DTM - Audi wieder erstarkt: Nur Wittmann stört

Nur der Rennsieg zählt

Nachdem Titel-Kandidat Mattias Ekström auf dem Nürburgring gepatzt hat, zählt für Audi nur der Rennsieg. Die Chancen stehen nicht schlecht.

Motorsport-Magazin.com - So schnell kann sich das Blatt wenden. Auf dem Red Bull Ring schaffte es im Qualifying nur ein Audi-Pilot unter die besten 13, auf dem Nürburgring fuhren sieben Ingolstädter Piloten in die Top-11. Doch gewonnen ist für Audi noch lange nichts, denn immerhin wartet man seit mehr als einem Jahr auf den ersten Sieg. So gute Karten wie an diesem Wochenende hatte man aber schon lange nicht mehr, wenn da nur nicht dieser Marco Wittmann wäre. "Der könnte sich aktuell wohl auch rückwärts ins Auto setzen und wäre schnell", mutmaßt Timo Scheider.

Edoardo Mortara führt die Audi-Meute an - Foto: DTM

Scheider war einer von fünf Audi-Piloten, die es im heutigen Qualifying in die ersten drei Startreihen schafften. Dabei begann der Tag für ihn gar nicht gut: "Heute Morgen war ich im Regen relativ weit weg, das konnten wir uns nicht erklären. Das Gegenteil war dann im zweiten Training der Fall, da waren wir im Trockenen wie im Nassen vorne dabei", so Scheider über seinen Tag, der im Qualifying auf Platz fünf endete.

Warum es innerhalb von nur zwei Wochen so extreme Unterschiede gibt, kann sich Scheider nicht wirklich erklären. "Wir arbeiten genau so wie früher. Manchmal trifft man den Punkt einfach eher und hat schneller das finale Setup. Auch der Charakter der Strecken unterscheidet sich", sagt Scheider. Bei Audi sieht er zudem einen ganz klaren Vorteil: "Wir haben den stärksten Fahrerkader. Wenn das Auto dann mal funktioniert, sollten es auch gleich alle hinbekommen." Genau das war heute auf dem Nürburgring der Fall.

Audi hofft auf starke Rennpace

Besonders glücklich war Edoardo Mortara, der zum ersten Mal seit 2012 wieder in der ersten Startreihe steht. Ein heißer Kandidat auf den Sieg ist auch Jamie Green, der nach seiner tollen Vorstellung in Spielberg nun sogar zwei Plätze weiter vorne startet. "Wenn man fünf Autos in den Top-6 hat, ist das eine gute Sache", konnte Green im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com festhalten. "Ich bin zwar nicht der schnellste Audi-Fharer, aber ich kann mich auch nicht beschweren."

Ich habe schon einige Rennen vom vierten Startplatz gewonnen. Für uns ist jedenfalls alles möglich.
Jamie Green

Für das Rennen sieht sich Green jedenfalls in einer guten Position, sofern man denn den übermächtigen Green knacken kann. "Ich habe schon einige Rennen vom vierten Startplatz gewonnen. Im letzten Rennen bin ich als Sechster gestartet und habe in der Spitzengruppe mitgekämpft. Für uns ist jedenfalls alles möglich." Ähnlich sieht es auch Scheider, der die Audi-Durststrecke endlich beenden will. "Es wäre eine schöne Scheiße, wenn es wieder nicht klappt. Aber man kann nichts erzwingen. Aber man muss auch sagen, dass wir dort vorne viele Autos stehen haben, die das Zeug für einen Podestplatz und auch den Rennsieg haben."

Teamleistung als Schlüssel zum Erfolg?

Die starke Teamleistung könnte man Ende der Schlüssel zum Erfolg sein. Mit gleich fünf Autos kann man Wittmann an der Spitze allein strategisch gehörig unter Druck setzen. "Wir werden morgen jedenfalls alles daran setzen, Marco Wittmann doch ein wenig unter Druck zu setzen und den einen oder anderen Audi an ihm vorbei zu schieben", so die Kampfansage von Dieter Gass, Leiter DTM bei Audi. "Von der Papierform her haben wir jedenfalls gute Chancen auf den Sieg, wobei hier schon alles passiert ist und wir nicht nachlässig werden dürfen."

Mike Rockenfeller holte 2013 in Moskau den letzten Audi-Sieg - Foto: Audi

Von Gass gibt es jedenfalls eine klare Vorgabe an die Spitzenfahrer: "Wir sollten den Hauptfokus darauf legen, das Rennen zu gewinnen. Alles was wir zusätzlich erreichen können, werden wir versuchen." Dazu zählt unter anderem, den in der Meisterschaft am besten platzierten Audi-Pilot nach vorne zu bringen. "Allerdings kämpft er dahinten ziemlich allein gegen die anderen Hersteller. Unter anderem so, wie es Wittmann ganz vorne macht. Er muss erst einmal sehen, dass er alleine nach vorne kommt."

Realistisch gesehen ist der Meisterschaftszug für Ekström aber ohnehin schon abgefahren. Statt schwedischer Enttäuschung gibt es bei Audi stattdessen Optimismus an allen Ecken und Enden, was denn ersten Sieg der Saison angeht. "Im Rennen sind wir traditionell stärker als im Qualifying, deshalb bin ich recht zuversichtlich, dass es einer unserer fünf Jungs morgen schaffen kann, am Ende ganz oben auf dem Podium zu stehen", so das Schlusswort von Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich.


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