DTM - Mercedes: Schadensbegrenzung statt Debakel

Wie geht es jetzt weiter?

Die drohende Kollektiv-Klatsche blieb Mercedes in Moskau erspart. Zwei Junioren retten die Ehre der Sternfahrer. Vietoris: Das beste Rennen meiner Karriere.
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Motorsport-Magazin.com - Ein Debakel hatte sich angedroht, am Ende wurde es Schadensbegrenzung. Mercedes feierte beim DTM-Rennen in Moskau ein versöhnliches Ergebnis. Mit Christian Vietoris und Pascal Wehrlein schafften immerhin zwei Mercedes-Piloten den Sprung in die Top-8. Der Moskau Raceway zeigte eindeutig, dass das Mercedes AMG C-Coupé weiter nicht konkurrenzfähig ist auf 'normalen' Rennstrecken, doch der völlige Untergang blieb aus.

Vietoris war nach seinem siebten Platz geradezu euphorisch. "Ich bin heute das wohl beste Rennen meiner bisherigen DTM-Karriere gefahren", sagte der Gönnersdorfer. "Wir befinden uns derzeit in keiner einfachen Situation, deshalb müssen wir das absolute Maximum herausholen. Das ist uns heute gelungen, auch dank der tollen Arbeit meines Teams." Vietoris war vom 21. Startplatz ins Rennen gegangen und profitierte von den beiden Safety-Car-Phasen im Rennen.

Platz sieben für Chris Vieotris in Moskau - Foto: DTM

Wehrlein tankt sich durch

Auf den Option-Reifen konnte er sich zunächst ordentlich nach vorn arbeiten und am Ende blieb für die Konkurrenz schlichtweg nicht mehr genügend Zeit, ihrerseits den Vorteil der schnellen Option-Mischung auszuspielen. Ähnlich erging es Wehrlein, der vom 19. Platz ebenfalls auf den Option-Reifen gestartet war.

"Der Abstand zwischen den Option- und den Prime-Reifen war diesmal nicht so groß", sagte Wehrlein zwar. "Aus diesem Grund war es zu Rennbeginn schwierig, andere Autos zu überholen. Mein Option-Run war dennoch sehr zufriedenstellend. Ich hatte auch etwas Glück. Das Safety Car ging für mich genau zum richtigen Zeitpunkt auf die Strecke."

Pascal Wehrlein punktet zum zweiten Mal in Folge - Foto: DTM

Paffett ärgert sich über Reifenwahl

Während Vietoris und Wehrlein von ihrer Reifenwahl profitieren konnten, ging bei Speerspitze Gary Paffett nicht viel nach vorn. Der britische DTM-Veteran kam beim fünften Rennen des Jahres nicht über Platz 16 hinaus. "Leider hatte ich viel Pech bei den beiden Safety Car Phasen", sagte Paffett. "Die Entscheidung, auf den Prime-Reifen zu starten, erwies sich als unglücklich, weil alle anderen schon gestoppt hatten, als das Safety Car herauskam."

Vitaly Petrov verpasste bei seinem Heimrennen erneut die Punkteränge - bislang steht der frühere Formel-1-Pilot komplett ohne Meisterschaftszähler da. Auch Markenkollege Paul Di Resta erging es nicht viel besser. Der Schotte musste schon in der achten Rennrunde die Segel streichen, nachdem das Getriebe an seinem C-Coupé den Geist aufgegeben hatte.

Gary Paffett war in Moskau chancenlos - Foto: DTM

Wie geht es weiter?

"Das ist natürlich nicht das Ergebnis, das ich mir an diesem Wochenende erhofft hatte", ärgerte sich Di Resta. "Schade, aber es bringt nichts, dem Ausfall nachzutrauern. Jetzt freue ich mich auf das nächste Rennen in Spielberg. Auch dort wird es für uns nicht einfach, aber wir werden weiter kämpfen."

In Moskau war Mercedes mit dem gleichen Auto wie schon bei den vorangegangenen Rennen angetreten. Die Stuttgarter dürfen ihren Boliden zwar weiterentwickeln und noch einmal final homologieren lassen, doch laut Christian Vietoris werde das noch eine Weile dauern. "Vielleicht erst beim Saisonfinale oder zu Beginn der kommenden Saison", verriet er den Stand der Dinge. So wird Mercedes vermutlich auch beim kommenden Lauf auf dem Red Bull Ring mit dem schwächelnden C-Coupé gegen die starke Konkurrenz ankämpfen müssen.


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