DTM - Gegner servieren Wittmann Sieg in Spielberg

Nur BMW zählte richtig

Marco Wittmann siegt, BMW strahlt: Vierfachtriumph in einem Rennen, in dem Audi sich verkommunizierte und Mercedes seinen Fahrer ins offene Messer schickte.
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Motorsport-Magazin.com - So leicht wie BMW es am Red Bull Ring gemacht wurde, dürfte in der DTM selten vorgekommen sein: Robert Wickens wurde eine Durchfahrtsstrafe nicht rechtzeitig mitgeteilt, Jamie Green verstand den Boxenfunk nicht richtig und blieb eine Runde zu lange auf Optionsreifen draußen. BMW räumte ab - Marco Wittmann bekam den Sieg geschenkt, Augusto Farfus wurde Zweiter, Timo Glock Dritter und Martin Tomczyk Vierter. Timo Scheider war bester Nicht-BMW auf Rang fünf.

Bärenstarker Kampf zwischen Wickens und Farfus

Den Start entschied Wickens für sich und erarbeitete sich schnell eine Führung vor Glock und Farfus. Doch Glock konnte das Tempo auf dem Option-Reifen anfangs nicht gehen und musste Farfus alsbald passieren lassen. Verlierer des Starts war Wittmann: Von Platz vier ging es in der ersten Runde drei Positionen hinter Wehrlein, Green und den sensationell gestarteten Tomczyk zurück. Letzteren konnte er schnell hinter sich lassen, blieb dann aber zunächst an Green hängen.

Einmal Glocks entledigt machte Farfus direkt Druck auf den führenden Wickens. Zunächst hinderte ihn eine gelbe Flagge am DRS-Einsatz, weil Antonio Felix da Costa seinen MTEK-M4 mit technischem Defekt abstellen musste. Farfus machte aus der Not eine Tugend und setzte sich in den beiden Linkskurven neben Wickens. Es folgte eine Sternstunde harten, aber fairen Motorsports: Der Kanadier und der Brasilianer duellierten sich über mehrere Kurven Seite an Seite, Wickens blieb aber noch einmal vorne.

Green kam zu spät an die Box, weil die Kommunikation nicht stimmte - Foto: DTM

Alles rechnete mit weiteren Angriffen des BMW-Piloten, zur allgemeinen Überraschung aber blieb der RBM-Pilot bis zum Boxenstopp hinter dem Mercedes, während alle anderen dahinter bis hin zu Timo Scheider auf P8 den Anschluss an die Spitze herstellten. Daher versuchte es BMW mit einem Undercut: Im Glauben, ein frischerer harter Reifen sei schneller als ein gebrauchter weicher holte man Farfus schon nach 19 Runden rein, während alle anderen die Maximaldistanz von 22 Runden auf dem weichen Reifen absolvierten - nun ja, fast alle, wie sich zeigen sollte.

BMW-Konkurrenz eliminiert sich

Und tatsächlich: Während in der Boxengasse sechs Fahrzeuge auf einmal abgefertigt wurden, gaste Farfus an und konnte sich hauchdünn in einem knallharten Kampf gegen Wickens durchsetzen, als dieser aus der Box heraus wieder auf die Strecke fuhr. Während in der Rennleitung über einen Unsafe Release von Wickens diskutiert wurde, blieb Jamie Green noch eine Runde länger draußen und übernahm die Führung. Doch das Reglement schreibt maximal 22 Runden auf dem Option vor - doch Green entschied sich gegen die Ansage am Funk und fuhr einen 23. Umlauf auf Options. Ergebnis: Durchfahrtsstrafe.

Es dauerte nicht lang, da schlug der Blitz bei Mercedes ein: Erst schied Pascal Wehrlein mit Lenkungsproblemen infolge einer Kollision in der Boxengasse mit Wittmann aus, dann bekam Robert Wickens eine Durchfahrtsstrafe für einen Unsafe Release aufgebrummt. Dieser zierte sich aber, diese anzutreten, da sein Team ihn nicht informierte, und bekam daher eine schwarze Flagge aufgebrummt. Sein Team teilte ihm diese aber auch nicht mit und hielt Wickens draußen. Dieser holte sich erst spektakulär die Führung zurück und setzte sich an der Spitze ab - und wurde von der schwarzen Flagge völlig überrascht. Komplett überwältigt und mehr als frustriert driftete er spektakulär an die Box und lief sofort verzweifelt zum Kommandostand.

Mercedes teilte Robert Wickens die Durchfahrtsstrafe nicht mit - Unfähigkeit oder Renitenz? - Foto: DTM

Dies ließ ein BMW-Viererpaket an der Spitze zurück: Marco Wittmann wurde von den Markenkollegen vorgelassen und übernahm nach der Disqualifikation von Wickens die Führung vor Farfus, Glock, Tomczyk und Scheider, der noch Anschluss an das München-Quartett hatte, aber in keine Angriffs-Position kam. Die einzige Gefahr drohte nun noch durch Christian Vietoris, der im zweiten Stint auf Optionsreifen unterwegs war. Dieser blieb aber im Verkehr stecken und konnte die Top-5 nicht mehr gefährden. Hinter Scheider folgten mit Tambay, Ekström und Green drei weitere Audi; Christian Vietoris und Bruno Spengler komplettierten die Punkteränge.

Eine ganze Reihe von Fahrern wurde für Missachten der von Felix da Costa ausgelösten gelben Flagge bestraft: Nico Müller, Joey Hand, Daniel Juncadella, Maxime Martin und Edo Mortara bekamen allesamt eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt.


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