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DTM - Moskau: Die sechs Antworten zum Rennen

Premieren-Sieg und Audi-Chaos

Auf dem Moscow Raceway war die Hölle los. Motorsport-Magazin.com hat den Durchblick behalten und liefert die Antworten zum fünften Saisonrennen.
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Was war an Martins Sieg so besonders?

Belgische Erfolge in der DTM stellen eine absolute Seltenheit dar. Zwar gewann Eric van der Poele 1987 die Meisterschaft, jedoch beendete er im gesamten Saisonverlauf kein Rennen als Erster, sondern überzeugte durch Konstanz. Somit war Maxime Martins Triumph auf dem Moscow Raceway der erste Rennsieg eines Belgiers in der 30-jährigen Geschichte der DTM. "Ich kann es noch gar nicht richtig fassen", realisierte der BMW-Pilot seinen historischen Erfolg zunächst selbst nicht so recht.

Timo Scheider löste die erste Safety-Car-Phase aus - Foto: Audi

Warum kam das Safety Car zum Einsatz?

Zwei Mal wurde das Safety Car auf dem Moscow Raceway auf den Plan gerufen. Erstmalig wurde Rennen in der 24. Runde neutralisiert, weil Timo Scheider seinen Audi nach einem Problem mit der Benzinzufuhr auf der Start-Ziel-Geraden abgestellt hatte. Nach vier Runden wurde das Rennen wieder aufgenommen, allerdings nicht für lange Zeit. Unmittelbar nach dem Restart kollidierten die Audi-Piloten Mike Rockenfeller und Adrien Tambay, womit für beide das Rennen gelaufen war und das Safety Car neuerlich ausrücken musste.

Welche Auswirkung hatte das Safety Car auf die Boxenstopps?

Das DTM-Reglement besagt, dass die Piloten die weichen Reifen lediglich maximal über die halbe Renndistanz verwenden dürfen. Weil das Safety Car jedoch ausgerechnet in der 24. von 48 Runden auf die Strecke kam und Boxenstopps verboten sind, wenn das Sicherheitsfahrzeug im Einsatz ist, gerieten einigen Fahrer gehörig ins Hintertreffen.

Die Boyenstopps wurden zum Glücksspiel - Foto: DTM

Während es den an der Spitze liegenden Maxime Martin, Bruno Spengler, Adrien Tambay und Timo Glock gerade noch rechtzeitig gelang, die Boxen anzulaufen, ehe sich das Safety Car auf der Strecke befand, hatten andere Fahrer weniger Glück. So konnten unter anderem Augusto Farfus und Miguel Molina erst in der 35. Runde, nach dem Ende der zweiten Safety-Car-Phase, stoppen, was sie aller Chancen auf ein Spitzenergebnis beraubte, da das Feld an ihnen vorbeizog.

Was ging bei Audi schief?

So ziemlich alles. In Moskau fielen mit Adrien Tambay, Mike Rockenfeller, Jamie Green und Timo Scheider gleich vier Audi-Piloten aus. Vor allem die Ausfälle von Rockenfeller und Tambay schmerzten mit Blick auf die Meisterschaft. Schlimmer noch: Die Audis schossen sich in Russland gegenseitig von der Strecke! Rockenfeller räumte Tambay nach dem Re-Start der zweiten Safety-Car-Phase ab - dabei hätten die beiden ums Podium mitfahren können. Für Green war schon nach der ersten Runde Schluss, nachdem der Brite Edoardo Mortara erwischt hatte.

Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht, um dieses Rennen gewinnen zu können
Dieter Gass

Nur Scheider konnte nichts für seinen Ausfall, der zweifache Champion rollte mit einem technischen Problem auf der Start/Ziel-Geraden aus - der Auslöser für die erste Safety-Car-Phase des Rennens. "Die Zielsetzung war klar, dass wir hier gewinnen wollten. Das haben wir relativ deutlich verfehlt", war Audis DTM-Leiter Dieter Gass anschließend ziemlich angefressen. "Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht, um dieses Rennen gewinnen zu können."

Zustimmung gab es von Boss Wolfgang Ullrich: "Wir sehen es natürlich gar nicht gerne, wenn sich zwei Audi-Piloten gegenseitig aus dem Rennen reißen. Heute ist das gleich zweimal passiert. Es war in beiden Fällen keine Absicht, trotzdem darf es nicht vorkommen."

Warum fiel Timo Glock am Ende des Rennens zurück?

Bis wenige Runden vor dem Ende des Rennens sah es so aus, als könnte Timo Glock seinen ersten Podiumsplatz der Saison erzielen. Der BMW-Pilot lag auf dem dritten Zwischenrang und hielt Kontakt zum vor ihm fahrenden Bruno Spengler. Doch massiv abfallender Benzindruck hatte zur Folge, dass Glock zurückfiel und nur Sechster wurde. "Das hat sich bereits nach der Safety-Car-Phase angekündigt, und ich habe gemerkt, dass der Motor nicht mehr den Sprit bekommt, den er braucht", schilderte er. "Am Ende habe ich mit stumpfen Waffen gekämpft. Es ist schmerzhaft, denn ein Dreifachsieg für BMW wäre in greifbarer Nähe gewesen."

Für Mercedes läuft es weiterhin suboptimal - Foto: DTM

Warum war Mercedes so viel schwächer als am Norisring?

Vor zwei Wochen feierte Mercedes auf dem Norisring durch Robert Wickens noch einen viel umjubelten Sieg, in Moskau stellten hingegen die Plätze sieben und acht das Höchste der Gefühle dar. Das AMG C-Coupé ist auf "normalen" Strecken weiterhin nur bedingt konkurrenzfähig und bis sich das ändert, wird noch einige Zeit ins Land ziehen. Zwar dürfen die Stuttgarter ihr Auto dank Ausnahmegenehmigung weiterentwickeln und noch einmal homologieren lassen, der verbesserte Bolide wird aber vermutlich frühestens im Herbst zum Einsatz kommen. So wird Mercedes auch beim kommenden Lauf auf dem Red Bull Ring mit dem schwächelnden C-Coupé gegen die starke Konkurrenz ankämpfen müssen.


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