DTM - Marquardt: Deshalb verzichtete BMW auf Tests

Nicht noch mehr Daten

BMW verzichtete nach dem Lausitz-Rennen im Gegensatz zu Mercedes und Audi auf Testfahrten. Jens Marquardt verrät bei Motorsport-Magazin.com den Grund.

Motorsport-Magazin.com - In der Lausitz war BMW das Maß der Dinge, doch auf unbekanntem Terrain muss der DTM-Rückkehrer zumindest ein wenig zurückstecken. Bester Münchner im Qualifying war Bruno Spengler auf Platz drei. Mit Martin Tomczyk auf P5 und Augusto Farfus schafften immerhin drei der sechs BMW-Piloten den Sprung in die Top-10. "Das ist insgesamt ein sehr gutes Ergebnis", fasste BMW-Motorsportchef Jens Marquardt im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com zusammen. "Wir konnten in den ersten beiden Rennen zwar schon Erfahrungen sammeln, aber wenn man auf unbekanntes Terrain kommt, ist das noch einmal etwas Neues."

Wir hätten nichts davon gehabt, noch mehr Daten zu produzieren.
Jens Marquardt

In der Lausitz hatte BMW gar die Nase vorn, in Brands Hatch war stattdessen Mercedes an der Reihe und auch Audi präsentierte sich etwas formverbessert. Ob es an den Testfahrten liegt, die die beiden etablierten Hersteller nach dem vergangenen Rennwochenende absolvierten? BMW verzichtete auf Tests zwischen den beiden Rennen, doch Marquardt sah hierin keinen Nachteil. "Wir fanden es sinnvoll, erst einmal die Teams unter sich arbeiten zu lassen, sich wieder zu sammeln und die Ergebnisse gescheit zu analysieren", so Marquardt. "Wir hätten nichts davon gehabt, noch mehr Daten zu produzieren."

Außerdem seien die Testfahrten unter der Saison beschränkt und BMW habe sich dazu entschieden, die vorhandenen Tage möglichst sinnvoll einzusetzen - den Saisonbeginn empfand die Mannschaft offenbar nicht als sinnig. "Ich glaube nicht, dass man in Brands Hatch einen Riesen-Unterschied erkennen kann", so Marquardt. "Ausgehend von der Performance war auch kein großer Bedarf da zu sagen, dass wir jetzt einen enormen Rückstand haben, den wir schnell aufholen müssten. Bis jetzt können wir uns auf keinen Fall beklagen. Ich bin immer noch sehr stolz auf die Arbeit des Teams."

Der M3 funktioniert hier sehr gut. Jetzt geht es darum, ein gutes Renn-Setup zu finden. Dann ist mit Sicherheit einiges drin für uns.
Jens Marquardt

Außerdem sei der Zug in Brands Hatch noch nicht abgefahren. Überholmanöver sind auf dem kurzen Kurs zwar eine Seltenheit, doch Marquardt warf vor allem einen Blick gen Himmel. Am Rennsonntag sagen manche Prognosen 80 Prozent Regenwahrscheinlichkeit voraus. "wir müssen abwarten, wie das Wetter wird", so der BMW-Sportchef. "Die Chance auf Regen ist relativ hoch. Ich denke schon, dass es da noch Möglichkeiten gibt. Zumindest die Longruns sahen bislang ziemlich eng aus. Wir haben auch heute wieder gesehen, dass die Sonne einen extremen Einfluss hat, die Autos waren in verschiedenen Segmenten unterschiedlich gut."

Regen könnte die Rangordnung am Sonntag auf den Kopf stellen. Doch selbst, wenn es trocken bleibt, erwartet Marquardt nicht die gefürchtete Prozession auf der englischen Traditionsstrecke - zumindest nicht unbedingt. "Du hast immer noch die Chance, mit den Boxenstopps etwas Gutes oder Schlechtes zu machen", so Marquardt. "Es gibt genügend Faktoren, die eine Rolle dabei spielen, dass es keine Prozession wird." Das eigene Auto sieht er gut aufgestellt für den Kampf mit Audi und Mercedes: "Der M3 funktioniert hier sehr gut. Jetzt geht es darum, ein gutes Renn-Setup zu finden. Dann ist mit Sicherheit einiges drin für uns."


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