Britische F3 - Kolumne - Maro Engel

Rekorde lieber auf der Strecke als auf dem Rad

Gut erholt kam Maro aus der kleinen Sommerpause. Jetzt will er einen erfolgreichen Saisonabschluss.

Motorsport-Magazin.com - Auch Rennfahrer brauchen mal eine kleine Pause - zuletzt hatte ich wirklich volles Programm, aber vor Thruxton hat es dann doch mal geklappt. Da hatte ich eine gute Woche richtig Urlaub, den ich zu Hause in Monaco zum Ausspannen und trainieren genutzt habe. Unter anderem zu einer längeren Tour auf dem Rennrad nach Italien rein, das waren dann schon gut 100 Kilometer. Ich hatte das eigentlich gar nicht so geplant, hatte meiner Mutter noch gesagt, also in eineinhalb Stunden bin ich wieder da - und dann wurden es vier...

Maro gibt noch einmal alles. © Jakob Ebrey

Aber es hat einfach so viel Spaß gemacht! Bis auf die Stadtdurchfahrt von San Remo vielleicht - da war nämlich gerade Markt und dementsprechend ein riesiges Verkehrschaos. Da bin ich selbst mit dem Fahrrad nur im Stau gestanden. Aber man muss dann in solchen Situationen auch vorsichtig sein. Man hat ja jetzt bei Maldonado wieder gesehen, wie schnell man sich auf dem Rennrad eine Verletzung holt, vor zwei Jahren hatte auch Nick Heidfeld ein Problem... Da passe ich dann doch lieber extrem auf - auch wenn dann am Ende die Zeit oder der Kilometerschnitt nicht so doll aussieht. Davon abgesehen soll ich ja sowieso mehr langsam und in niedrigen Pulsbereichen trainieren und nicht irgendwelche Rekorde dabei aufstellen.

Die wären eher in Thruxton auf der Strecke angesagt gewesen - aber dazu haben mir vor allem im Qualifying die passenden Windschatten-Chancen etwas gefehlt. Wobei - das erste Rennen vom 15. Startplatz aus auf Rang drei, das war schon rekordverdächtig, das war sicher eines der besten Rennen, die ich je gefahren bin. Leider hat mir dann im zweiten ein kleines bisschen Speed gefehlt, offensichtlich ist es unserem Setup nicht entgegengekommen, dass es wärmer geworden war. So musste ich mich dann mit dem vierten Rang begnügen, obwohl ich direkt nach dem Start schon mal Zweiter war. Aber wenigstens konnte ich mich zweimal vor Marko Asmer platzieren und so verhindern, dass der schon vorzeitig Meister wurde.

Thruxton - ein Ausflug ins Grüne. © Jakob Ebrey

Jetzt hatten wir in dieser Woche auch noch einen Test in Rockingham, wo ja Ende September das Saisonfinale stattfindet, aber zuvor sind wir noch in Croft. Das ist ein bisschen Neuland, denn im letzten Jahr sind wir dort kein Rennen gefahren, nur einen Test im Winter, aber da hat mir der Kurs recht gut gefallen. Croft ist im Gegensatz zu Thruxton wieder eine "richtige" Rennstrecke, mit vielen mittelschnellen bis schnellen Kurven, insgesamt sind es genau 13, auch ziemlich wellig, aber auf jeden Fall eine, wo es wieder mehr auf den Fahrer und die Autoabstimmung ankommt, nicht nur so sehr auf das extreme Windschattenfahren.

Ich werde auf jeden Fall versuchen, noch einmal Punkte auf Asmer gut zu machen - und es wäre natürlich toll, wenn wir die Meisterschaft noch einmal offenhalten könnten, bis zum Finale. Aber ich weiß, dass das eine sehr schwierige Aufgabe wird - denn da müsste nicht nur ich ganz vorne landen, da müsste auch Asmer ein paar Probleme kriegen, so dass er nur ganz wenige Punkte macht. Für mich selbst wäre natürlich jetzt gegen Saisonende noch einmal der ein oder andere Sieg sehr wichtig - gute Einzelergebnisse am Schluss machen immer einen guten Eindruck, wenn es um Perspektiven und Verhandlungen für die kommende Saison geht.

Euer Maro Engel


 
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