Dakar - Peterhansel: Dakar-Siege werden nie langweilig

Jeden Morgen Angst und Sorgen

Stephane Peterhansel erinnert sich im Motorsport-Magazin an seine faszinierende Dakar-Karriere. Der Rekordsieger gibt zu, früher richtig Angst gehabt zu haben.
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Motorsport-Magazin.com - Im Jahr 2012 war es endlich soweit: Stephane Peterhansel konnte die Rallye Dakar zum ersten Mal seit dem Wechsel nach Südamerika gewinnen - sein insgesamt zehnter Triumph bei der gefährlichsten Rallye der Welt. Wird es nicht langsam einmal langweilig, immer wieder die Dakar zu gewinnen? "Nein, der Reiz ist immer noch da", erklärt Peterhansel in der aktuellen Ausgabe des Motorsport-Magazins. "Auf meinen Sieg in diesem Jahr musste ich fünf Jahre lang warten, nachdem ich 2007 die letzte Auflage der Dakar in Südafrika gewonnen hatte. Seit dem Umzug der Rallye nach Südamerika war ich jedes Mal gespannt, weil es völlig neue Routen und Landschaften gab - da wird das Rennen nie langweilig. Gewinnen ist für mich übrigens auch nicht langweilig."

Der diesjährige Sieg für das x-raid Team sei zwar etwas Besonderes gewesen, doch noch lieber denkt Peterhansel an einen anderen Erfolg zurück. "Am liebsten erinnere ich mich an meinen ersten Sieg auf dem Motorrad im Jahr 1991", verrät der kantige Franzose. "Das ist jetzt schon mehr als 20 Jahre her, aber damals war es mein großer Traum, die Dakar zu bestreiten. Ich musste ein paar Jahre warten, bis es zu meinem ersten Sieg langte." Der Sieg auf dem x-raid Mini gehöre allerdings zu seinen persönlichen Top-3.

Am liebsten erinnere ich mich an meinen ersten Sieg auf dem Motorrad im Jahr 1991. Das ist jetzt schon mehr als 20 Jahre her, aber damals war es mein großer Traum, die Dakar zu bestreiten.
Stephane Peterhansel

Neben Peterhansel ist Hubert Auriol der einzige Pilot, der das Rennen sowohl auf zwei Rädern als auch auf vier Rädern gewinnen konnte. "Das Fahren mit dem Motorrad ist physisch viel anstrengender und auch gefährlicher", zeigt Peterhansel die relevanten Unterschiede auf. "Dafür ist das Motorrad auf der technischen Seite nicht so kompliziert, man kann die Technik leichter managen als beim Auto - ein Motor, zwei Räder und bei weitem nicht so viel Elektronik." Einen Sieg auf vier Rädern schätzt er höher ein: "Ich denke, dass es schwieriger ist, mit einem Auto zu gewinnen, denn mit dem Navigator du hast einen Faktor mehr, den du nicht kontrollieren kannst."

Im Laufe der langjährigen Dakar-Geschichte hat sich vieles verändert - Peterhansel erinnert sich noch gut an die früheren Zeiten der Marathin-Rallye. "Als ich meine erste Dakar gewann, hatten wir bestimmte Technologien, wie etwa das GPS-System, noch gar nicht", so der Rekordsieger. "Für die Piloten war die Navigation wesentlich komplizierter. Wenn man früher einen Unfall mitten in der Wüste hatte, wurde es schon schwierig. Ich glaube, das ist der größte Unterschied: GPS und Co."

Das war auch ein Grund, warum ich die Dakar nicht mehr auf dem Motorrad bestritten habe: der Stress vor den Starts war wesentlich größer und ich hatte Angst vor Unfällen.
Stephane Peterhansel

Ein häufiger Kritikpunkt an der Dakar: Sicherheit. In der Historie fanden schon mehr als 60 Menschen den Tod, auch die diesjährige Auflage forderte wieder ein Menschenleben. "Als ich früher noch auf dem Motorrad unterwegs war, hatte ich jeden Morgen vor dem Start Sorgen und Angst vor möglichen Gefahren", gibt Peterhansel ehrlich zu. "Das war auch ein Grund, warum ich die Dakar nicht mehr auf dem Motorrad bestritten habe: der Stress vor den Starts war wesentlich größer und ich hatte Angst vor Unfällen. Im Auto denke ich gar nicht an so etwas, da bin ich viel cooler." Ob Peterhansel auch 2013 wieder an den Start geht, lässt er noch offen.

Lesen Sie ein ausführliches Interview mit Stephane Peterhansel in der aktuellen Ausgabe des Motorsport-Magazins. Das Magazin ist im Handel erhältlich oder gleich online bestellen.


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