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Blancpain GT Serien - Wer gewinnt in Spa? Die Redakteure fachsimpeln

Viele Favoriten, unterschiedliche Tipps

Yannick Bitzer und Sönke Brederlow über die Siegkandidaten bei den 24 Stunden von Spa-Francorchamps. Ist Audi nach der Extra-BoP-Wurst noch zu schlagen?
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Yannick: "Laurens Vanthoor und WRT-Audi stehen also auf Pole für die 24 Stunden. Eine Überraschung ist das ja nicht, obwohl mein Tipp ja eigentlich bei Kévin Estre und McLaren lag. Und da kam ja nicht so richtig viel, ähnlich wie bei BMW. Wobei die Marc-VDS-Autos ja noch schwächer abschnitten als der ART-Renner. Wie dem auch sei, Sönke, was meinst du? Wer wird im Rennen wohl die Nase vorne haben? Bleibst du bei BMW?"

Sönke: "24 Stunden sind lang, eine Vorhersage dementsprechend schwierig, das weiß jeder. Dennoch würde ich mein Geld auf einen der beiden BMW Z4 von Marc VDS setzen. Das Team hat Top-Fahrer am Steuer, darunter gleich zwei aktuelle DTM-Piloten. Vielleicht gibt es aber auch eine faustdicke Überraschung. Was hältst du zum Beispiel von Bentley, Yannick?"

Nach den Siegen in Le Mans und auf dem Nürburgring müsste das Rennglück bei Audi aber so langsam verbraucht sein.
Sönke Brederlow

Yannick: "'Dick' würde im Hinblick auf einen Bentley-Sieg natürlich passen, aber nachdem die Engländer ja schon zwei Durchgänge der BES-Meisterschaft gewonnen haben, wäre ich gar nicht mal so überrascht. Die Frage ist, ob die Wuchtbrummen bis zum Ende halten werden, denn schnell sind sie allemal. Allerdings steht Audi nach der neusten BoP-Anpassung schon extrem gut da. Das ist wohl der Ausgleich dafür, dass man im vergangenen Jahr angeblich so arg unterlegen war. Drei Millimeter mehr Luft, zehn Kilo raus und obendrein noch fünf Millimeter mehr Bodenfreiheit. Wenn das kein deutliches Performance-Plus bringt, dann weiß ich's auch nicht."

Überraschungen durch Chaos?

Sönke: "Nach den Siegen in Le Mans und auf dem Nürburgring müsste das Rennglück bei Audi aber so langsam verbraucht sein. Jetzt gönne ich es mal einem anderen Hersteller. Meine Sympathien hätte zum Beispiel der Wochenspiegel-Porsche von Manthey in dem unter anderem unser Kolumnist Christian Menzel sitzt. Christian ist ein cooler Typ, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Nach seinem zweiten Platz auf dem Nürburgring ist nun der Rennsieg an der Reihe. Ob Porsche allerdings um den Gesamtsieg mitfahren kann, bezweifle ich. Nach Problemen im Qualifying startet das Quartett ja auch nur vom 40. Startplatz. Ein schweres Unterfangen …"

Der bekannte Manthey-Elfer im Vorjahr in Spa-Francorchamps - Foto: V-IMAGES.com/Fabre

Yannick: "Exakt. Im Vorjahr war Olaf mit seiner grün-gelben Speerspitze ja nahe am Sieg dran, aber mit dem VLN-Aufgebot wird wahrscheinlich nicht allzu viel gehen. Porsche lässt aufgrund der Le-Mans- beziehungsweise WEC-Projekte im GT3-Bereich derzeit sowieso etwas schleifen. So viel Werksunterstützung wie bei den Audi-, BMW- und Mercedes-Teams ist da beileibe nicht im Spiel. Aber erinnerst du dich noch an Dubai? Wer hatte denn schon den Stadler-Porsche auf der Rechnung? Ein typisches Favoritensterben war das."

Sönke: "Ja, das war in der Tat eine Überraschung. Dafür gibt es in Belgien noch einen Faktor, der in der Wüste unbedeutend war: das Wetter. In den Ardennen spielt der Wettergott ja gerne mal verrückt, und auch für dieses Wochenende sind schwere Regenschauer und Gewitter vorhergesagt. Das könnte Mercedes in die Karten spielen, denn der SLS lässt sich nach Ansicht vieler Fahrer bei nahezu allen Bedingungen gut fahren. Apropos Mercedes: Im Vorjahr konnten sich die Stuttgarter hier in Spa den Gesamtsieg sichern. Glaubst du, dass die auch in diesem Jahr wieder dran sein werden?"

Ferrari nicht ganz vorne zu erwarten

Yannick: "Der Benz ist auf jeden Fall eine Bank, was gutes Grundtempo und Zuverlässigkeit angeht. Daher muss man die Sterne auf jeden Fall ernst nehmen. Mich wundert allerdings, dass man bei HTP die drei Vorjahressieger Buhk, Götz und Schneider auf zwei Autos verteilt hat. Vielleicht hatte Sponsor Petronas, der für Spa ja über Teamneuzugang Jazeman Jaafar bei HTP an Bord gekommen ist, bei der Platzverteilung auch so seine Wünsche. Das ist aber nur eine vage Vermutung. Aber Black Falcon ist ja auch noch für die Schwaben im Spiel. Mindestens die Buurman-Paarung ist da richtig hoch einzuschätzen."

Der Benz ist eine Bank, was gutes Grundtempo und Zuverlässigkeit angeht.
Yannick Bitzer

Sönke: "Dass die Falken 24-Stunden-Rennen gewinnen können, haben sie im Vorjahr auf dem Ring bereits bewiesen, zuzutrauen ist es ihnen also. Aber auch HTP Motorsport sollte weiterhin gute Chancen haben. Und überhaupt: Meiner Meinung nach kommen nahezu alle Fahrzeuge aus der Pro-Klasse für den Gesamtsieg in Frage. Leider hat Ferrari nur Fahrerbesetzungen in der Pro-Am-Klasse, auch wenn es für AF Corse im Qualifying zum zweiten Startplatz reichte. Im Rennen werden die Roten vermutlich wieder nach hinten durchgereicht. Auf welches Team würdest du dein Geld setzen? Meins liegt ja schon bei Marc VDS."

Yannick: "Tja, obwohl ich nach dem Rennen ja äußerst gerne über einen Sensationssieg für McLaren und die Von-Ryan-Truppe mit dem neuseeländischen Tourenwagen-Star Shane Van Gisbergen berichten würde, setzte ich mal einen Kasten belgisches Bier auf HTP-Mercedes, noch dazu dann eine Tüte Pommes auf die Paarung Schneider, Primat und Verdonck. Ich hoffe jedenfalls, dass es so richtig schön spannend wird. Auf nach Spa!"

Sönke: "Spannung? Darauf wirst du auf der Ardennen-Achterbahn sicher nicht verzichten müssen. Ich freue mich auf einen packenden Langstreckenklassiker!"


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