DTM - Rückblick 2012: Adrien Tambay

Senkrechtstarter auf Ekströms Spuren

Adrien Tambay rast gleich in seiner ersten DTM-Saison aufs Podium. Lob gibt es von allen Seiten. Seinen Teamchef erinnert er an einen zweimaligen Champion.
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Motorsport-Magazin.com - Lange Zeit sah es nicht so aus, als sollte Adrien Tambay seine Debütsaison in den Top-10 beenden. In den ersten sechs Rennen blieb der Audi-Pilot mit dem berühmten Namen ohne einen einzigen Zähler, im gesamten Jahr 2012 fuhr er nur zweimal unter die ersten Zehn. Wenn ihm allerdings der Sprung in den erlauchten Kreis gelang, ging es für den Franzosen richtig weit nach vorne. Der Punkte-Premiere beim Rennen in Zandvoort, das er auf P5 beendete, ließ er Rang zwei in Valencia folgen. 28 Zähler bedeuteten für den Youngster schließlich den zehnten Platz in der Gesamtwertung.

Ich habe ein paar Rookie- Fehler gemacht. Manchmal hat mir ein bisschen die Geduld gefehlt.
Adrien Tambay

Alles in allem dürfte der erst 21-jährige Rookie mit seinem ersten Jahr in der DTM durchaus zufrieden sein. In einigen Rennen - vor allem in der zweiten Jahreshälfte - blitzte das große Talent Tambays bereits auf, über die Saison gesehen war er aber noch nicht beständig genug, um ganz vorne mitzumischen. Lehrgeld zahlte er vor allem in den Startphasen und beim Kampf Mann gegen Mann. Mehr als einmal zog er sich infolge eines Zusammenpralls einen Schaden an seinem sein Audi A5 DTM zu. Vier von zehn Rennen fuhr er nicht zu Ende, nur dreimal gelang es ihm, seine Startposition zu verbessern.

"Ich habe ein paar Rookie- Fehler gemacht", bestätigte er. "Manchmal hat mir ein bisschen die Geduld gefehlt, weil ich unbedingt ein gutes Resultat einfahren wollte." Für Tambay spricht auf jeden Fall, dass er sich von den sechs punktelosen Auftritten zu Beginn nicht entmutigen ließ - und nach der Sommerpause war eine deutliche Steigerung zu erkennen. Am schwierigsten sei es ihm gefallen, sich an das hohe Leistungsniveau der DTM zu gewöhnen, berichtete Tambay. Der Anreiz habe für ihn darin bestanden, sich trotz der neuen Konkurrenzsituation durchzusetzen. "Eine Serie mit geringerem Profil würde für mich wenig Sinn machen. Ich will mich mit den besten Fahrern messen, das ist mein Antrieb", erklärte der Abt-Fahrer.

Beeindruckt hat mich Adriens Speed. Er hat keine Probleme ans Limit zu kommen.
Hans-Jürgen Abt

Die Audi-Belegschaft hat er von seinen Qualitäten bereits überzeugt. "Adrien ist in kurzer Zeit bei Audi sehr gereift", sagte Timo Scheider nach Tambays zweitem Platz in Valencia. Den Achtungserfolg - erstes Podium im neunten Rennen - seines Markenkollegen quittierte er, Scheider war wegen eines technischen Defekts ausgeschieden, in der Boxengasse mit demonstrativem Klatschen. "Es ist gut, wie er das macht, man muss das respektieren und einfach mal applaudieren", sagte der zweimalige DTM-Champion. "Es macht mich glücklich, wenn es für ihn so gut läuft."

Teamchef Hans-Jürgen Abt hält ebenfalls große Stücke auf den jüngsten aller Audi-Lenker. "Beeindruckt hat mich Adriens Speed. Er hat keine Probleme ans Limit zu kommen", meinte der Chefentscheider am Kommandostand. "Sein Niveau im ersten Jahr ist mit dem von Mattias Ekström vergleichbar, der bei uns auch als Rookie angefangen hat." Folgt Tambay auch weiterhin den Spuren des großen Schweden, stehen die Aussichten für die Zukunft nicht schlecht: Immerhin gewann Ekström zweimal den DTM-Titel.


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