Dakar - Stimmen von Coma und Despres zur 8. Etappe

Coma: Brauche Stunden über Stunden

Die Rallye Dakar 2011 werden wohl die KTM-Markenkollegen Marc Coma und Cyril Despres unter sich ausmachen. Vom Gesamtsieg sprechen sie aber noch nicht.
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Motorsport-Magazin.com - Marc Coma und Cyril Despres sind auch bei der Rallye Dakar 2011 einmal mehr das Maß der Dinge. Der Spanier und der Franzose liegen nach der heutigen achten Etappe an der Spitze der Gesamtwertung, wobei Coma einen Vorsprung von knapp zehn Minuten sein Eigen nennen kann. Zwar brachte ihm sein heutiger dritter Etappensieg weitere 1:55 Minuten Vorsprung ein, doch vom Gesamtsieg will Coma noch nicht sprechen. Schließlich stehen noch fünf Etappen aus.

Comas heutige Taktik war einfach: An Lopez und Despres dranhängen und hinter ihnen zum Etappensieg fahren. - Foto: Red Bull/GEPA

"Heute bin ich in einer guten Position gestartet und hatte nur eine Taktik: An die anderen Beiden vor mir ranfahren, mich dranhängen und die Prüfung so zu beenden", gab Coma bei Eurosport zu Protokoll. "Chaleco [Lopez Contardo] hat wirklich sehr viel riskiert und auch mit aller Macht versucht, mich wieder abzuschütteln." Doch der als Erster in die Etappe gestartete Lopez haderte ein paar Mal, hatte kleinere Umfaller zu verbuchen und verlor so wieder an Boden.

Die Prüfung war richtig hart, eine echte Dakar-Wertung mit allem, was man sich so wünschen kann", fuhr Coma fort, der eben noch nicht an den Gesamtsieg denkt. "Ich brauche Stunden und Stunden an Vorsprung, um mich sicher zu fühlen. Solange ich die nicht habe, kann ich mich nicht sicher fühlen." Außerdem weiß der zweimalige Dakar-Sieger, dass noch lange nicht aller Tage Abend ist, noch fünf Etappen ausstehen. "Wenn ich mir das Roadbook ansehe, dann weiß ich, dass es bis Buenos Aires noch extrem weit ist."

Morgen wird noch einmal ein richtig harter Tag und dann wird es in Argentinien wieder holpriger.
Marc Coma

"Morgen wird noch einmal ein richtig harter Tag und dann wird es in Argentinien wieder holpriger", blickte der KTM-Pilot nach vorn. "Aber zumindest liege ich jetzt schon mal neun Minuten vorn. Die Organisatoren haben hier eine ganz neue und viel steinigere Route als letztes Jahr rausgesucht. Das hat uns alle überrascht, dass hier so viele Steine und Geröll in der Wüste sind. Am meisten Spaß macht es aber, wenn keine Steine gibt und der Sand nicht zu weich ist. So wie heute im letzten Abschnitt. Das hat heute richtig Spaß gemacht", rundete Coma seine Ausführungen über die Atacama-Wüste ab.

Despres will das Ruder noch einmal herumreißen

Am ehesten noch gefährlich werden kann Coma der Franzose Despres. Der liegt zu diesem schon weit fortgeschrittenem Zeitpunkt der Dakar-Rallye gerade einmal knappe zehn Minuten hinter seinem KTM-Markenkollegen und ist wild entschlossen, das Ruder noch einmal herumzureißen. Despres selbst fand die heutige Etappe ebenfalls sehr anspruchsvoll und konnte sich mit der Taktik Comas ebenfalls identifizieren - wäre er in dessen Situation gewesen.

"Die 500 Kilometer waren wirklich nicht einfach, mit vielen unterschiedlichen Untergründen und Böden", seufzte der 36-jährige bei Eurosport. "Auf manchen Abschnitten mussten wir gezwungenermaßen etwas langsamer fahren, auf anderen konnten wir richtig Gas geben. Wir haben heute mit Chaleco die Bahn gezogen und Marc hat sich dann an uns dran gehangen. Aber das ist so bei der Dakar, ich würde das anders herum ja nicht anders machen."

Es ist ganz klar, dass diese Rallye jetzt schon härter war, als alle anderen zuvor.
Cyril Despres

Trotz der heutigen Niederlage gibt Despres den Gesamtsieg noch nicht verloren. Zwei Mal konnte er in diesem Jahr schon Etappen für sich entscheiden, vier weitere Male wurde er Zweiter. Und zehn Minuten Rückstand fünf Wertungstage vor dem Ziel bedeuten noch nicht die Welt. "Ich gebe diese Rallye noch lange nicht verloren und ich werde Marc weiter unter Druck setzen und versuchen, diese Rallye noch herumzudrehen", so Despres.

Doch die Dakar-Ausgabe 2011 verlangt den Piloten einiges ab. Nicht nur Coma klagte über die teilweise schweren Abschnitte und Streckenführungen, auch Despres musste schnaufen. "Es ist ganz klar, dass diese Rallye jetzt schon härter war, als alle anderen zuvor, denn wir haben es uns mit Marc bis hier her schon richtig gegeben und uns gegenseitig attackiert und das Leben schwer gemacht", fügte er noch die Schwierigkeiten durch den engen Zweikampf mit dem Spanier an.


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