DTM - Kolumne - Pascal Wehrlein

Tourenwagen-Fans wollen Berührungen

Pascal Wehrlein fährt in seiner ersten DTM-Saison für Mercedes. In seiner Motorsport-Magazin.com-Kolumne schreibt er über Lackaustausch und Frühstarts.
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Motorsport-Magazin.com - Liebe Motorsport-Magazin.com-Leser,

mir sind in Oschersleben am Ende die Runden ausgegangen. Ich war auf den Option-Reifen sehr schnell unterwegs und hätte die vier Audis vor mir noch überholen können. Wir haben uns für eine andere Strategie entschieden und das Rennen auf den weicheren Reifen beendet. Vielleicht hätten wir noch früher auf die Options wechseln können, aber man weiß vorher nie genau, wie lange sie halten werden und will nicht riskieren, dass sie am Ende einbrechen.

In diesem Fall war es eindeutig, dass ich schneller war. Da frage ich mich, ob man sich unbedingt gegenseitig ins Auto fahren muss.
Pascal Wehrlein

Mein Duell mit Dirk Werner war an der Grenze - ich bin einmal fast ins Kiesbett gerutscht nach einer Berührung und er hat mich danach noch einmal berührt, als ich ihn überholt habe. Im Tourenwagensport will der Fan, dass man mit Berührungen fährt, und es macht es auch spannender, aber in diesem Fall war es eindeutig, dass ich schneller war. Da frage ich mich, ob man sich unbedingt gegenseitig ins Auto fahren muss.

Pascal Wehrlein verpasste um 0,159 Sekunden die Punkteränge. - Foto: DTM

Ich weiß nicht, was bei Martin Tomczyk der Grund für den Frühstart war, aber das passiert schnell. Man hat einen genauen Ablauf mit Gaspedalstellung, Bremse und Handbremse, um das Auto vorzuspannen. Wenn man die Bremsen auf der Einführungsrunde nicht ausreichend vorgewärmt hat oder schon lange steht und sie abkühlen, und man mit der Kupplung schon an dem Punkt ist, wo das Auto losrollen will, dann kann es ganz schnell passieren, dass man nach vorne rollt. Das ist mir bei Tests auch schon passiert.

An sich ist das Startprozedere ähnlich wie in einem Formelauto, nur dass man in einem DTM-Boliden nicht von Anfang an Vollgas gibt, da dann die Räder durchdrehen würden. Die Formel-Autos, die ich bislang gefahren bin, hatten nicht einmal halb so viel an PS-Leistung, das ist dann schon etwas anderes.

Nun geht es nach Zandvoort auf eine Strecke, die ich mag und auf der ich schon erfolgreich war. Sie ist mal etwas anderes, eine Naturstrecke. Es liegt viel Sand auf der Strecke, wenn es windig ist. Außerdem bietet sie alles: langsame Kurven, schnelle Kurven, es geht bergauf und bergab - mir gefällt sie.

Euer Pascal

Unterschrift von Pascal Wehrlein


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