DTM - Wehrlein: Langer Weg für Mercedes

Man kann das Auto nicht in zwei Wochen umkrempeln

Pascal Wehrlein senkt die Erwartungen an die Mercedes-Performance in Oschersleben. Der Rückstand ist groß und kann nicht in kürzester Zeit wettgemacht werden.
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Motorsport-Magazin.com - Mercedes erlebte beim Saisonauftakt in Hockenheim ein Debakel. Keiner der sieben Piloten schaffte den Sprung unter die besten Zehn und damit in die Punkteränge. Pascal Wehrlein war als Elfter bester Pilot der Stuttgarter. Er erklärt, dass das Mercedes AMG C-Coupé vor allem im kurvenreichen dritten Sektor viel Zeit auf die Konkurrenz verlor - teilweise mehr als eine halbe Sekunde. "Das ist der Sektor, in dem man viel Abtrieb und mechanischen Grip braucht, wo eine Kurve nach der anderen kommt", analysiert er.

Man muss realistisch sein und einsehen, dass wir in Oschersleben wahrscheinlich nicht um den Sieg mitfahren werden.
Pascal Wehrlein

In den ersten beiden Sektoren habe sich Mercedes besser geschlagen, auch wenn selbst dort Zeit verloren ging. "Wir müssen versuchen, uns Rennen für Rennen zu steigern. Es wird ein langer, schwieriger Weg", prognostiziert er. "Wenn man den ganzen Winter lang an einem Auto entwickelt, dann in Hockenheim gesehen hat, dass uns wirklich viel Zeit fehlt, dann glaube ich nicht, dass man das Auto in zwei Wochen komplett umkrempeln kann und jetzt in Oschersleben vorne stehen wird."

Die Ingenieure arbeiteten hart daran, herauszufinden, was genau das Problem war. Eine Prognose, wann der Hersteller wieder konkurrenzfähig sein wird, gibt es nicht. "Man muss realistisch sein und einsehen, dass wir in Oschersleben wahrscheinlich nicht um den Sieg mitfahren werden und noch viel Arbeit vor uns liegen wird", sagt Wehrlein. "Man kann es nicht genau sagen, uns hat in Hockenheim eine Menge gefehlt."

Innerhalb von vier Wochen das Auto wieder so konkurrenzfähig zu machen, dass Rennsiege wieder möglich sind - daran glaubt er nicht. "Als Fahrer hoffe ich natürlich, dass wir das so schnell wie möglich in den Griff bekommen und wieder um Rennsiege fahren." Auf die Frage, was im Winter schief gelaufen sein könnte, meint er: "Wir haben einen Schritt nach vorne gemacht, die anderen aber zwei."

Abschiedsgruß an Gerhard Ungar

Die Krise bei Mercedes forderte in Person von Gerhard Ungar, der als HWA-Chef seinen Hut nehmen musste, ein erstes Opfer. "Für uns Fahrer war es natürlich ein Schock", gesteht Wehrlein. "Ich hatte seit 2012 mit ihm zu tun, er hat mich damals in die Formel 3 aufgenommen und dort unterstützt. Ich möchte nichts dazu sagen, wieso, weshalb, warum. Ich möchte danke sagen. Was er mit Mercedes erreicht hat, darauf kann er wirklich sehr stolz sein."


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