DTM - Moskau: Die sechs Antworten zum Rennen

Glückliche Sieger, enttäuschte Verlierer

Zum ersten Mal DTM in Russland. Motorsport-Magazin.com hat die Antworten zu den wichtigsten Szenen der Renn-Premiere.
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Warum war der Sieg für Mike Rockenfeller so wichtig?

Für Mike Rockenfeller war es bereits der zweite Sieg in dieser Saison, mit dem er sich gleich in die Geschichtsbücher der DTM eintragen konnte - immerhin war es das erste Rennen der Serie in Russland. Viel wertvoller war für Rockenfeller allerdings die Tatsache, dass die direkte Konkurrenz auf dem Moskau Raceway leer ausging: Bruno Spengler holte keine Punkte, Christian Vietoris nur einen und auch Gary Paffett kam nicht über Platz fünf heraus.

"Das war heute natürlich ein ganz großer Schritt in der Meisterschaft", freute sich Rockenfeller über das Ergebnis. Doch trotz 27 Punkten Vorsprung bleibt der Audi-Mann zurückhaltend: "Für mich sind es noch vier Rennen und wir haben in den letzten Jahren gesehen, wie schnell es sich ändern kann."

Wieso holte Bruno Spengler in Moskau keine Punkte?

Bruno Spengler dreht sich ins Aus - Foto: DTM

Bereits zu Beginn des Rennens strauchelte Bruno Spengler. Während sich ein Teil der Konkurrenz auf gleichen Reifen absetzen konnte, musste der Tabellenzweite seinen Fokus eher in den Rückspiegel legen. Als Dirk Werner in der ersten Kurve vorbeizog, wollte auch Miguel Molina die Lücke nutzen und kollidierte mit Spengler.

"Dabei wurde mein Auto beschädigt und war eigentlich unfahrbar. Deshalb hatte ich zu keiner Zeit im Rennen die Pace, um angreifen zu können. Alles, was ich tun konnte, war das Auto ins Ziel zu bringen. Es war ein enttäuschendes Wochenende und alles andere als eine gelungen Russland-Premiere für mich", so Spengler nach Platz 19 in Moskau.

Warum hat es Gary Paffett nicht weiter nach vorne geschafft?

Gerade in den ersten Saisonrennen überzeugte Mercedes immer wieder mit starken Leistungen im Rennen. Auf dem Moskau Raceway verbesserte sich Gary Paffett aber nur von der siebten auf die fünfte Position - zu wenig, um Boden um Kampf um die Meisterschaft aufzuholen. "Ich hatte einen guten Start und konnte einige Plätze gut machen, allerdings hatten wir im Laufe des Rennens leider nicht den Speed der Spitzengruppe", musste Paffett feststellen.

Wir hatten im Laufe des Rennens leider nicht den Speed der Spitzengruppe.
Gary Paffett

Letztlich konnte Mercedes bei der Premiere in Russland nicht das aus dem Renn-Setup herausholen, was in der bisherigen Saison stets für gute Ergebnisse gesorgt hatte. Auch die restlichen fünf Fahrer fuhren hinterher und Mercedes blieb im sechsten Rennen zum zweiten Mal ohne Podestplatz.

Warum ist Miguel Molina so früh ausgeschieden?

Miguel Molina war in der Anfangsphase gleich in zwei Kollisionen verwickelt. Zunächst schob der Spanier den Mercedes-Piloten Daniel Juncadella neben die Strecke, wenige Runden später kollidierte er dann in der ersten Kurve mit Bruno Spengler, als er eine kleine Lücke nutzen wollte. Während die Konkurrenz mit teilweise starken Schäden bis ins Ziel fuhr, stellte Molina seinen Boliden in der Box ab.

"Ich hatte einen guten Start, aber als ich versuchte, an Bruno Spengler vorbeizukommen, war es zu eng und wir haben uns berührt. Mein Auto wurde vorne beschädigt, damit war mein Rennen beendet", so ein enttäuschter Spanier.

Was hat es mit den komischen 1-Sekunden-Strafen auf sich?

Im Mittelfeld wurde ordentlich attackiert - Foto: DTM

Mit Roberto Merhi und Daniel Juncadella kassierten gleich zwei Fahrer eine Laptime-Penalty. Diese Strafe wurde in diesem Jahr eingeführt und bei leichten Vergehen, wie etwa dem Verlassen der Strecke, angewandt. Mindestens eine Sekunde langsamer muss der bestrafte Pilot auf Anweisung der Rennleitung fahren - das ist gar nicht so einfach.

Juncadella, der sich zu diesem Zeitpunkt im Zweikampf mit Marco Wittmann befand, brauchte mehrere Versuche, um langsam genug zu fahren - und gleichzeitig zu verhindern, dass der Konkurrent eine Position gewinnt.

Wieso hat Adrien Tambay so spät gestoppt?

Um vom zwölften Startplatz nach vorne zu kommen, wählte man bei Adrien Tambay eine absolut aggressive Strategie: Erst nach 56 von 74 Runden absolvierte der Franzose seinen ersten Boxenstopp, in Runde 68 stoppte er dann erneut als letzter Fahrer. Die Strategie machte sich bezahlt: Dank freier Fahrt war er nicht nur schnell unterwegs, sondern sammelte auch Führungsrunden und kam am Ende nur knapp hinter Augusto Farfus zurück auf die Strecke. Eine perfekte Strategie von Audi, die der Fahrer kaum hätte besser umsetzen können.

"Ich habe zum ersten Mal in dieser Saison Punkte geholt und konnte hier demonstrieren, dass ich meinen Job verstehe und nur etwas Glück brauchte", freute sich Tambay, der in den letzten Runden sogar noch eine Attacke auf Farfus startete, aber nicht mit einem Podestplatz belohnt wurde.


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