Blancpain GT Series - Vorschau: Titelentscheidung in Barcelona

Letztes Blancpain-Rennen der Saison

Die Blancpain-GT-Serie entscheidet sich am ersten Oktoberwochenende in Katalonien. Auf dem Spiel stehen die Gesamtwertung und die Titel im Sprint-Cup.
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Motorsport-Magazin.com - Die Blancpain-GT-Serie geht am kommenden Wochenende in ihre zehnte und letzte Veranstaltung des Jahres 2016. Auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya entscheidet sich Gesamtwertung und die Titel im Sprint-Cup. Ein üppiges Feld mit 35 GT3-Fahrzeugen von acht Herstellern hat sich für das Finale angekündigt.

Insgesamt sind in Katalonien noch 34 Zähler zu vergeben. Maxi Buhk und Dominik Baumann im HTP-Mercedes gehen mit vier Punkten Vorsprung und damit als Favoriten ins Finale. Ebenfalls noch mit Chancen auf einen Titel sind zwei Deutsche: ein Tourenwagen- und GT-Altmeister sowie ein nicht anwesendes GT-Ass.

Motorsport-Magazin.com wirft einen Blick auf die Situation der Meisterschaftsaspiranten vor dem entscheidenden Wochenende.

Können sich HTP und Mercedes durchsetzen?

Buhk und Baumann haben den Endurance-Cup am Nürburgring verloren, aber dafür einen Vorteil in der Gesamtwertung der Blancpain-GT-Serie gewonnen. Vier Punkte Vorsprung vor Rob Bell im McLaren und zehn auf Laurens Vanthoor im Audi klingen nicht dominant, aber der Trend scheint auf der Seite der beiden Jungspunde von HTP-Mercedes zu sein. Garage 59 mit McLaren rettete sich in der Eifel zum Titelgewinn und Vanthoor hat 2016 im Sprint-Cup bislang von vier Rennwochenenden nur ein gutes gehabt.

Das deutsch-österreichische Duo liegt im Sprint-Cup 17 Punkte hinter Chris Mies und Enzo Ide im WRT-Audi. Wenn alles für den AMG GT mit der Startnummer 84 läuft, dann wären sogar noch zwei Titel möglich. Buhk und Baumann - gemeinsam GT3-Europameister im Jahr 2012 - müssen sich aber bei Sprintrennen nichts mehr beweisen und können das große Ganze im Blick behalten: die Gesamtwertung.

Ein letzter internationaler Titel für Bernd Schneider?

Bernd Schneider könnte nach diesem Wochenende noch etwas Platz in seinem vermutlich bereits übervollen Trophäenschrank machen müssen. Der DTM-Rekordsieger in den Diensten von Mercedes liegt zusammen mit seinem niederländischen Partner Jules Szymkowiak auf dem dritten Rang und hat mit 20 Punkten Rückstand durchaus noch Chancen auf den Titel im Sprint-Cup.

Das Duo mit einem Altersunterschied von mehr als 30 Jahren hat bislang einige Podestplätze eingefahren und an jedem Wochenende des Sprint-Cups gepunktet. Schneider und Szymkowiak im ‚anderen‘ HTP-Mercedes werden für eine Überraschung bereit sein, wenn es an der Spitze im Kampf um die Gesamtwertung zu Unregelmäßigkeiten kommen sollte.

Mehr-Generationen-Projekt bei HTP-Mercedes: Schneider (Mitte) und Szymkowiak (rechts) - Foto: Günter Kortmann

Behält McLaren die Nerven?

Garage 59, McLaren und das Trio Rob Bell, Côme Ledogar und Shane Van Gisbergen hatten auf dem Nürburgring eine gute Portion Glück auf ihrer Seite. Der Australier Van Gisbergen war noch nicht einmal vor Ort und durfte sich nach dem dreistündigen Lauf trotzdem Sieger des Endurance-Cups nennen. Unverdient war der Titelgewinn nicht, da die Leistung über die Saison hinweg stimmte; aber souveräne Siege sehen anders aus.

Rob Bell hat nur fünf Punkte Rückstand auf Buhk und Baumann. Zudem teilt er sich den McLaren mit Àlavro Parente, der zum Besten gehört, was der Hersteller aus Woking zu bieten hat. Allerdings verlief das vierte Sprint-Wochenende in Ungarn fürchterlich. Das letzte gute Rennen war im Juli am Nürburgring. Das ist ziemlich lang her und deutet eher auf eine Abwärtsentwicklung beim Gesamtpaket hin.

Das Potential für Podestplätze ist vorhanden: Sollten Bell und Parente es umsetzen können, dann könnte 2016 als beste GT-Saison in die Geschichtsbücher von McLaren eingehen.

Chris Mies als abwesender Meistermacher?

Unzählige Male hat Chris Mies im Audi R8 LMS sein Talent bewiesen und dieses in wichtige internationale Siege und Titel verwandelt. Trotzdem ist Mies in Barcelona ein Außenseiter. Und das als souveräner Meisterschaftsführender im Sprint-Cup. Das liegt vor allem daran, dass das deutsche GT-Ass wegen anderer Verpflichtungen nicht in Barcelona an den Start gehen kann.

Jetzt liegt es seinem Partner Enzo Ide. Der korpulente Belgier aus wohlbetuchten Verhältnissen hat allerdings in dieser Saison im Sprint-Cup Herausragendes geleistet. In Duellen mit erfahreneren Piloten machte er kaum Fehler und fuhr ebenso klug wie schnell. Für das Finale wird er von Robin Frijns unterstützt. Der Niederländer wurde 2015 Zweiter im Sprint-Cup und weiß, wie man den WRT-Audi am Limit bewegt.

Sollten Frijns und Ide allerdings nicht punkten und die Konkurrenz nicht aufschließen können, würde Mies ebenfalls den Titel gewinnen - Shane Van Gisbergen lässt grüßen. Gewönne Mies auch beim ADAC GT Masters, könnten es sogar zwei Titel an einem Wochenende werden.

Ide und Mies durften 2016 viel zusammen jubeln: Beim Finale bekommt der Belgier einen neuen Partner - Foto: Vision Sport Agency

Der Zeitplan für Barcelona

Das Rennwochenende beschränkt sich auf den Samstag und den Sonntag. Beide Rennen werden am Sonntag abgehalten und im Live-Stream übertragen.

Qualifikation: Samstag, 15:30 bis 16:50 Uhr
Sprintrennen: Sonntag, 9:15 bis 10:15 Uhr
Hauptrennen: Sonntag, 14:10 bis 15:10 Uhr


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