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DTM - Ungarn: Die Tops & Flops

Endlich knallt es wieder in der DTM

Grummel-Glock, Marco CoolMann und ein Pechvogel im Glück: Das DTM-Wochenende in Budapest hatte es in sich. Motorsport-Magazin.com hat die Tops & Flops.
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Top: Marco CoolMann

Dieser Marco Wittmann ist schon eine coole Socke: drittes Rennen, zweiter Sieg, Führung in der Meisterschaft. Marcos Märchen in der DTM setzte sich in Ungarn konsequent fort. Der BMW-Pilot hat den Erfolg verdient, präsentierte sich bislang überragend. "Ich bin eher der derjenige, der leise Töne anschlägt", hielt sich sein Jubel nach dem Hungaro-Triumph in Grenzen. Vor der Saison zu RMG abgeschoben, trumpft Wittmann jetzt so richtig auf. Wie schnell der Junge ist, hat er sowieso schon im vergangenen Jahr bewiesen. Einfach nur top!

Top: Glock haut auf den Tisch

Wer fühlte sich am Sonntag nach dem Rennen noch an die alten DTM-Zeiten erinnert, in denen sich die Fahrer gegenseitig noch richtig die Meinung geigten? Vorhang auf für Timo Glock, der nach dem harten Duell mit Edoardo Mortara in der Schlussphase außer sich war vor Wut. "Ich habe ihm gesagt, dass er das mit mir maximal einmal macht", wütete Glock nach Rennende. "Beim nächsten Mal fahre ich ihm genauso durchs Auto durch, dann werden wir sehen, wie das ausgeht. Ich weiß nicht, ob es ihm zu heiß wird im Auto, aber er schafft es öfters mal, seinen Kopf nicht richtig einzuschalten." Rumms! Klang nicht ganz nett, gehört im Rennsport aber doch irgendwie dazu, oder?

Timo Glock eckt an - gut so - Foto: DTM

Top: Mortara kachelt zurück

Unfallgegner Edoardo Mortara war zunächst einmal von Glocks Wut-Arie beeindruckt und sagte etwas kleinlaut: "Ich bin nicht stolz darauf, was ich mit Timo gemacht habe, ich war sehr hart gegen ihn. Ich kann durchaus verstehen, dass er sauer ist." Kann schon mal passieren, wenn Kampfdackel Glock richtig loslegt. Nach einer kurzen Besinnung fiel Mortara aber wieder ein, dass er selbst Rennfahrer und ein Kerl ist. In einer offiziellen Pressemeldung von Audi sagte er: "Wenn er nicht glücklich ist, dann stört mich das nicht besonders. Ich würde immer wieder genauso kämpfen." Das kann der DTM garantiert nicht schaden.

Top: Drive like Bruno

Aufholjagd mit Ansage: Bruno Spengler wütete in Ungarn quasi aus dem Nirgendwo aufs Podium. Klar war, dass der BMW-Star nach dem Reifenwechsel auf die Options Boden auf die Vordermänner gutmachen würde. Allerdings hatte er zu diesem Zeitpunkt 50 Sekunden Rückstand auf die Spitze. Dank der drei Sekunden schnelleren Reifen ging es aber zügig nach vorn und Spengler holte wirklich das Maximum heraus. "Ich wusste zwischenzeitlich gar nicht, was ich machen soll. Risiko oder kein Risiko? Aber wenn man nichts riskiert, gewinnt man auch nichts", so Spengler, der für seinen Mut belohnt wurde.

BMW jubelt: Zwei Podiums auf dem Hungaroring - Foto: BMW AG

Top: Pechvogel Molina voll dabei

Fehlender Kamera-Dummy, falsch montierter Heckflügel - Miguel Molina wurde dieses Jahr von allerlei Kuriositäten zurückgeworfen. Dabei war der Audi-Fahrer richtig gut unterwegs - den hatte nach den vergangenen Jahren kaum einer auf dem Zettel. Jetzt zahlte sich die harte Arbeit endlich aus und Molina erzielte mit Platz 2 sein bestes Ergebnis in der DTM. Der Wechsel von Phoenix zu Abt trägt offenbar Früchte. "Das Podium haben wir uns verdient", sagte Molina mit breiter Brust. Jetzt muss er Audi das langjährige Vertrauen zurückzahlen.

Top: Happy Hour in der DTM

Auf die DTM wird nicht selten eingeprügelt - häufig zu Recht - aber man muss sie auch loben, wenn es angebracht ist. Dank der neuen Boxenstoppregel geht es in den Rennen richtig ab. Happy Hour am Sonntagmittag: Die Fans bekommen zwei Rennen in einem. Die (zu) schnellen Option-Reifen machen es möglich. Das sorgt in den letzten Rennrunden für richtig viel Abwechslung und tolle Überhol-Action. Die neue DTM ist alles andere als langweilig - und dabei auch noch gut verständlich für den Zuschauer.

Action bis zum bitteren Ende - Foto: Audi

Flop: Mercedes im Nirgendwo

Christian Vietoris' Sieg im Regen von Oschersleben hat niemandem die Sicht getrübt - nicht einmal Mercedes. Fakt ist: Das C-Coupé hinkt der Konkurrenz in Sachen Performance heillos hinterher. Auch in Ungarn, als sich die Stuttgarter im Qualifying und Rennen kollektiv auf den letzten Plätzen versammelten. "Der Abstand war gewaltig, aber das hatten wir erwartet", machte Wolfgang Schattling kein Geheimnis um die Schwäche. Zum Wohle der DTM bleibt nur zu hoffen, dass Mercedes schnell den Anschluss findet. "Keiner hat etwas von einem Zweikampf, wenn es drei Hersteller gibt", sagte Norbert Haug.

Flop: Paffett-Frust nach Kurzeinsatz

Wenn es schon nicht läuft, kommt auch noch Pech dazu. Für Gary Paffett war das Rennen schon nach zwei Kurven beendet. Kollision mit Joey Hand. Feierabend. "Ich weiß nicht, wer mich getroffen hat. Ein Idiot, dafür sollte er eine Strafe bekommen", ärgerte sich Vollgastier Paffett nach dem frühen Aus. Nach einiger Zeit hatte sich der Mercedes-Pilot wieder gefangen und schlug versöhnlichere Töne an. Wohl auch, weil US-Boy Hand zu den fairsten Piloten im Feld zählt und es nicht auf Crashes anlegt. Bezeichnend aber für die Situation bei Mercedes, wo die Nerven so langsam blank liegen.

Einmal umdrehen, bitte - Foto: DTM

Flop: Krach hinter den Kulissen

Es ist das böseste Wort der DTM in diesen Tagen: Homologation. Seit diesem Montag sind die Autos eigentlich eingefroren, doch die Mercedes-Schwäche könnte ein Umdenken nach sich ziehen. Bei Nachfragen zu diesem heiklen Thema stöhnten die Teamverantwortlichen kollektiv auf und hätten wohl am liebsten Reißaus genommen. "Das ist ein ungelegtes Ei und darüber rede ich nicht gern", sagte Audis Rennleiter Dieter Gass stellvertretend. Einerseits verständlich, andererseits herrscht nun mal ein gewisses Informationsbedürfnis. Motorsport-Magazin.com fasst zusammen, worum es bei der Homologation überhaupt geht und was die Beteiligten sagen - und nicht sagen...


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