Zweifel an der Ehrlichkeit bezüglich der rein sportlichen Entscheidung bei den Fahrern brachte Jean Alesi an. Denn nach seiner Ansicht war die Entscheidung für Grosjean doch primär vom Sponsor getrieben. "Bruno [Senna] hat dieses Jahr Tolles geleistet, vor allem weil er erst Mitte der Saison begonnen hat. Er musste ins Auto steigen und sofort schnell sein. Die Leistung des Autos war manchmal gut, manchmal nicht, aber er konnte seinen Job bestmöglich erledigen. Das ist also schade - aber Total hat sehr auf einen französischen Fahrer gedrängt und sie bezahlen mehr", erklärte Alesi dem Norwich Advertiser.


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