Liebe motorsport-magazin.com Leserinnen und Leser,

neben meinen Formel-1-Kolumnen schreibe ich nun auch regelmäßig bei motorsport-magazin.com über meine Aktivitäten als Teamchef meines "Bas Leinders Junior Racing Team".

Die Idee, ein eigenes Team zu gründen, schwebte mir schon seit vielen Jahren durch den Kopf. Als ich in der Nissan World Series für das Team Racing Engineering fuhr, habe ich oft mit den Ingenieuren gesprochen. Leider war es zu dem Zeitpunkt noch nicht möglich ein Team zu gründen, vor allem aber, weil das Geld fehlte.

Dann habe ich Andre Herck kennen gelernt. Er war Teamchef eines Teams im Formel-3-Cup und sein Fahrer war sein Sohn Michael. Wir haben über die Möglichkeit gesprochen zusammenzuarbeiten und der große Vorteil ist, dass bereits eine Infrastruktur besteht. Ich bringe meinen Namen in das Team und die Erfahrung. Ich bin mir sicher, dass wir gut zusammenarbeiten werden.

Was für mich gut ist: Ich bin direkt in der Formel 3 Euro Series anwesend. Dort herrschen gute Bedingungen und für Michael wird es im ersten Jahr darauf ankommen zu lernen. In seiner zweiten Saison sollen dann Siege folgen.

Mein Bereich umfasst dabei viele Aufgaben. So habe ich im August den Motorendeal mit Mercedes an Land gezogen, stehe mit dem Verband in Kontakt, der F3 Vereinigung und kümmere mich auch um die Presseangelegenheiten. Diese sind nicht so umfangreich wie in der Formel 1, aber ich versuche unsere Pressearbeit so gut wie möglich zu gestalten. Ich würde mich freuen irgendwann zu schreiben: "Wir haben gewonnen." Das wäre das beste Resultat für uns.

Dann habe ich mich darum gekümmert Mechaniker zu suchen. Mir genügten dabei nur ein oder zwei Telefonate und dann haben mich zig Leute angerufen. Ich habe also keine Anzeigen aufgeben müssen, sondern das hat sich herum gesprochen. Ich kenne die entsprechenden Leute und dann nimmt die Sache automatisch ihren Lauf.

Ich bin nicht direkt in die technische Entwicklung eingebunden, aber an den Rennwochenenden bringe ich meine Erfahrung mit ein, spreche mit den Fahrern und löse etwaige Probleme.

Als Fahrer haben wir bisher Michael Herck unter Vertrag. Wir können ohne Probleme noch ein zweites Auto an den Start bringen, aber dabei kommt es auf das Budget an. Wir versuchen einen Fahrer für die gesamte Saison zu finden - ansonsten ist es auch möglich von Rennen zu Rennen zu schauen. Eine komplette Saison mit Testfahrten kostet zwischen 500.000 und 550.000 Euro. Für ein Rennen ohne Tests sind 40.000 Euro fällig. Insgesamt ist es jedoch am besten einen Fahrer für die gesamte Saison zu finden, denn so hat er einen größeren Einfluss auf die Weiterentwicklung. Allerdings ist es für uns kein Muss einen zweiten Fahrer zu haben. Wir stehen finanziell auf sicheren Beinen, obwohl wir keinen Hauptsponsor haben. Die Autos werden in den Farben der Sponsoren der Fahrer lackiert sein.

Wenn wir zwei Autos an den Start bringen sollten, dann sind wir vor Ort an zehn Leuten. In Hockenheim und am Lausitzring bin ich auf jeden Fall dabei. Was die weiteren Wochenenden betrifft, so steht noch nicht definitiv fest, wann und wo ich sein werde.