Dakar - De Villiers/von Zitzewitz Best of the Rest

Mr. und Mr. Zuverlässig auf Rang vier

Mit Cleverness ins, aber nicht am Ziel - Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz haben ihre achte gemeinsame Rallye Dakar auf Platz vier beendet.

Motorsport-Magazin.com - Nach zuletzt drei Podiumsresultaten in Folge, sogar vier bei zuvor fünf Auftritten in Südamerika, reichten selbst der nahezu fehlerlose Job von "GdV" und "DvZ" beim sechsten Versuch in Argentinien und Chile sowie ein Sieg auf der letzten Etappe nicht, das Projekt Podium mit dem heiß ersehnten Erfolg zu beenden.

Nach 5.522 WP-Kilometern verpassten die "Dakar"-Sieger von 2009 auf der Route von Rosario in Argentinien über Salta nach Valparaiso in Chile das ambitionierte, wenngleich realistische Ziel eines Top-3-Resultats um 22:15 Minuten am Ende deutlich. Zu groß war die Übermacht des haushohen Favoriten X-raid Mini, die sich über die Distanz und den Variantenreichtum der "Dakar" als die stärkeren Fahrzeuge erwiesen.

Einen großen Anteil an unserem tollen Ergebnis hat Dirk, ohne den ich mich in vielen Situationen nicht so schnell zurechtgefunden hätte.
Giniel de Villiers

Joan "Nani" Roma führte als Sieger ein Mini-Trio vor de Villiers/von Zitzewitz, die mit ihrem Toyota Hilux "made in South Africa" als "Best of the Rest" ins Ziel kamen, auf das Podium. Für Roma war es der erste Sieg in einem Auto beim gnadenlosesten Motorsport-Marathon der Welt - 2004 hatte der Spanier bereits auf einem Motorrad triumphiert. Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz gratulierten im Ziel dem Sieger, brauchen sich mit ihrer bisherigen Dakar-Bilanz aber keineswegs zu verstecken. Das südafrikanisch-deutsche Duo sah bei seinen gemeinsamen Einsätzen stets das Ziel der Rallye Dakar und ist mit vier von sechs möglichen Podestplätzen das erfolgreichste Gespann, seitdem die Rallye Dakar in Südamerika ausgetragen wird.

Mit Giniel- und Geniestreichen zu Achtungserfolgen

Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz erreichten mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln auch bei der Rallye Dakar 2014 das sportliche Maximum. Als Mr. und Mr. Zuverlässig fuhren sie regelmäßig Resultate unter den Top-Fünf ein. Besonders hervorzuheben ist dabei ein Geniestreich von Dirk von Zitzewitz auf der fünften, besonders harten Wertungsprüfung zwischen Chilecito und Tucumán, als der Deutsche an einem kniffligen Wegpunkt außergewöhnlich schnell den Weg fand. Die Tagesbestzeit verfehlte die #302 damals nur knapp, holte sie dann aber auf der abschließenden Etappe von La Serena nach Valparaiso. Für das Team Hallspeed und Toyota Südafrika eine Premiere.

Am Gesamtergebnis sollte das allerdings nicht viel ändern. Zwei Top-3-Resultate ragen neben dem Genie- als Ginielstreiche heraus: Jener auf der zweiten Etappe zwischen San Luis und San Rafael sowie dem auf dem elften Teilstück durch die gnadenlose Atacama-Wüste von Antofagasta nach El Salvador. Fünf weitere Top-5-Ergebnisse hielten "GdV" und "DvZ" stets im Rennen um die Podestplätze.

Wider die Physik - "GdV" und "DvZ" lange auf Podestkurs

Trotz ihres großen Kampfgeistes blieb das erfolgreiche Ende des "Projekt Podiums" ein Traum. Technische Probleme mit dem Hydraulikkreislauf des Hilux-Pickups zu Beginn der 2014er-"Dakar" warfen Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz zurück, doch stets standen die "Dakar"-Sieger von 2009 wieder auf und zeigten der "Dakar" ihrerseits die Zähne.

Unsere guten Leistungen in der ersten Dakar-Woche machen uns optimistisch für die Zukunft.
Dirk von Zitzewitz

Bis zum Ruhetag zur "Dakar"-Halbzeit hatten sich "GdV" und "DvZ" zurück auf Kurs gebracht und gingen als Dritte in die abschließenden sieben Etappen. Trotz physikalischen Nachteils auf den Anden-Etappen mit Verlauf auf großer Meereshöhe, die ihren V8-Benziner im Vergleich zu Dieselfahrzeugen benachteiligten, verteidigten de Villiers/von Zitzewitz Rang drei clever bis zur neunten Etappe. In der Atacama-Wüste in Chile spielten die X-raid-Mini jedoch ihre Vorteile in Sachen Drehmoment und Endgeschwindigkeit voll aus. De Villiers/von Zitzewitz kämpften dennoch bis zum Zielstrich darum, am Ende unter den Top Drei das Ziel in Valparaiso zu erreichen.

Rallye Dakar 2014 - "GdV"- und "DvZ"-Terrain

Die Ausgabe 2014 bildete die härteste "Dakar" aller Zeiten. Seit die Rallye Dakar in Südamerika ausgetragen wird, wurden 2014 die längsten Wertungsprüfungen ausgetragen. Man muss bis ins Jahr 2005 zurückschauen, um eine längere als die Etappe zu finden, die 2004 die längste bildete - das 657 Kilometer lange Teilstück zwischen San Juan und Chilecito. Weitere zwei WPs oberhalb der 600-Kilometer-Marke formten obendrein das eigentlich perfekte Terrain für Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz, die seit Jahren zu den fittesten und bestvorbereitesten "Dakar"-Teilnehmern zählen. Von den 147 gestarteten Automobilen sahen unter extrem heißen, staubigen Bedingungen mit tiefem, weichen Sand, harten Schotter- und Geröllpisten nur 62 das Ziel - darunter, selbstverständlich, auch Mr. und Mr. Zuverlässig.

Sahnehäubchen auf dem Kuchen

Giniel de Villiers: "Für uns verlief die letzte Stage sehr gut, ich hatte von Anfang an einen guten Rhythmus. Dann regnete es jedoch sehr stark, die Strecke war rutschig und ich musste sehr aufpassen. Am Ende reichte es aber dann für den Etappensieg, was uns natürlich sehr freut. Die diesjährige Dakar verlief für uns, trotz der Probleme, die wir in der zweiten Woche teilweise hatten, insgesamt doch zufrieden stellend. Einen großen Anteil an unserem tollen Ergebnis hat Dirk, ohne den ich mich in vielen Situationen nicht so schnell zurechtgefunden hätte. Vielen Dank! Glückwunsch natürlich auch an Mini und vor allem an Nani Roma zum Gesamtsieg. Eine wirklich tolle Leistung. Beim nächsten Mal werden sie es aber nicht mehr so leicht haben. Dann greifen wir an!"

Dirk von Zitzewitz: "Die letzte Wertungsprüfung war nochmal ein schöner Abschluss einer für uns unterm Strich erfolgreichen Rallye Dakar. Sie war eher im WRC-Stil, es ging über Schotterpisten, die jetzt nicht so anspruchsvoll waren wie der Rest der Dakar. Wir haben uns heute keinen Kopf gemacht, sind einfach gefahren und wollten die Rallye ausklingen lassen. Den Tagessieg geholt zu haben - es war übrigens der erste eines Allrad-Benziners seit 2006 - war sozusagen das Sahnehäubchen auf dem Kuchen. Unsere guten Leistungen in der ersten Dakar-Woche machen uns optimistisch für die Zukunft. Wir können Südamerika mit einem Lächeln verlassen. Glückwunsch an Nani Roma und Mini zum Gesamtsieg!"


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