Motorsport-Magazin.com - Die Uhr über der Start-Ziel-Gerade auf dem Nürburgring sprang gerade auf "0", als der Belgier Laurens Vanthoor (Dallara F307 Volkswagen) die Ziellinie überquerte und das erste Rennen im Rahmen des ADAC Zurich 24h-Rennen gewann. So musste der Van-Amersfoort-Pilot nicht noch eine weitere Runde um seine neuerworbene Tabellenführung bangen. Auch die zweitplatzierte Rahel Frey (Dallara F307 Mercedes) dürfte in Gedanken ein "Danke schön" an die Rennleitung geschickt haben.
Der Schweizerin hing in den letzten Runden der Österreicher Bernd Herndlhofer im Nacken (Dallara F307 Mercedes). Frey fuhr damit ihr bestes Formel-3-Ergebnis ein und sicherte sich zudem den Zusatzpunkt für die schnellste Rennrunde (1:39.380min). "Sie ist richtig gut gefahren", lobte Herndlhofer nach dem Rennen. "Einmal war ich richtig nah an ihr dran. Aber durch den Windschatten habe ich den Grip auf der Vorderachse verloren." Bester Rookie war der Deutsche Markus Pommer (Dallara F307 Mercedes) auf der vierten Position.
Die Vorentscheidung fiel schon am Start: der zweitplatzierte Niederländer Stef Dusseldorp würgte seinen Motor ab - Vanthoor hingegen kam sehr gut von seinem Startplatz weg. Damit hatte der Belgier schon vor der ersten Kurve einen großen Vorsprung auf Frey. Herndlhofer fuhr von der sechsten Startposition ebenfalls sehr gut los und reihte sich auf der dritten Position ein.
Auch die folgenden Meter wurden turbulent. Eingangs der Mercedes Arena fuhr Dominik Schraml (Arttech F24 OPC-Challenge) auf David Hauser (Dallara F307 Mercedes) auf und rasierte ihm seinen Heckflügel ab. Beide gingen an die Box. Während Schraml weiterfahren konnte, musste Hauser aufgeben. Auch Dusseldorp kam wenig später in der Box an. Er hatte sich in der ersten Runde zusätzlich den Frontflügel beschädigt und gab auf.
Einen besonders harten Kampf lieferten sich Nicolas Marroc (Dallara F307 Mercedes), Adderly Fong (Dallara F307 Volkswagen) und Nico Monien (Dallara F307 Mercedes). In der 14. Runde steuerten die drei nebeneinander die erste Kurve an. Monien zog an Fong vorbei und hätte sich beinahe noch Marroc geschnappt, der allerdings die Tür zuschlug. Eine Runde später war der Franzose aber fällig und Monien siebter. Doch damit war der Kampf nicht vorbei: Marroc und Fong kämpften verbissen um Platz acht und den letzten Punkt. Ein Positionswechsel nach dem anderen folgte - mit dem besseren Ende für Marroc.
Laurens Vanhtoor:
Mein Start war sehr gut. Nach meinem Frühstart in Oschersleben habe ich auch viel geübt. Im Rückspiegel habe ich gesehen, dass mein Teamkollege seinen Motor abgewürgt hatte. So hatte ich in der ersten Kurve schon einen guten Vorsprung. Ich freue mich sehr über den Sieg, da wir bisher kein einfaches Wochenende hatten. Deswegen meinte ich auch zu meinem Team über Funk: Auch wenn es hart ist, wir gewinnen.
Rahel Frey:
Mein Start war ganz okay und ich ging als Zweite in die erste Kurve. Ab dann hieß es, keine Fehler mehr zu machen. Leider habe ich mich selbst unter Druck gesetzt, als ich Herndlhofer im Heckspiegel gesehen habe. Aber ich habe dann darauf geachtet früher zu bremsen und besser aus der Kurve zu kommen, damit er mich auf der Geraden nicht überholen kann.
Bernd Herndlhofer:
Der Start war recht turbulent. Aber ich bin gut weggekommen und lag gleich auf Rang drei. Zu Beginn konnte ich noch mit der Spitze mithalten, aber dann sind mir ein paar Fehler unterlaufen. Am Schluss war ich wieder dran, kam aber nicht vorbei. Ich hatte wirklich gehofft, dass das Rennen noch eine Runde länger dauert.