10.000 Dollar Strafe, eine Verwarnung, dafür aber mit einem bis ans Limit leeren Tank auf der Strecke und zur Pole gefahren. Lewis Hamilton hatte in Montreal so wenig Benzin im Auto, dass er den Motor auf dem Weg zur Box abstellen musste, um noch genug Sprit zu haben, damit die FIA eine Probe nehmen konnte. Mercedes-GP-Teamchef Ross Brawn nannte die 10.000 für die Pole eigentlich billig, McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh wollte den Vorwurf aber nicht gelten lassen, dass sein Team möglicherweise absichtlich ein zu wenig betanktes Auto losgeschickt hatte.

"Wir haben uns an die Regeln gehalten. Wir hatten das nicht vor. Es ist nicht Lewis' Fehler, es wurde aber ein Fehler gemacht. Wir hatten die Wahl. Wir wären zurückgekommen, aber dann hätte uns Benzin für die Probe gefehlt. Wir hatten das Gefühl, das war wichtiger als ein Memo der FIA, das keine Regel ist. Darin stand die Rundenzeit zur Rückkehr an die Box", sagte Whitmarsh. Dass man zurück an die Box kommen muss, steht hingegen nicht in den Regeln. "Wenn das Auto kaputt ist, das Rad ab oder sonst was, dann passieren solche Dinge."

Die FIA bekam jedenfalls ihre Benzinprobe und die Stewards durften dank der vorgeschriebenen Rückkehr-Zeit zur Box ein wenig Recht sprechen, immerhin kam das Auto zurück und das mit Verspätung. Whitmarsh rechnete aber nicht damit, dass jemand dieses Regel-Schlupfloch ausnutzen wird und es in Zukunft mehrere Fälle von zufälliger Unterbetankung gibt. "Es gab ein paar Fälle, wo so etwas passiert ist. Aber man geht das Risiko, dass entschieden wird, man setze das systematisch ein und dann ist die Frage, was die Stewards darüber denken. Ich denke nicht, dass es oft passieren wird", erklärte Whitmarsh. Von der Strafe an sich war der Teamchef weder überrascht noch enttäuscht.