DTM - Homologation der neuen Coupés abgeschlossen

Safety first

Nach zahlreichen Testfahrten war es soweit: die Homologation der neuen DTM-Autos erfolgte am 1. März. Bei der Sicherheit gibt es keine Kompromisse.

Motorsport-Magazin.com - Die neue DTM nimmt immer konkrete Formen an: am 1. März 2012 erfolgte die Homologation der DTM-Boliden. Zum Saisonstart am 29. April werden die neuen Fahrzeuge auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg erstmals unter Wettbewerbsbedingungen eingesetzt. Im Hinblick auf die Konstruktion der neuen Coupés von Mercedes-Benz, Audi und BMW stand vor allem der Sicherheitsaspekt im Vordergrund.

Zur Erstellung eines zukunftsfähigen DTM-Reglements arbeiteten Verbände und beteiligte Automobilhersteller auf einzigartige Weise zusammen. Die in der DTM aktiven Hersteller Audi und Mercedes-Benz entwickelten gemeinsam mit BMW, dem DTM-Trägerverein ITR und den Technik-Fachleuten des DMSB ein vollständig überarbeitetes Regelwerk. Dafür nahmen sich alle Beteiligten die notwendige Zeit. Im Sinne wirtschaftlicher Effizienz war eine Weiterentwicklung der Fahrzeuge seit 2009 nicht mehr gestattet. Die DTM-Fahrzeuge der Generation 2012 stehen ganz in der Tradition der populärsten internationalen Tourenwagenserie und bergen dennoch jede Menge Neuerungen.

Gemeinsamer Nenner: Sicherheit

"Für alle drei Premiumhersteller gab es schon in den ersten Gesprächen zum technischen Reglement der ‚neuen´ DTM einen elementaren gemeinsamen Nenner: die Sicherheit. Denn die Sicherheit unserer Fahrer liegt uns am Herzen, in diesem Punkt gibt es für uns keine Kompromisse. Auf die gemeinschaftliche Entwicklung dieses enorm hohen Sicherheitsstandards mit gebündelten Ressourcen sind wir sehr stolz", resümiert BMW Motorsport Direktor Jens Marquardt die Sichtweise der beteiligten Hersteller.

Das neue BMW-Safety Car - Foto: DTM

Sicherheit hatte in der DTM stets höchste Priorität. Das beweist u.a. die Tatsache, dass in der DTM-Historie auch schwere Unfälle stets glimpflich ausgegangen sind. Oberstes Ziel des neuen DTM Reglements war es daher, alle verfügbaren Sicherheitsinnovationen umzusetzen und weit über die existierenden Sicherheitsstandards hinauszugehen. Zu diesem Zweck absolvieren die neuen DTM-Fahrzeuge so viele Crashtests von FIA und DMSB wie nie zuvor.

Eine der größten Revolutionen

Eine der größten Revolutionen der neuen DTM-Fahrzeuge sind die einheitlichen Sicherheitsstrukturen, die den Fahrer bei einem Unfall schützen. Neben den sechs Crash-Elementen an Seiten, Front und Heck schützt vor allem die Kombination aus Einheitsmonocoque und -käfig mit integriertem Sicherheitstank den Fahrer im Fall eines Unfalls noch besser. Darüber hinaus wurde der Sitz - ähnlich wie bei Formel-Fahrzeugen - in das mit einem Überrollkäfig aus hochfestem Stahl verbundene Kohlefaser-Monocoque eingebaut. Diese innovative Sicherheitszelle ist das Herzstück aller DTM-Fahrzeuge.

Die Sicherheitszelle für 2012 - Foto: Audi

Bei einem Unfall besteht die Herausforderung darin, auch ohne langen Bremsweg die Geschwindigkeit des Fahrzeugs möglichst sanft zu reduzieren. Die 65 Zentimeter langen Crash-Elemente lösen sich in winzige Teilchen auf und bauen dabei kontrolliert Energie ab. Parallel leiten andere Bauteile die auftretenden Kräfte gezielt weiter. Allein das Zusammenspiel dieser Komponenten gewährleistet die Sicherheit des Fahrers. Im internationalen Tourenwagensport sind insbesondere die seitlichen Crash-Elemente ein Novum. Sie sind so konstruiert, dass sie beim Drücktest einer Belastung von 360 Kilo-Newton standhalten. Dabei wirken 36 Tonnen auf die seitliche Monocoque-Wand ein - dies entspricht etwa dem Gewicht von 31 Kleinwagen.

Auch die Kostenreduktion spielt im neuen Regelwerk eine ausgeprägte Rolle. Aus diesem Grund kommen in der DTM in nicht performancerelevanten Bereichen ab sofort einheitliche Bauteile zum Einsatz. Diese Teile beschränken sich auf etwa 50 Positionen, die insgesamt rund fünf Prozent aller Bauteile ausmachen. Dabei ist der Entwicklungsspielraum der Premium-Automobilhersteller in den Bereichen Aerodynamik, Fahrwerk und Motor nach wie vor so groß, dass sie eindeutige Alleinstellungsmerkmale bleiben. Dadurch ist gewährleistet, dass Audi, BMW und Mercedes-Benz ihre eigene technische Kompetenz trotz Reglementierung unter Beweis stellen können.


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