Britische F3 - Kolumne - Maro Engel

In Spa gute Kontakte geknüpft

Maro Engel war in Spa im F1- und GP2-Fahrerlager unterwegs. Jetzt geht es wieder auf die Rennstrecke.

Motorsport-Magazin.com - Das letzte Saisonrennen in der britischen Formel 3 steht für uns an diesem Wochenende in Rockingham noch aus, dabei möchte ich mir endgültig den Vizemeister-Titel sichern. Aber zwischenzeitlich orientiere ich mich schon für nächstes Jahr - man muss ja schließlich planen. So war ich am GP-Wochenende in Spa vor allem im GP2-Paddock, aber auch ein bisschen bei den Formel-1-Leuten unterwegs, um die Lage zu sondieren. Die GP2 wäre ja schon ein logischer Schritt für mich, und ich bin happy mit den Gesprächen, die ich an dem Wochenende geführt habe, mit den Kontakten, die ich geknüpft habe. Das wird mir helfen, eine Entscheidung für nächstes Jahr zu treffen. Es geht ja darum, die beste Entscheidung zu treffen, dafür muss man da sein, mit den Leuten reden, sehen, was möglich ist. Ich möchte diesmal auf jeden Fall auch sehr frühzeitig zu einem Ergebnis kommen, nicht wie dieses Jahr erst im März. Denn nur, wenn rechtzeitig feststeht, was man wo macht, kann man die Saison auch richtig gut vorbereiten.

Maro war wieder in Spa unterwegs - diesmal nur im Fahrerlager. © Jakob Ebrey

Natürlich wollen die GP2-Teams alle Geld sehen - der Bereich, in dem die Forderungen liegen, ist auch einerseits ähnlich, aber es gibt schon Unterschiede - und gute 100.000 Euro rauf oder runter sind ja auch schon was... Außerdem kommt es natürlich immer darauf an, welchen Gegenwert man dafür bekommt. Dazu kommt, dass jetzt die Budgets immer erstmal sehr hoch angesetzt sind - manchmal ändert sich da im Laufe der Zeit auch noch was, gehen die Teams ein bisschen runter, wenn sie merken, dass sie nicht ganz das bekommen, was sie sich vielleicht erhofft haben.

Außerdem sollte man auch sehen, wie man in einem Team zurechtkommt, bevor man eine Entscheidung trifft. Dafür ist es immer gut, da und dort erst mal einen Test zu fahren, um einen Eindruck zu bekommen und Erfahrung zu sammeln. Ich denke, das ist jetzt für mich der nächste Schritt, zu entscheiden, wo ich dann später im Herbst und Anfang des Winters erst einmal testen möchte. Die Resonanz, die ich von den verschiedenen Teams bekommen habe, war jedenfalls sehr positiv, sie kennen mich, wissen, was ich bisher gemacht und erreicht habe und sie sind interessiert, mich näher kennen zu lernen.

Wieder etwas gelernt: das ist erlaubt, wenn die Flagge still gehalten wird. © Jakob Ebrey

Aber das ist auch nicht die einzige Möglichkeit für nächstes Jahr, meine Verbindung mit Mercedes ist ja kein Geheimnis, und auch daraus ergibt sich ja vielleicht die eine oder andere Chance. Es ist aber schon klar, dass es mein eigentliches Ziel ist, es in die Formel 1 zu schaffen, und dafür gilt es, jetzt den richtigen Schritt zu machen. Wenn es natürlich eine Möglichkeit gäbe, irgendwie direkt einen Fuß in die Tür der Formel 1 zu bekommen, etwa als Testfahrer, würde ich klarerweise nicht nein sagen. Aber in der Formel 1 hängt halt - auch durch die ungeklärte Alonso-Situation noch sehr, sehr vieles in der Luft. Nicht zu Unrecht heißt diese Zeit jetzt ja die "Silly Season". Da muss man sicher noch eine ganze Weile abwarten, bis sich auch sozusagen "nach unten" die Dinge aussortieren.

Gewartet hatte ich nach unserem letzten Rennen in Croft ja auch darauf, ob ich im zweiten Rennen noch von Platz fünf auf Platz vier nach vorne gesetzt würde, weil mich mein Teamkollege Alberto Valerio meiner Meinung nach klar unter gelber Flagge überholt hatte, was man aus meiner Onboard-Kamera auch deutlich sah. Leider wurde da nichts draus - ich musste mich nämlich belehren lassen, dass das keine geschwenkte, sondern eine stillgehaltene gelbe Flagge war - und die gilt erst genau ab dem Punkt, wo der Posten damit steht. Und bis dorthin war Valerio tatsächlich schon an mir vorbei... Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich ihn im Laufe des Rennens garantiert noch mal attackiert, aber ich dachte ja, das sei gar nicht nötig, weil mir der Fall so eindeutig erschien... Na ja, wieder etwas gelernt!

Euer Maro Engel




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