Formel 1 - Kolumne - Pro und Contra

Alt gegen jung

Pedro de la Rosa hat es geschafft, Kimi Räikkönen und Nick Heidfeld arbeiten noch daran: Sind die Comebacks von Fahrern nach langer F1-Pause wirklich sinnvoll?
von

Pro: Von der Erfahrung profitieren

von Tobias Kortas

Jede Sportart benötigt erfahrene Menschen, die etwas von ihrem Handwerk verstehen. Vor allem ein derartig technisch orientierter Zirkus wie die Formel 1 ist auf Fahrer angewiesen, die dazu in der Lage sind, Entwicklungsarbeit zu verrichten. Ohne den Erfahrungswert routinierter Piloten wären die Teams wohl kaum dazu in der Lage, die fortlaufenden Innovationen zu leisten, die die Formel 1 ausmachen.

Dazu profitieren junge Piloten von dem Wissen und den Fähigkeiten erfahrener Fahrer wie Pedro de la Rosa, indem sie deren Daten studieren sowie Tipps und Ratschläge von ihnen annehmen. Wenn Jaime Alguersuari nach eigener Aussage zu früh in die Formel 1 gekommen ist, hätte es einen Teamkollegen gebraucht, der den jungen Fahrer an die Hand nimmt und in das Geschäft der Formel 1 einweist. Viele junge Piloten sind früh gescheitert, weil sie schlichtweg überfordert waren.

Namen wie Kimi Räikkönen sind eng mit der Formel 1 verbunden - Foto: Sutton

Darüber hinaus lebt der Sport von großen Namen. Bei so manchem Fahrer ist das Medieninteresse nach dem Rücktritt größer als noch während der aktiven Laufbahn. Das Comeback von Michael Schumacher haben viele Menschen eifrig verfolgt und speziell in Deutschland begeisterten sich wieder mehr Menschen für die Formel 1. Wenn Kimi Räikkönen zurückkehren sollte, dürften wir eine ähnliche Begeisterungswelle erwarten, zumal der Finne als ein sehr exzentrischer Pilot gilt, der dem oftmals schnöden Alltag in der Formel 1 wieder etwas mehr Farbe verleihen könnte.

Niki Lauda hat 1984 bewiesen, dass ein Weltklassefahrer auch nach einer längeren Abstinenz noch konkurrenzfähig sein und den Titel gewinnen kann. Bei Michael Schumacher sieht das ähnlich aus. Alles, was es in diesem sich ständig verändernden Sport braucht, ist eine Eingewöhnungsphase, um wieder oben mit dabei zu sein. Wer einmal das Talent hatte und ganz oben stand, der verlernt es so schnell auch nicht mehr.

Contra: Der Jugend eine Chance

von Philipp Dunker

Comebacks von Piloten, die nach einigen Jahren zurück in die Formel 1 drängen sind in der modernen Formel 1 selten von Erfolg gekrönt. Selbst ein Ausnahmekönner wie Michael Schumacher musste kämpfen, um auf sein gewohntes Niveau zurück zu kehren. Schumacher hat von seinem Können gewiss nichts verlernt. Die anderen Fahrer haben sich aber in den drei Jahren Rennpause des Rekordweltmeisters weiterentwickelt. Darin lagen Schumachers Anpassungsprobleme nach seiner Rückkehr begründet.

Schumacher war und ist allerdings von einem anderen Kaliber als Pedro de la Rosa. Der Spanier, der in den nächsten beiden Jahren bei HRT ins Lenkrad greift, wird im kommenden Frühjahr 41 Jahre alt. Schumacher war vor seinem freiwilligen Rücktritt fahrerisch die unangefochtene Nummer 1 im Formel-1-Zirkus. De la Rosa war nie mehr als ein Platzhalter. Ohne Aussicht auf Siege - geschweige denn einen Weltmeistertitel.

Schumacher ist allein schon seiner Erfolge wegen die absolute Ausnahme - Foto: Sutton

Die Tatsache, dass zurzeit mögliche Comebacks von Piloten wie Pedro de la Rosa, Kimi Räikkönen und auch Nick Heidfeld diskutiert werden, liegt auch an der Politik des Weltverbandes. Das weitestgehende Verbot der Testfahrten macht es für junge Nachwuchsfahrer ungemein schwierig, sich in Szene zu setzen und Formel-1-Teamchefs auf sich aufmerksam zu machen.

Aufgrund des Testverbotes gibt es seit einiger Zeit kaum Nachwuchs, der sich wirklich aufdrängt. Daher die Rückkehr der Oldies. Wer will schon das Risiko eines unbekannten Fahrers eingehen? Die FIA sollte sich darüber Gedanken machen. Der Jugend gehört die Zukunft und nicht Pedro de la Rosa!


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