Formel 1 - Irvine wünscht sich Hamilton bei Red Bull

Button wird nie wieder Weltmeister

Eddie Irvine denkt offen über das Fahrerkarussell der nächsten Jahre nach. Die McLaren-Stars seien dabei die Schlüsselfiguren - Michael Schumacher eher weniger.
von

Motorsport-Magazin.com - Für Eddie Irvine bietet die aktuelle Lage auf dem Fahrermarkt einige interessante Möglichkeiten für die Zukunft. Im besonderen Fokus des Iren stehen dabei die beiden hochgeschätzten McLaren-Piloten Jenson Button und Lewis Hamilton, die zuletzt immer wieder mit einem Wechsel zu anderen Teams in Verbindung gebracht wurden. Auch in Irvines Gedankenspielen sind die zwei Briten unter den Hauptprotagonisten. In den in letzter Zeit allgemein lobenden Tenor in Bezug auf Button, der in der WM unerwartet vor seinem schnellen Teamkollegen Hamilton liegt, wollte Irvine überraschend aber nicht einstimmen.

Jenson weiß, dass er nie wieder Weltmeister wird und dementsprechend fährt er auch. Lewis will auf der anderen Seite unbedingt noch einmal Champion werden und deshalb ist er viel zu aggressiv.
Eddie Irvine

"Jenson macht gar nichts Besonderes. Er liefert einfach nur vernünftige Arbeit ab", so der Ex-Ferrari-Star, der sogar so weit geht, den Weltmeister von 2009 als "beste Nummer zwei" in der Königsklasse zu bezeichnen. Dass Button im Vergleich zu seinem hitzköpfigen Stallgefährten wesentlich besonnener, entspannter und ruhiger seine Punkte einfährt, habe einen einfachen Grund. "Er weiß, dass er nie wieder Weltmeister wird und dementsprechend fährt er auch. Lewis will auf der anderen Seite unbedingt noch einmal Champion werden und deshalb ist er viel zu aggressiv", meinte der 45-Jährige gegenüber Auto Bild Motorsport.

McLaren-Piloten auch bei Red Bull geschätzt

"Er kämpft nicht nur gegen die Konkurrenz, sondern auch gegen sich selbst. In einigen Rennen war er richtig dumm", so Irvines Vorwurf in Richtung Hamilton. Trotzdem würde der Ire den McLaren-Piloten in der Zukunft gerne zu Red Bull wechseln sehen. Während Button sich nach wie vor ziert, bei McLaren eine langfristige Vertragsverlängerung zu unterzeichnen und deshalb schon länger mit einem Ferrari-Wechsel für das Jahr 2013 in Verbindung gebracht wird, sei es für Hamilton wichtig, irgendwie zum Weltmeister-Team zu kommen. Red-Bull-Teamchef Christian Horner hält bekanntlich viel von den britischen Piloten der Konkurrenz aus Woking.

Wohin die Reise am Ende geht ist unklar - die McLaren-Piloten sehen sich immer nach Alternativen um - Foto: Sutton

Zumindest 2012 ist mit Mark Webber das Cockpit an der Seite von Sebastian Vettel aber besetzt und daher würden Spekulationen keinen Sinn machen. "Beide sind phantastische Fahrer und sowohl Button, als auch Hamilton, haben am Ende nächsten Jahres keinen Vertrag mehr. Aber sie sind McLaren-Piloten und insofern sind wir diesbezüglich nicht involviert", wies Horne alle Spekulationen vorerst einmal zurück. Dass man die beiden Briten aber sehr wohl genauestens beobachten würde und ihre jeweilige Lage einschätzen könne, gab der Red-Bull-Teamchef trotzdem zu: "Für Lewis war es eine schwierige Phase, aber bei Jenson kann man sehen, dass er mit sich im Reinen ist und das drückt sich auch in seiner Leistung auf der Strecke aus."

Schumacher kann Mercedes nicht mehr helfen

Für Irvine wäre trotz aller Fehler, Strafen und Kritik für den in diesem Jahr schwer gescholtenen Hamilton, ein Wechsel zu Red Bull die richtige Zukunftsperspektive. "Dann würden wir auch zu sehen bekommen, wie gut Vettel wirklich ist", glaubte der Ire, der anfügte: "Dann wüssten wir es wirklich, denn wie bereits bekannt ist, hat Hamilton Alonso im gleichen Team geschlagen." Zwar sei Vettel "sehr, sehr gut", doch ein Manko gäbe es laut Irvine trotzdem noch. "Viele Fahrer haben in Autos von Adrian Newey Titel geholt. Und meiner Meinung nach ist sein Teamkollege Webber auch einfach kein Top-Pilot", sagte der ehemalige Ferrari-Fahrer.

Jeder hat gesagt, dass Michael ein Anführer und der beste Entwickler ist. Aber das ist alles Mist. Er hatte einfach nur das größte Talent, eine unglaubliche Fahrzeugbeherrschung und war wahnsinnig schnell.
Eddie Irvine

Einer, den Irvine im Gegensatz zur Vergangenheit auch nicht mehr in die Riege der Top-Fahrer in der Formel 1 zählt, ist sein Ex-Teamkollege Michael Schumacher. Wie es auf lange Sicht mit dem Rekordchampion weitergehen würde, konnte sich Irvine noch nicht vorstellen. Bereits kürzlich hatte der 147-fache Grand-Prix-Starter erklärt, dass die Zeit des Deutschen langsam abgelaufen sei und Mercedes sich nach einem Nachfolger für den 42-Jährigen umsehen sollte. Schumacher könne sein Alter nicht so einfach durch seine Erfahrung wettmachen. "Michael war ein absoluter Super-Pilot. Jeder hat gesagt, dass er ein Anführer und der beste Entwickler ist und so weiter und so fort. Aber das ist alles Mist. Er hatte einfach nur das größte Talent, eine unglaubliche Fahrzeugbeherrschung und war wahnsinnig schnell", so Irvine.


Weitere Inhalte:

Facebook
Wir suchen Mitarbeiter
x