DTM - Oschersleben: Die Tops und Flops

Petrus sorgt für Spannung und Unübersichtlichkeit

Märchenhafte Geschichten, Aufholjagden, Wolkenbrüche und Zusammenstöße sorgten für ein Wochenende mit vielen Tops und Flops.
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Top: Mercedes feiert Überraschungssieg

Vor dem Rennen in Oschersleben fragten sich alle - ob Fans, Experten oder die Beteiligten selbst - wie es mit Mercedes weitergeht. Wie lange wird es dauern, ehe das Tief überwunden ist und die Stuttgarter wieder um Siege kämpfen? Mercedes lieferte eine überraschende Antwort. Christian Vietoris und sein Team wussten nach einem anfänglichen strategischen Patzer den Rennverlauf zu ihren Gunsten zu nutzen und ließen Mercedes wieder jubeln. Die DTM schreibt bisweilen doch schier märchenhafte Geschichten.

Top: Molina kämpft sich zurück

Der Unglücksrabe der Saison 2014 musste nach seiner Disqualifikation nach dem Qualifying in Hockenheim einmal mehr seine mentale Stärke unter Beweis stellen. Denn auch nach dem Zeitfahren in Oschersleben wurde der Spanier aus der Wertung genommen - wieder wegen eines Fehlers, den nicht er zu verantworten hatte. Molina ließ sich nicht beirren, dachte sich: Jetzt erst recht! Und fuhr von Startplatz 23 auf Position sechs nach vorne und sicherte sich die schnellste Rennrunde. Hut ab!

Green legte eine beeindruckende Pace an den Tag. - Foto: Audi

Top: Green hat's noch drauf

In seiner ersten Saison für Audi wirkte Jamie Green meist blass, schien nicht in Tritt zu kommen. In Oschersleben stand er dann auf der Pole und sicherte sich den ersten Podestplatz für den neuen Arbeitgeber. Und auch 2014 war die Strecke in der Magdeburger Börde der Ort, an dem Green aufblüht. Er schien bei den nassen Bedingungen schier zu fliegen, setzte sich deutlich von seinen Konkurrenten ab. Einzig die letzte Safety-Car-Phase und der Abflug in der letzten Runde trübten die Glanzleistung.

Top: Regen sorgt für Spannung

Was ein Wolkenbruch so alles ausmachen kann... In Oschersleben erlebten Fans und Fahrer ein ungeahnt spannendes Rennen, das seinesgleichen sucht. Auf einer Strecke, auf der Überholen selbst mit DRS schwierig ist, gab es auf einmal Zweikämpfe en masse und einen Rennverlauf, der bis zu den letzten Metern packend war. Petrus sei dank.

Top: Punktehamster Rockenfeller Meisterschaftsführender

Den knapp verfehlten Sieg konnte Champion Mike Rockenfeller verschmerzen. Nicht nur, weil er ohnehin weiter vorne ankam, als er es vor dem Rennen für möglich gehalten hätte, sondern weil er mit Platz zwei außerdem die Führung in der Meisterschaft übernahm. Abgesehen von ihm haben nur Adrien Tambay, Augusto Farfus, Martin Tomczyk und Timo Scheider in beiden Rennen gepunktet. Wohin eine so konstante Leistung führen kann, haben wir im letzten Jahr gesehen...

Flop: Glocks schwarzes Wochenende

Oschersleben war für Timo Glock und sein 'yellow beast' keine Reise wert. Im Training und Qualifying streikte die Servolenkung, im Rennen endete die Aufholjagd in der Wiese. Glock touchierte Mike Rockenfeller und drehte sich anschließend von der Strecke. Wutentbrannt stieg er aus und wollte die Tür seines BMW M4 kräftig zuwerfen - doch diese löste sich gleich völlig aus den Ankern. Irgendwie ein Sinnbild für das verkorkste Wochenende.

Flop: Übersicht - Fehlanzeige

So spannend wie das Rennen war, es war leider auch sehr unübersichtlich. Im Minutentakt tauchten neue Siegkandidaten auf und verschwanden im selben Moment wieder, sei es durch einen Boxenstopp, eine Safety-Car-Phase oder einen Ausrutscher. Das Hin und Her ließ es ein wenig beliebig erscheinen, wer denn nun nach 75 Minuten Renndauer als Sieger abgewinkt wird.

Mercedes-interner Teilesalat. - Foto: DTM

Flop: Krieg der Sterne

Als ob es noch nicht genug wäre, dass Mercedes für die mangelnde Performance zu Saisonbeginn Häme einstecken musste, sorgten Daniel Juncadella und Vitaly Petrov für TV-Bilder, bei deren Anblick die Verantwortlichen bei Mercedes sicher die Hände vors Gesicht schlugen. Juncadella hatte seinen Scheibenwischer verloren und rutschte aufgrund der schlechten Sicht von der Strecke. Just in dem Moment, als er auf die Strecke zurückrollte, kam Markenkollege Petrov angefahren und konnte den Zusammenprall nicht verhindern. Shit happens.

Flop: Polesetter im Pech

Dass er von der Pole Position startend nur Letzter werden würde, hätte sich Marco Wittmann sicher nie träumen lassen. Nachdem es trotz eines Ausrutschers zunächst noch ganz gut lief, zeigte sich in der letzten Safety-Car-Phase ein technisches Problem. Wittmann ließ eine ungewöhnlich große Lücke zu den Vorderleuten und bog schließlich in die Box ab. Der Grund: er konnte nicht mehr aus dem ersten Gang hochschalten. Ein Reset löste das Problem, der Auftaktsieger konnte weiterfahren. Allerdings hatte Wittmann nun eine Runde Rückstand.

Flop: Fauxpas von Audi

Dieter Gass, DTM-Leiter bei Audi, räumte nach der Disqualifikation von Miguel Molina wegen einer nicht regelkonformen Endplatte am Heckflügel ein, dass Audi das Problem schlicht übersah. Es habe sich um eine unglückliche Verkettung von Umständen gehandelt. "Wir müssen uns besser überlegen, welche Punkte am Fahrzeug wir künftig messen und ob wir von unserer Seite in manchen Bereichen mehr Toleranz einbauen müssen, damit so etwas nicht mehr passieren kann", zeigte er sich reumütig. Ein Weckruf für die Truppe.


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