Formel 1 - Interview - Jean Alesi

Renault muss sich nach vorn orientieren

Jean Alesi, Botschafter von Lotus Renault, blickt auf das Wochenende des Teams beim Grand Prix von Deutschland.

Motorsport-Magazin.com - Fandest Du das Rennen spannend Jean?
Jean Alesi: "Absolut, vom Start bis zur Zielflagge! Von der ersten bis zur letzten Runde, der Grand Prix von Deutschland war spannungsgeladen und nicht vorhersehbar. Alles ging sehr eng zu und bis zu den letzten Runden war nicht klar, ob Lewis Hamilton gewinnen würde. Es war ein tolles Rennen."

Renault holte auf dem Nürburgring einen Punkt durch Vitalys zehnten Platz. Das Team scheint aber einige Schwierigkeiten zu haben, muss man sich darüber Sorgen machen?
Jean Alesi: "Das Team arbeitet wirklich sehr hart daran Lösungen zu finden, wir alle wollen natürlich bessere Ergebnisse sehen und wir haben höhere Ambitionen, als Platz zehn. Es ist ein WM-Punkt und man kann stolz darauf sein, dass man bislang in jedem Rennen Punkte holen konnte, aber es ist noch mehr möglich. Das Team arbeitet an Neuerungen, die in Ungarn zum Einsatz kommen sollten und ich hoffe wirklich, dass wir auf Mercedes aufholen können und sie wieder in der WM-Wertung überholen. Wir müssen ebenso herausfinden, warum Force India an diesem Wochenende schneller war, als wir, denn wir sollten wirklich besser sein, als sie."

Wir sollten wirklich besser sein als Force India
Jean Alesi

Nick Heidfeld hatte einen ziemlich dramatischen Zusammenstoß mit Sebastien Buemi, der ihn in der Schikane von der Strecke drängte. Da war Nick nur noch Passagier, oder?
Jean Alesi: "Im Fernsehen sah es recht spektakulär aus, wir hatten Glück, dass sich Nick dabei nicht verletzt hat. Es ist kein besonders angenehmes Gefühl, wenn du durch die Luft fliegst, zum Glück gab es genug Kiesbett und Auslaufzone. Buemi hätte Nick eigentlich sehen müssen. Er hat ihm keinen Platz gelassen. Nick hatte absolut keine Schuld daran."

Vitaly fuhr ein tapferes Rennen. Was schließt Du aus seiner Fahrt gegen Gegner wie Jenson Button und Michael Schumacher?
Jean Alesi: "Vitaly zeigt was für ein Kämpfer er ist, er gibt nicht auf. Er kann sich mit dem Auto sehr breit auf der Strecke machen, aber er fährt auch fair, ich glaube er hat einen guten Job abgeliefert und ist solange vorn geblieben, wie es möglich war. Er hat das Beste aus den Gegebenheiten gemacht."

Die niedrigen Streckentemperaturen auf dem Nürburgring schienen McLaren und Ferrari besser zu liegen als Red Bull und Renault. Wird Red Bull in Ungarn zurückschlagen und werden die Bedingungen Renault liegen?
Jean Alesi: "Ich glaube es hat sich einiges verändert, nicht für Red Bull, aber für McLaren und Ferrari. Sie haben einen Sprung nach vorn gemacht und RBR muss nachrüsten. Die Temperaturen am Wochenende schienen nicht zu schlimm für Renault, sie haben sich gut auf neun und elf qualifiziert. Ich glaube es ist deutlich, dass wir gegenüber unseren Gegnern verloren haben und unsere Leistung verbessern müssen, so dass wir wieder mitkämpfen können."


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