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DTM - Halbzeit-Bilanz: Die Titel-Favoriten

Einer sticht heraus

Halbzeit in der DTM: Zeit für den ersten Meisterschafts-Check. Motorsport-Magazin.com stellt die Fahrer mit den besten Chancen auf den Titelgewinn 2014 vor.
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Motorsport-Magazin.com - Halbzeit in der DTM! Fünf von zehn Rennen der Saison 2014 hat die Tourenwagenserie nun absolviert. Angesichts des überschaubaren Rennkalenders kristallisieren sich zur Saisonmitte schon die ersten Titelanwärter heraus. Motorsport-Magazin.com gibt einen Überblick, wie es momentan in der Gesamtwertung aussieht und welche Fahrer die besten Chancen auf den Titelgewinn haben.

Marco Wittmann, Platz 1: Der Konstante

Marco Wittmann: Platz 1, 70 Punkte - Foto: BMW AG

Der BMW-Youngster führt die Gesamtwertung weiter an. Aktuell hat Wittmann 70 Punkte auf dem Konto und damit 20 Zähler Vorsprung auf den Zweitplatzierten Mattias Ekström. Wittmann - das bedeutet Konstanz. In vier von fünf Rennen konnte der Titelanwärter punkten, und das zumeist ordentlich. In Moskau brachte der vierte Platz weitere wertvolle Punkte ein. "Der ist auf dem besten Wege zum Titel", befand DTM-Experte Norbert Haug.

"In der Anfangsphase stand ich ganz schön unter Beschuss", sagte Wittmann nach dem Russland-Lauf. "Deshalb ging es für mich darum, sauber und ohne Fehler durchzukommen. Das hat funktioniert. Platz vier ist ein super Resultat." Wittmann weiß: Siege allein reichen nicht aus für den Titelgewinn, bei nur zehn Rennen im Jahr kann jeder Ausfall fatal sein. Bislang agierte er clever und münzte gute Qualifying-Ergebnisse in Punkte um. Zudem: Kein anderer Fahrer hat dieses Jahr schon zwei Rennen gewonnen.

Mattias Ekström, Platz 2: Das Aufhol-Tier

Mattias Ekström: Platz 2, 50 Punkte - Foto: Audi AG

Der DTM-Veteran will es auf seine alten Tag noch einmal wissen und greift nach seinem dritten Titelgewinn in der Tourenwagenserie. Aktuell hat der Schwede 50 Punkte auf dem Meisterschaftskonto - 20 weniger als Wittmann. Für einen Sieg reichte es in dieser Saison noch nicht, doch kein anderer Pilot fuhr so häufig auf das Podium wie Ekström. Platz zwei in Hockenheim und zuletzt zwei dritte Plätze am Norisring und in Moskau spülten ihn in der Gesamtwertung auf den zweiten Platz.

Beeindruckend vor allem, wie der Audi-Pilot seine letzten beiden Podestplätze erzielte. In Nürnberg machte er von Startplatz 12 - nach einer Strafe wegen Blockierens zurückversetzt - ganze 9 Positionen gut. Ähnlich diesmal in Moskau, als er von Platz 11 bis aufs Podest fuhr. Das ergibt zusammen 17 Positionsgewinne innerhalb von zwei Rennen. "Volle Attacke ist immer angesagt", so Ekström nach dem Russland-Rennen. "Die Frage ist nur, wie weit man nach vorn kommen kann. Jetzt ist Halbzeit, aber Audi hat noch immer keinen Sieg geholt. Ich würde gern noch ein Rennen gewinnen, denn langsam wird es zäh ohne einen großen Pokal."

Bruno Spengler, Platz 3: Der Lauernde

Bruno Spengler: Platz 3, 41 Punkte - Foto: BMW AG

Spengler weiß, wie man Titel gewinnt. Nach unzähligen Anläufen gelang ihm 2012 bei der Rückkehr von BMW der große Coup. Auch dieses Jahr zählt der Kanadier zu den Mit-Favoriten, aktuell belegt er den dritten Platz mit 41 Punkten. Bei 29 Zählern Rückstand auf Markenkollege Wittmann wird es allerdings schon schwierig, aus eigener Kraft die Meisterschaft zu gewinnen. Ein Rennen gewinnen konnte Spengler dieses Jahr noch nicht, und zwei Ausfälle in Oschersleben und Nürnberg taten weh im Hinblick auf den Titelkampf.

"In Oschersleben hatte ich viel Pech, da hätte ich einen Podestplatz holen können", ärgerte sich Spengler über die Safety-Car-Phasen, die ihn in diesem Regen-Rennen zurückwarfen. Über einen möglichen Meisterschaftssieg wollte er noch nicht sprechen. "Dafür ist es noch zu früh", sagte Spengler. "Bevor wir an die Meisterschaft denken, müssen wir schauen, dass wir bei jedem Rennen das richtige Setup finden und uns steigern. Am Ende des Jahres sehen wir dann, ob es reicht."

Edoardo Mortara, Platz 4: Der Außenseiter

Edoardo Mortara: Platz 4, 41 Punkte - Foto: DTM

Der Audi-Pilot hat sich im bisherigen Saisonverlauf fast schon heimlich in der Spitzengruppe etabliert. Heimlich, weil er erst ein einziges Mal auf Podium stand, Platz drei in Oschersleben. Doch die beiden vierten Plätze in Ungarn und Nürnberg spülten Mortara in der Meisterschaft weit nach vorn. Aktuell hat er wie Spengler 41 Punkte auf dem Konto und muss auf Wittmanns Pech hoffen, um eine Chance auf den Titel zu haben.

In Russland lief es nicht nach Plan: nur Platz zwölf im Qualifying, am Ende reicht es nur zu P9 im Rennen. Möglicherweise wären mehr Punkte drin gewesen, doch nach einem frühen Zusammenprall mit Markenkollege Jamie Green wurde es schwierig. "Ich war innen mit den Optionsreifen, und ich glaube, er hat mich nicht gesehen", so Mortara. "Mehr war nicht drin als die zwei Punkte. Schade, ein weiteres Rennen bei dem wir vorn dabei hätten sein können."

Mike Rockenfeller, Platz 5: Der Titelverteidiger

Mike Rockenfeller: Platz 5, 35 Punkte - Foto: Audi AG

Die Saison hatte für Mike Rockenfeller so gut begonnen. Nach zwei Rennen und zwei Podestplätzen führte der Titelverteidiger die Gesamtwertung knapp vor Wittmann an. Doch während der BMW-Pilot weiter konstant punktete, fiel Rockenfeller kontinuierlich zurück. In den vergangenen drei Rennen holte er insgesamt nur fünf Zähler - zu wenig für einen Gewinn der Meisterschaft. Das war übrigens zuletzt seinem jetzigen Teamkollegen Timo Scheider 2008 und 2009 gelungen. In Russland war für Rocky, den frisch gebackenen Vater, sogar ein Podestplatz möglich, doch sein Unfall mit Adrien Tambay kurz nach der zweiten Safety-Car-Phase machte alles zunichte.

Nach dem ärgerlichen Ausfall in Moskau dürfte Rockenfeller schon gewusst haben, dass der Titelzug größtenteils abgefahren ist. 35 Punkte hat er aktuell - halb so viele wie der Führende Wittmann. Rockenfeller konnte seinen Fehler nicht fassen, stand minutenlang neben seinem zerstörten Auto und hielt die Hände vors Gesicht - in Russland dürfte der Traum von der Titelverteidigung vorzeitig geplatzt sein.


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