DTM - Ekström: Alter Wilder und Elefant

Konstanz macht den Unterschied

Mattias Ekström genießt seine Rolle als ältester Fahrer im Feld und schildert, worauf es in der DTM ankommt - Erfahrung ist es eher weniger.
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Motorsport-Magazin.com - Mattias Ekström kommt gerne nach Oschersleben, weil er dort zum einen das erste Rennen seiner Karriere außerhalb von Schweden bestritt, dort 2011 gewann und zwei weitere Male auf dem Podium stand. Nach einem gelungenen Auftakt wie in Hockenheim mit Platz zwei macht das zweite Saisonrennen ohnehin noch viel mehr Spaß, wie er berichtet.

Ich bin kein alter Hase, sondern ein alter Wilder.
Mattias Ekström

In Hockenheim waren es die jungen Wilden, die die Pole Position und den Sieg einfuhren. Zum alten Eisen gehört Ekström damit aber lange noch nicht und spielt das Thema Erfahrung herunter. "Ich bin kein alter Hase, sondern ein alter Wilder", betonte er. "Den Unterschied wird dieses Jahr in der DTM machen, wer über die zehn Rennen die konstanteste Leistung bringt. Jeder kann gewinnen, aber die Konstanz ist es, die etwas ausmacht."

Genieße jeden Tag im Auto

Mit Erfahrung würde man keine einzelnen Rennen gewinnen, aber man könne über das Jahr hinweg gesehen die Leistungsdichte steigern. "Motivation, Attacke und etwas Ehrgeiz - damit kommt man weiter als nur mit Erfahrung", stellte er klar. "Momentan fühle ich mich sehr gut. Ich hatte einen guten Auftakt, einen guten Winter. Allgemein genieße ich das Rennfahrerleben als ältester Fahrer im Feld. Ich finde es gut, dass ich das mit 35 geschafft habe." Wenn es sich weiterhin so gut anfühle, könne er sich durchaus vorstellen, dem Motorsport noch lange erhalten zu bleiben. "Ich fühle mich nicht langsam und nicht alt. Ich genieße jeden Tag, an dem ich im Auto sitze."

Motivation, Attacke und etwas Ehrgeiz - damit kommt man weiter als nur mit Erfahrung.
Mattias Ekström

Als alter Hase, oder vielmehr alter Wilder hat Ekström schon viele Regeländerungen kommen und gehen sehen. Dem Umschwung auf nur mehr einen Pflichtboxenstopp und die Einschränkung, dass die Optionreifen maximal das halbe Rennen gefahren werden dürfen, stand der Schwede zunächst skeptisch gegenüber. Ihm war es in der vergangenen Saison ein ums andere Mal gelungen, aus schier aussichtslosen Positionen Plätze gutzumachen und dabei die Optionreifen länger am Leben zu erhalten, als es Reifenhersteller Hankook für möglich gehalten hätte.

Vor allem für die breite Masse hält er die neue Regelung jedoch für besser, da man im Fernsehen verstehe, dass es eng wird, wenn ein Fahrer mit harten Reifen recht langsam fährt und sich ein Fahrer auf Optionreifen nähert. Für welche Strategie man sich entscheidet, also ob man auf den weicheren oder den härteren Reifen startet, sei zunächst einmal jedoch nicht entscheidend, sondern vielmehr die Abstimmung des Autos. Die Strategie werde abhängig von Abstimmung, Strecke und Fahrer festgelegt.

"Letztes Jahr bin ich auch oft am Ende auf Optionreifen gefahren. Man verschenkt am Anfang viele Positionen, dafür fährt man am Ende viel schneller", erläuterte Ekström. Das neue Rennformat führt zwangsläufig zu vielen Positionskämpfen. Schön für die Zuschauer, aber nicht immer für die Fahrer. Ekström berichtete, dass manch ein Pilot seine Position verteidigen würde, als ginge es um die Meisterschaft und nicht um Platz acht, wodurch der Fahrer, der überholen möchte, viel Zeit verliert. Aber in so einem Moment greift wieder das Motto des Schweden: Go hard or go home. "Ich bin mittlerweile wie ein Elefant", offenbarte er. Was er damit meint: Er merkt sich genau, wen er nur schwer überholen konnte und vergilt es demjenigen mit Gleichem, wenn dieser sich von hinten nähert. "Das ist ein Geben und Nehmen."


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