Die 10 verrücktesten Strafen der DTM-Geschichte - DTM - Motorsport-Magazin.com
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DTM - Die 10 verrücktesten Strafen der DTM-Geschichte

Schieb ihn mit der Wasserflasche raus, Arschloch...

Das Ungarn-Drama brachte nicht zum ersten Mal kuriose Strafen in der DTM hervor. Motorsport-Magazin.com zeigt die Top-10 der verrücktesten Bestrafungen.
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Motorsport-Magazin.com - Großes Drama beim DTM-Rennwochenende in Ungarn! Marco Wittmann und Daniel Juncadella wurden nachträglich disqualifiziert, weil der Unterboden ihrer Autos etwas zu dünn war. BMW und Mercedes haben Berufung gegen die Urteile der Sportkommissare angekündigt. Juncadella würde sein erstes DTM-Podium verlieren, Wittmann die wichtigen Punkte für Platz vier.

Motorsport-Magazin.com hat die 10 verrücktesten Strafen in der Geschichte der Tourenwagenserie zusammengestellt. Von lustig über teuer bis hin zu völlig abgefahren.

1. - Watergate-Affäre am Norisring 2013

Mattias Ekström verlor den Sieg in Nürnberg wegen einer Wasserflasche - kurioser geht es kaum! Ekström wurde ausgerechnet von seinem Vater im Parc fermé unerlaubterweise Wasser in die Hosentasche seines Rennanzug geschüttet. Die Rennkommissare sahen dies als Vergehen gegen die Parc-fermé-Bestimmungen an und nahmen ihn deshalb aus der Wertung. Außerdem musste der Schwede 1.000 Euro Strafe zahlen, weil er das Lenkrad nicht vorschriftsmäßig befestigt hatte.

Audi ging gegen das Urteil in Berufung, scheiterte aber vor dem Sportgericht. Noch kurioser: Es gab überhaupt keinen Sieger am Norisring. Statt den Zweitplatzierten Robert Wickens sowie alle anderen Fahrer um einen Platz aufrücken zu lassen, gewann niemand das Rennen und Wickens streichte 18 statt 25 Punkten für den Sieg ein.

Die Watergate-Affäre rund um Mattias Ekström - Foto: DTM

2. - Sozialdienst-Strafe in Hockenheim 2014

So etwas hatte es in der DTM noch nie zuvor gegeben: Bruno Spengler wurde dazu verdonnert, 3 Stunden gemeinnütziger Arbeit zu vollrichten. Auslöser: Eine Kollision mit Daniel Juncadella. Die Entscheidung im offiziellen Wortlaut: "Der Fahrer wird wegen eines unsportlichen Bremsmanövers zu 3 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Abzuleisten ist die Strafe in Abstimmung mit dem DMSB." Am Ende musste Spengler seine drei Stunden Sozialarbeit im Rahmen eines Treffens von Sportwarten ableisten.

3. - Verrückte Zeitstrafe in Spielberg 2012

So eine Strafe hatte es auch noch nicht gegeben: Bruno Spengler durfte im 1. Training auf dem Red Bull Ring 10 Minuten weniger fahren als seine Kollegen. Er verpasste somit den Start der Session und musste in der Box warten. Der Grund für diese bislang einmalige Bestrafung: Spengler hatte zuvor im Roll-Out eine gezeitete Runde erzielt, was laut Reglement nicht erlaubt ist.

Bruno Spengler wurde in Spielberg zurückgehalten damals... - Foto: BMW AG

4. - Massen-Disqualifikation am Norisring 2016

Sonntagabend, kurz vor dem Anpfiff zum EM-Spiel zwischen Deutschland und der Slowakei - plötzlich wurden fünf Fahrer vom DTM-Rennen des Nachmittags ausgeschlossen. Der Grund: Sie waren nicht zum obligatorischen Wiegen erschienen. Gary Paffett, Daniel Juncadella, Antonio Felix da Costa, Adrien Tambay, Mike Rockenfeller fielen somit aus der Wertung raus.

Kein Zufall, dass keiner der fünf Piloten in die Punkte gefahren war. Mit dem Ausschluss wollte der DMSB hier lediglich einen Denkzettel verpassen, wie Motorsport-Magazin.com weiß. Wäre einer der Fahrer in die Top-10 gefahren, wäre der Fall anders behandelt worden. Wegen der langen Wege am Norisring war es aber nicht das erste Mal, dass ein Fahrer am Ende keine Lust hatte, beim Wiegen zu erscheinen.

5. - Schieb-Ihn-Raus-Affäre in Spielberg 2015

Die ‚Schieb ihn raus´-Affäre rund um Timo Scheider und Audi gehörte zweifellos zu den größten Skandalen der DTM-Geschichte. Infolge des Vorfalls beim Rennen in Spielberg war sogar ein Ermittlungsverfahren gegen Scheider und Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich eingeleitet, allerdings eingestellt worden.

Die Strafe für den Skandal hatte es in sich: Dr. Wolfgang Ullrich wurde der Zutritt zur Boxengasse und der aktive Zugang zum Teamfunk verboten. Scheider erhielt ein Startverbot für das Rennen in Moskau. Außerdem wurden Audi die im zweiten Rennen in Spielberg erzielten 62 Punkte in der DTM-Markenwertung gestrichen. Darüber hinaus wurde eine Geldstrafe in Höhe von 200.000 Euro verhängt.

Timo, schieb ihn raus... - Foto: sportschau.de/Screenshot

6. - Arschloch-Affäre am Norisring 2016

Ein Wort kann manchmal teuer werden. 3.000 Euro musste Christian Vietoris zahlen, nachdem er Unfallgegner Mattias Ekström als das ‚allergrößte Arschloch´ bezeichnet hatte. Durchaus eine deftige Strafe, mit der der DMSB ein Zeichen setzen wollte. Seit dem Saisonbeginn wurden die Fahrer an der langen Leine gelassen, doch hier wurde eine Grenze überschritten.

Tatsächlich gibt es übrigens keinen Schimpfwörter-Katalog, nach dem sich die Strafen richten. Für ein ‚Penner´ oder ‚Idiot´ wäre Vietoris nicht bestraft worden - genauso wenig wie zahlreiche andere Fahrer, die ihre Kollegen in dieser Saison verbal angegangen waren. Die Beschimpfungen werden akzeptiert, müssen aber in einem gewissen Rahmen bleiben. Vor allem, wenn sie mittags im Fernsehen gezeigt werden.

7. - Wehrleins Meister-Strafe in Hockenheim 2015

Pascal Wehrlein sicherte sich beim Saisonfinale in Hockenheim im ersten Rennen vorzeitig die Meisterschaft. Auf der Auslaufrunde ließ er sich von den Fans feiern, bei der Rückfahrt in die Boxengasse hatte er allerdings keine Gurte angelegt. Dafür musste der frisch gebackene Meister 3.000 Euro zahlen.

Kurz darauf beging Wehrlein den nächsten Fehler: Er hielt die Parc-fermé-Regelung nicht ein und begab sich nicht unmittelbar nach dem Aussteigen zum Wiegen - sondern sprang dem Mercedes-Pressesprecher in die Arme. Machte noch mal 2.500 Euro und banges Zittern beim Pressesprecher, der kurzzeitig fürchtete, dass er Wehrlein damit um den Titelgewinn hätte bringen können.

Auf diesem Bild sehen Sie 2.500 Euro Strafe - Foto: Speedpictures

8. - Hastiger Häkkinen in Barcelona 2007

Für einen Crash wurde Mike Häkkinen seinerzeit ordentlich zur Kasse gebeten. 20.000 Euro Strafe bekam er für den Unfall mit Martin Tomczyk aufgebrummt. Eine deftige Bestrafung, doch für Häkkinen kam es noch härter. Weil er die Entscheidung der Rennleitung nicht abwartete, sondern vorzeitig die Strecke verließ, musste er weitere 2.000 Euro zahlen. Eine Strafversetzung um 10 Plätze für das folgende Rennen gab es obendrauf.

9. - Stinkefinger-Affäre am Lausitzring 2013

Immer wieder Bruno, immer wieder Eki! Bruno Spengler lieferte sich am Lausitzring bis zuletzt ein heftiges Rad-an-Rad-Duell mit Mattias Ekström. Beim harten Kampf bis zur Ziellinie wurde es dem BMW-Piloten irgendwann zu bunt - er zeigte Ekström aus dem Auto heraus den Mittelfinger. Für den Stinkefinger wurde Spengler mit 1.000 Euro Strafe zur Kasse gebeten. Rivale Ekström damals: "Das zahlt der doch aus der Portokasse."

10. - Handshake am Lausitzring 2012

Keine direkte Strafe, aber unsäglich genug, um in dieser Auflistung auftauchen zu müssen. Bruno Spengler und Ralf Schumacher kollidierten beim Saisonstart in Hockenheim. Der BMW-Pilot war fuchsteufelswild und sagte: "Wenn ich Ralf sehe, werde ich ihm ein paar Worte sagen! Das war eine Harakiri-Aktion. Er hat uns damit unser Rennen kaputt gemacht."

In dieser turbulenten Zeit nach dem BMW-Einstieg wurden solche Szenen überhaupt nicht gern gesehen. Folge: In der Lausitz wurden Spengler und Schumacher quasi dazu verdonnert, ein Handshake-Foto in der BMW-Hospitality zu machen, um zu zeigen, dass alles in Butter sei. Wohl eines der unrühmlichsten Bilder in der Geschichte der Tourenwagenserie...

Spengler und Schumacher: Ziemlich beste Freunde - Foto: BMW AG

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