Motorsport-Magazin.com - Philipp Knofs bisherige Rallyelaufbahn zeigt einen Weg, der eher untypisch ist. Er stammt aus keiner rallyeverrückten Familie, die ihn in seiner Leidenschaft nur eingeschränkt unterstützen kann. Er baut seine Fahrzeuge selbst auf und lässt sein Talent trotzdem immer wieder aufblitzen.
Der 21-jährige Philipp Knof aus Wülfrath hat vor drei Jahren mit einem Volvo 940 in Gruppe G Version mit dem Rallyesport begonnen. Im letzten Jahr hatte er den deutschen Volvo Original Cup überlegen gewonnen. Platz drei im Schotter Cup und der Sieg in der Junior Wertung unterstreichen seine fahrerischen Qualitäten.
Die WM Akademie löst 2011 die Junior Weltmeisterschaft ab. Dies sollte die nächste Stufe in der Karriereleiter des 21-jährigen werden. Die Bewerbungsunterlagen wurden Anfang des Jahres verschickt, und was kaum jemand für möglich gehalten hatte, wurde wahr. Neben Christian Riedemann aus Sulingen erhielt er einen von 24 weiteren Startplätzen. Mit 24 identischen Ford Fiesta R2, die von M-Sport vorbereitet werden, sollte ein weiteres Etappenziel erreicht sein.
Die Kehrseite der Medaille war schnell ermittelt. Jeder Fahrer musste 140000 Euro hinterlegen, sprich überweisen, um das Auto sowie den Vollservice von M-Sport in Anspruch zu nehmen. Das Talent ist mit Sicherheit vorhanden, aber eine so große Summe an Geld aufzutreiben war schier unmöglich, was letztendlich auch zum Rückzug seiner Bewerbung führte.
Darum blieb die einzige Alternative der Volvo, um auch weiterhin Rallyesport zu betreiben. Nach drei nationalen Klassensiege in Dornap, Bad Schmiedeberg und der Reckenberg Rallye folgte der Saisonhöhepunkt in der Lausitz. Als Copilot im Volvo 940 kam bei der Lausitz Rallye der Michendorfer Jean Ihlefeldt zum Einsatz, der schon einige Starts in der Lausitz vorzuweisen hatte.
Teamchef Mathias Prillwitz berichtet: "Schaut man sich die Bilder der Sportpresse an, glaubt man in der Wüste oder auf den harten Pisten der Akropolis Rallye Gast zu sein. Leider folgten am ersten Abend schon einige Streckenabsagen, doch der Samstag präsentierte sich dann sehr sportlich.
Phillip und Jean legten am Samstagmorgen gleich mal richtig los: Platz 4 in der Gesamtwertung des nationalen Feldes war eine ordentliche Ansage an die Klassenkonkurrenten. Nach drei weiteren Bestzeiten lagen sie bereits mit mehr als einer Minute bei den Volvos in Front. Doch die harten Streckenbedingungen spielten der Volvo Hinterachse nachhaltig mit. Ein Defekt an der Kardanwelle hatte zur Folge, dass die komplette Hinterachse zu Bruch ging. Trotz allem waren die absolvierten Kilometer auf Schotter eine wichtige Vorbereitung für die verbleibende Saison. In der Volvo Cup Wertung liegt das Duo weiter auf Meisterschaftskurs."