DTM - Bruno Spenglers Titelfluch

Zum Greifen nah und doch so fern

Zwei zweite und zwei dritte Plätze in der Meisterschaft hat Bruno Spengler auf dem Konto. Motorsport-Magazin.com erklärt, warum es nie mit dem Sieg klappte.
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Motorsport-Magazin.com - Bruno Spengler und der Meistertitel - diese Geschichte fand bislang kein Happy End. Bereits in seiner zweiten Saison als DTM-Pilot hatte der Kanadier Chancen auf den Titel. Nachdem er beim Saisonauftakt 2006 in Hockenheim punktelos blieb, folgte nach Platz zwei in Oschersleben auf dem Norisring der erste DTM-Sieg. Auch auf dem Nürburgring, in Le Mans und zum Saisonabschluss in Hockenheim stand Spengler ganz oben auf dem Podest. Kein anderer Fahrer konnte in dieser Saison mehr als zweimal gewinnen. Doch am Ende feierte nicht er, sondern Markenkollege Bernd Schneider den Titel. Spenglers Pech in diesem Jahr war die Konstanz Schneiders, der bei jedem Rennen unter die Top-5 fuhr und so emsig Punkte sammelte.

Am Norisring feierte Spengler 2006 seinen ersten DTM-Sieg. - Foto: DTM

In der darauffolgenden Saison sollte ihn ein ähnliches Schicksal ereilen. Diesmal musste er Audi-Pilot Mattias Ekström den Vortritt lassen. Spengler fuhr zwar jedes Mal, wenn er ins Ziel kam, unter die Top-5 - wie es Schneider in der Saison zuvor gelungen war - doch er blieb in den ersten beiden Saisonrennen punktelos. In Hockenheim fiel er nach einer Zeitstrafe, die er für eine Kollision mit Timo Scheider erhalten hatte, aus den Punkten, in Oschersleben streikte die Servolenkung. So blieb am Ende erneut nur der undankbare zweite Platz in der Meisterschaft. Gerade einmal drei Punkte trennten die beiden Widersacher am Ende.

Durststrecke in 2008 und 2009

Das Jahr 2008 war einfach nicht das des Bruno Spengler. Nachdem er nach Platz zwei am Norisring noch daran geglaubt hatte, dass der Knoten geplatzt ist, war die Konkurrenz in Zandvoort wieder schneller. Am Ende blieb für den Kanadier nur Rang fünf in der Meisterschaft, während Timo Scheider seinen ersten Titel feierte.

Auch im Jahr 2009 sollte der 29-Jährige sieglos bleiben. Abgesehen vom Saisonauftakt in Hockenheim - wo er wegen eines Schadens nach einer Kollision aufgeben musste, nachdem er sich bis auf Rang fünf nach vorne gekämpft hatte - sah er zwar jedes Mal in den Punkterängen liegend die Zielflagge, doch er büßte aufgrund von Kollisionsschäden bessere Ergebnisse ein. So konnte er nicht verhindern, dass sich Timo Scheider erneut zum DTM-Champion krönte und musste sich mit Rang vier in der Wertung begnügen.

Das Debakel von Shanghai und ein schwarzer Tag in Oschersleben

Doch die wohl bitterste Saison erlebte der Kanadier 2010. Nach dem zweiten Saisonrennen übernahm er die Führung in der Meisterschaft, die er im neunten Lauf in Hockenheim aufgrund eines Ausfalls an den immer stärker werdenden Paul di Resta verlor. Durch Platz drei auf dem Adria International Raceway eroberte Spengler die Spitzenposition zurück, doch das Finale in Shanghai wurde für ihn zum Desaster. Nach Unfällen am Freitag und Samstag startete er nur als Vorletzter und konnte sich mit einem untersteuernden Auto nur bis auf Rang 13 vorarbeiten. Damit hatte am Ende wieder di Resta Rang eins inne und verabschiedete sich mit seinem ersten Titel in Richtung Formel 1. Spengler wurde gar nur Dritter in der Meisterschaft, da Gary Paffet durch seinen Sieg auf den Straßen der chinesischen Metropole vorbeizog.

An Shanghai hat Spengler keine guten Erinnerungen. - Foto: DTM

Die dritte Position in der Meisterschaft war auch in der vergangenen Saison letztendlich das Resultat. Spengler hatte die Meisterschaft in den ersten drei Rennen angeführt, dann wechselte die Führung zwischen ihm und Martin Tomczyk hin und her. Ab dem Lauf in Oschersleben gab Tomczyk das Zepter dann nicht mehr ab, Spengler verlor aufgrund eines Dämpferschadens viele Punkte und verpasste anschließend auch in Brands Hatch ein gutes Ergebnis, weil Mercedes bei der Abstimmung verwachste. Beim vorletzten Saisonrennen in Valencia machte Tomczyk schließlich den Sack zu, zudem zog Mattias Ekström noch an Spengler vorbei.

Bislang wollte es mit dem Titel also partout nicht klappen, oftmals waren äußere Umstände das Zünglein an der Waage. Auch in dieser Saison hatte Spengler bisweilen Pech, etwa als er in Hockenheim nach einer Kollision mit Ralf Schumacher ausschied oder auf dem Red Bull Ring, wo er aufgrund eines Kollisionsschadens aufgeben musste. Der Kanadier konnte jedoch auch drei Siege feiern und liegt nun vor dem Saisonfinale nur noch drei Punkte hinter Gary Paffett. Am kommenden Wochenende wird sich in Hockenheim zeigen, ob Spengler nach all den Fehlanläufen endlich den Meisterpokal gen Himmel recken darf.


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