DTM - Spielberg: Die Audi-Stimmen nach dem Rennen

Auf den ersten Blick Schadensbegrenzung

Auch in Spielberg sollte es nicht mit dem ersten Saisonsieg klappen, Jamie Green musste die Führung abgeben. Die Stimmen der Audi-Piloten.

Motorsport-Magazin.com - Dr. Wolfgang Ullrich (Audi-Motorsportchef): "Es ist toll, dass heuer noch mehr Zuschauer zum Red Bull Ring gekommen sind als im vergangenen Jahr. Das spricht für die Popularität der DTM in Österreich. Ich denke auch, dass es keiner bereut hat, hierher zu kommen, denn die Fans haben ein turbulentes DTM-Rennen gesehen. Auch unsere Fahrer haben ihren Teil dazu beigetragen und angesichts des gestrigen Qualifyings sind vier Audi in den Top acht ein ordentliches Ergebnis."

Jamie hat sich selbst um die Chance gebracht, um das Podium mitzukämpfen.
Dieter Gass

Dieter Gass (Leiter DTM): "Auf den ersten Blick sieht das Ergebnis wie eine Schadensbegrenzung aus. Wenn man uns gestern nach dem Qualifying-Ergebnis gesagt hätte, dass wir heute vier Audi in den Punkten haben, wären wir relativ zufrieden gewesen. Aber bei Jamie Green wäre definitiv mehr möglich gewesen. Es hat ein Kommunikationsproblem zwischen ihm und dem Team gegeben und er ist eine Runde zu viel auf Optionsreifen gefahren. Jamie hat sich so selbst um die Chance gebracht, um das Podium mitzukämpfen. In der Lage wäre er dazu auf jeden Fall gewesen."

Timo Scheider, Platz 5: "Nach einem schwierigen Samstag hatte ich zumindest einen positiven Effekt - dass ich mit der gleichen Zeit wie Gary Paffett weitergekommen bin: Das habe ich als Glück gewertet. Im Rennen von Platz 14 auf fünf vorzufahren ist ein tolles Gefühl für mich und die Truppe. Wir hatten in den ersten fünf Rennen genügend Ärger und Probleme. Ich hoffe, dass wir das jetzt herumdrehen können und das Glück in der zweiten Saisonhälfte auf unserer Seite ist."

Timo Scheider hofft auf eine dauerhafte Trendwende. - Foto: DTM

Adrien Tambay, Platz 6: "Es war eines meiner besten Rennen. Ich hatte von Startplatz 20 nicht viel erwartet, auch nicht mit dem Start auf Optionsreifen. Es war ein hartes Rennen, mein Auto war sehr gut und wirklich schnell. Wie haben keine Fehler gemacht und einige Autos überholt. Auch unser Boxenstopp war toll. Vielen Dank an das gesamte Team, denn wir haben aus einer schwierigen Situation ein gutes Resultat herausgeholt."

Mattias Ekström, Platz 7: "Einige Punkte sind immer gut. Aber ich bin schon etwas enttäuscht. Wir hatten heute zu wenig Pace im Rennen - das allein zählt."

Jamie Green, Platz 8: "Es war sehr enttäuschend, eine Durchfahrtsstrafe bekommen zu haben, die hier ungefähr 16 Sekunden kostet. Das hat mich aus dem Kampf um eine Top-Position geworfen. Ich bin am Ende noch Achter geworden, es ist gut, noch Punkte geholt zu haben. Ich habe um den Sieg gekämpft, bin eine Runde zu viel auf Optionsreifen gefahren - ich habe den Preis dafür gezahlt."

Miguel Molina, Platz 11: "Ich denke, wir sind ein gutes Rennen gefahren. Auf jeden Fall wäre es aber die bessere Wahl gewesen, das Rennen mit den Optionsreifen zu beginnen. Ich konnte zu Beginn ein paar Autos überholen - das war das Wichtigste. Wir müssen nun hart weiterarbeiten und verstehen, was gestern im Qualifying passiert ist. Dann wird es auch beim nächsten Rennen auf dem Nürburgring wieder besser laufen. Mit Rang elf haben wir hier die Punkte knapp verpasst. Aber wie gesagt: Es gilt, weiter hart zu arbeiten."

Mike Rockenfeller erlebte ein frustrierendes Wochenende. - Foto: DTM

Mike Rockenfeller, Platz 13: "Ein sehr frustrierendes Wochenende. Das begann bereits im Qualifying, dort hätte ich mehr herausholen können. Dann versucht man, mit der Strategie ein bisschen zu pokern, wir sind mit Standardreifen losgefahren und haben gehofft, dass das Safety-Car kommt, aber es kam nicht. Ich habe im Rennen viel Zeit mit Félix da Costa verloren, der alle aufgehalten hat und mich auf die Wiese gedrückt hat. Das fand ich nicht so clever von ihm. Am Ende hatte ich eine gute Pace, aber das hilft auch nicht, wenn man am Anfang so viel verloren hat. Wir müssen schauen, dass wir am Nürburgring das Qualifying wieder gut hinbekommen."

Edoardo Mortara, Platz 16: "Es war ein schwieriges Rennen. Ich bin enttäuscht, denn speziell vor diesem Rennwochenende war ich optimistisch. Wir waren während des gesamten Wochenendes zu langsam. Und es gab besondere Entscheidungen der Rennleitung ..."

Nico Müller, Platz 19: "Die Strategie war eigentlich richtig gut. Die Pace war auf beiden Reifentypen da. Das einzige Problem war der Start. Da war ich nicht so zuversichtlich, weil wir ein Problem mit der Kupplung hatten - dadurch habe ich direkt ein paar Plätze verloren. Aber danach ging es richtig gut vorwärts. Bis ich dann eine Durchfahrtsstrafe bekommen habe, weil ich angeblich unter Gelb zu schnell gefahren sein soll. Obwohl ich dafür überhaupt keinen Grund sehe: Ich bin komplett vom Gas. Aber weil ich in der Runde zuvor in diesem Sektor zwei Autos überholt hatte, war ich dann unter Gelb wohl keine halbe Sekunde langsamer. Nach der Strafe war das Rennen für mich quasi zu Ende. Ob die Strafe so Sinn macht oder nicht, sei dahingestellt. Punkte wären drin gewesen heute. Am Ende stand ich da, wo ich losgefahren bin: Ich bin enttäuscht!"

Nico Müller haderte mit seiner Durchfahrtsstrafe. - Foto: DTM

Hans-Jürgen Abt (Teamchef Audi Sport Team Abt Sportsline): "Es war ein schwieriges Rennen. Die Ausgangsposition war schlecht. Wir konnten mit unseren Optionsreifen nicht mehr aufholen und sind trotzdem zufrieden, dass wir mit zwei Autos in die Top Ten gefahren sind. Wir müssen jetzt analysieren und daran arbeiten, im Qualifying eine bessere Pace zu haben, um in den nächsten Rennen wieder besser zu werden."

Ernst Moser (Teamchef Audi Sport Team Phoenix): "Von den Startplätzen 14 und 17 beide Autos auf die Plätze fünf und 13 zu bringen, war nicht so schlecht. Wir haben beide Strategien versucht: Mit Optionsreifen und mit Standardreifen zu starten. Im Endeffekt waren Optionsreifen zum Start die richtige Wahl, wenn man sieht, wo Timo (Scheider) gelandet ist. Bei ‚Rocky' (Mike Rockenfeller) war anfangs der Wurm drin, wir haben so viele Plätze und Zeit verloren, das konnte man zum Ende nicht mehr aufholen, obwohl er noch die schnellste Rennrunde gefahren ist. Ich freue mich für Timo, dass der Knoten hier geplatzt ist und er bester Audi-Fahrer war."

Arno Zensen (Teamchef Audi Sport Team Rosberg): "Es war schade. Wir hatten eigentlich eine gute Ausgangsposition mit Platz sechs im Qualifying. Nico (Müller) hatte ein Problem mit der Kupplung, das hat sein Selbstvertrauen nicht gerade gestärkt. Er war nach dem Start weit hinten. Dann hat er eine Durchfahrtstrafe bekommen. Es war schwierig für ihn, mit Optionsreifen unter Gelb so langsam zu fahren. Wir müssen uns noch genau anschauen, ob das gerechtfertigt war. Jamie (Green) ist ein gutes Rennen gefahren. Kurz vor dem Boxenstopp gab es Kommunikationsprobleme, deshalb sind wir eine Runde zu spät hereingekommen, dafür hat er die Durchfahrtsstrafe bekommen - das war sehr schade."


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