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Formel 1 - Interview - Nick Heidfeld

Im Regen nicht gut unterwegs

Nick Heidfeld hofft für das Silverstone-Wochenende auf trockenes Wetter. Zudem erklärte er Motorsport-Magazin.com, warum die neue Boxeneinfahrt gefährlich sei.
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Motorsport-Magazin.com - Was konnte man von diesem verregneten Tag überhaupt mitnehmen?
Nick Heidfeld: Nicht viel - man konnte nicht viel gegeneinander austesten, weil die Bedingungen natürlich nicht konstant sind. Trotzdem haben wir leider wieder den Eindruck gewinnen können, dass wir im Regen nicht wirklich gut unterwegs sind. Das ist natürlich interessant und daran müssen wir arbeiten. In den nächsten zwei Tagen bleibt es hoffentlich trocken. Aber wenn es dann einmal regnet und wir nicht vorne dabei sind, wäre das natürlich schade.

Das tut Dir als Regen-Fahrer natürlich ganz besonders weh, oder?
Nick Heidfeld: Ja, es ist schon ein bisschen komisch. Ich habe mich in meiner Karriere bisher immer darauf gefreut, wenn es regnet. Aber dieses Jahr und mit diesem Auto, freue ich mich nicht wirklich, wenn es regnet.

Reden wir über die neue Streckenanlage. Sebastian hat die Boxeneinfahrt als "fast kriminell" bezeichnet. Wie sieht Du das?
Nick Heidfeld: Als fast kriminell würde ich sie nicht bezeichnen, aber auch ich denke, dass das nicht gut gelöst ist - besonders, wenn man bedenkt, dass man ja viele Möglichkeiten hatte, da das Meiste hier ja neu gebaut worden ist. Da gibt es einige Sachen, die man ein bisschen besser hätte lösen können.

Ich habe mich in meiner Karriere bisher immer darauf gefreut, wenn es regnet. Aber dieses Jahr und mit diesem Auto, freue ich mich nicht.
Nick Heidfeld

Was ist das Problem an der Boxeneinfahrt?
Nick Heidfeld: Man kommt da mit sehr, sehr hoher Geschwindigkeit an. Ich denke, dass wir da im Trockenen etwa mit 290 Stundenkilometern bremsen werden. Die Einfahrt ist aber trotzdem sehr schmal, obwohl dort total viel Platz wäre, um sie ein bisschen breiter zu machen. Zudem gibt es dann noch einen kleinen Linksknick, der in meinen Augen auch ein bisschen unnötig ist und dann muss man von 290 offensichtlich auf 60 oder 100 herunterbremsen. Geradeaus hat man dann auch nicht besonders viel Auslaufzone. Das könnte man aber recht einfach entschärfen, wenn man dort einfach die Strecke ein bisschen breiter macht. Wenn man dort mit jemandem kämpft, jemand ein Problem hat oder bisschen früher bremst, dann hat man keine Möglichkeit mehr auszuweichen.

Auffallend waren auch die Asphalt-Wechsel. Scheinbar trocknen ein paar Teile unterschiedlich schnell ab und die Grip-Verhältnisse sind dadurch verschieden?
Nick Heidfeld: Die Grip-Verhältnisse sind enorm unterschiedlich. Nicht nur wegen der Menge an Wasser, sondern auch weil wir in manchen Teilen alten Belag und in manchen frischen haben. Das ist jetzt allerdings kein Sicherheitsproblem. Natürlich ist es schöner, wenn man weniger Spray hat, aber jetzt ist es so, wie es ist.

Die Grip-Verhältnisse sind enorm unterschiedlich, weil wir in manchen Teilen alten Belag und in manchen frischen haben.
Nick Heidfeld

Werden diese Grip-Unterschiede bei trockenen Bedingungen auch relevant?
Nick Heidfeld: Ja, ich denke schon. Ich bin einmal gespannt, ob es da auch so extrem sein wird, wie im Regen. Ich nehme es nicht an, glaube aber schon, dass es einen Unterschied machen wird.

Wo könnt ihr im Trockenen sein?
Nick Heidfeld: Auf jeden Fall weiter vorne als im Regen.


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