eSports - Saisonstart in die NES

Kolumne: Erster Lauf für Team RSO in Sebring mit Höhen und Tiefen

Am Sonntag gingen die ersten sechs Stunden für das Team RSO in Sebring über die Bühne. Wie hat sich das Team beim Debüt geschlagen?
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Motorsport-Magazin.com - Mit Spannung und Vorfreude haben wir den Saisonauftakt der NES erwartet und uns entsprechend intensiv darauf vorbereitet. Dabei hat uns unser neues Einsatzfahrzeug, der Mercedes AMG GT3, von Beginn an auf eine harte Probe gestellt. Die vielen mittelschnellen Kurven, gepaart mit brutalen Bodenwellen, die der Sebring International Raceway mit sich bringt, waren für die Setuparbeit eine echte Herausforderung! Insbesondere wenn einem das Fahrzeug selbst noch unbekannt ist, sind präzise Einschätzungen und ein richtiges Gefühl für die Abstimmung schwer; da wünscht man sich eine einfachere Strecke als Sebring.

Dennoch macht die Strecke selbst natürlich wahnsinnig viel Spaß! Sie ist schnell, eng und stellt einen auch fahrerisch durch die vielen Bodenwellen vor knifflige Aufgaben. Zudem lassen einige Kurven, wie beispielsweise die Sunset Bend, mehrere Ideallinien zu. Da wir gerade von Gefühl sprechen: Für SimRacer ist das "Popometer" eine Mischung aus Fühlen, Hören und Sehen. Die Lenkräder, mit denen wir eigentlich alle fahren, haben integrierte Motoren, welche die verschiedensten Erschütterungen aus der Simulation übertragen: Bodenwellen, Kerbs oder ein blockierendes Rad spüren wir über die Hände. Je nach Budget verstärken Vibrationsmotoren an Rennsitzen (sog. Butt-Kicker) dieses Feedback oder simulieren Full-Motion-Hydraulik-Systeme gar die Fliehkräfte. Über den Sound aus dem Spiel lassen sich beispielsweise stehende Reifen, leichte Drifts oder das Überfahren von Bodenwellen hören. Über die Zeit kann man anhand dieser Geräusche die virtuellen Rennwagen stetig an ihr Limit führen. Selbstverständlich zählt aber auch das Auge: Die Bewegungen des Fahrzeugs, richtige Scheitelpunkte, etc. sind eine Sache des Sehens. Aber zurück zu unserem Rennen.

Auch wenn wir unseren Benz schnell einigermaßen gut um den Kurs bewegen konnten, so merkten wir spätestens bei den ersten gemeinsamen Trainingssessions mit der Konkurrenz, dass wir gegenüber den Audis nicht wettbewerbsfähig waren. Uns fehlte rund eine Sekunde pro Runde, die wir über das Setup nicht ausgleichen konnten. Das Qualifying offenbarte dann in aller Deutlichkeit, dass dies allen Mercedes-Teams so erging: Alle zehn Audis starteten vor den sechs gemeldeten AMG, wir von Rang 14!

Wer rettet die Ehre für Mercedes-Benz?

Für uns lautete das Ziel für das Rennen folglich: Ankommen und bester AMG sein. Nach einem vorsichtigen Start lieferten wir uns schnell einen AMG-internen Dreikampf mit dem griechischen Rennstall von Hellenic Racing und dem niederländischen Team DFTBA. Jeder konnte einige Zeit die 'AMG-Klasse' anführen, zur Rennmitte fanden wir uns jedoch wieder innerhalb von einer Sekunde beisammen. Insbesondere unterschiedliche Strategien, unterschiedliches Reifen- und Spritmanagement und natürlich der Überrundungsverkehr sorgten für diese Schwankungen. Faktoren, die ein Langstreckenrennen so unberechenbar und so spannend machen!

Manchmal kann es schnell gehen: Ein Aston Martin verliert das Heck und das Ergebnis sind minutenlange Reparaturen für RSO. - Foto: Dustin Hickmann

Ein weiterer Faktor ist Glück: So verunfallten vor uns beide Konkurrenten und wir erbten kampflos und mit deutlichem Puffer den Rang des besten AMG. Durch weitere Ausfälle der Konkurrenz rutschten wir so bis eine Stunde vor dem Rennende auf einen tollen siebten Klassenrang nach vorne. Ein anderer Faktor ist jedoch auch Pech: Und so erwischte es uns auf tragische Weise selbst. 25 Minuten vor dem Rennende, ‘rollten´ wir einem sehr zufriedenstellenden Ergebnis entgegen, als sich direkt vor uns ein Aston Martin in der Hairpin drehte und traf unsere #97 voll auf die Radaufhängung – das faktische Rennende. Ohne dem Konjunktiv wäre am Ende Klassenrang fünf (!) drin gewesen.

Was sich in der Realität bitter anfühlt, kann man so auch als virtueller Rennfahrer bestens nachempfinden. Was man nun damit anfängt? Wir jedenfalls sind voll motiviert unsere tolle Leistung beim nächsten Lauf in vier Wochen zu wiederholen. Natürlich hoffen wir, dass unser Benz auf dem Circuit of the Americas nicht ganz so unterlegen ist, wie hier in Sebring.

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Herzlichst,
Euer Team RSO #goRSO


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