Blancpain GT Serien - Rückblick 2013

Und am Ende siegt doch Audi

Die Geschichte der FIA-GT-Serie ist die eines Überganges. Sportlich war sie dank spannender Rennen jedoch mehr als nur ein Lückenfüller.
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Motorsport-Magazin.com - Die FIA-GT-Serie übernahm das Erbe der Ende 2012 eingestellten GT1-Weltmeisterschaft und wird ab 2014 Blancpain Sprint Series heißen. Damit verschwindet der Name der Serie bereits nach einem Jahr wieder aus den Motorsportkalendern. Die sechs Veranstaltungen das Jahres 2013 werden jedoch für eine Vielzahl unterhaltsamer GT3-Rennen in Erinnerung bleiben.

Der Plan von GT-Organisator Stépahne Ratel eines gemeinsamen Championats aus der Blancpain Endurance Series und der ehemaligen GT-WM zu einer "World Series" scheiterte. Trotzdem machte der Franzose mit dem Automobilweltverband FIA gemeinsame Sache, um durch die bennenung seiner neuen GT-Sprint-Serie an die erfolgreichen Zeiten der FIA-GT-Meisterschaft von 1997 bis 2009 erinnert wurde. Medial wichtiger war im Vorfeld jedoch eine einzige Person: Rallyeweltmeister Sébastien Loeb, der in einem McLaren seines eignen Teams in der FIA-GT-Serie antrat bevor er 2014 in die Tourenwagen-WM wechselt.

Audi zeigt von Anfang an Stärke, Lamborghini siegt als Gaststarter

Trotz schlechten Wetters strömten zehntausende Besucher am Osterwochenende zum Saisonbeginn in das beschauliche Nogaro in der Nähe von Bordeaux. 24 GT3-Fahrzeuge standen auf der finalen Meldeliste - ein Zeugnis der intensiven Bemühungen Ratels um ein ansehnliches Starterfeld.

Der Reiter-Lamborghini in Zolder auf dem Weg zum einzigen Saisonsieg - Foto: V-IMAGES.com/Fabre

Bei ständig wechselnden Bedingungen waren die drei Audis des belgischen WRT-Teams eine Klasse für sich. Beim Hauptrennen wurde ein Dreifachsieg auf der Strecke durch eine nachträgliche Strafe wegen eines nicht abgestellten Motors in der Boxengasse um einen R8 ultra reduziert. GT-Spezialist Frank Stippler und Edward Sandström erbeten den Sieg von Niki Mayr-Melnhof und René Rast.

Beim zweiten Lauf in Zolder war das Feld auf 21 Wagen geschrumpft. Während die Pro- und Pro-Am-Wertung ordentlich besetzt waren, zeigte sich das mangelnde Interesse bei den Gentleman-Fahrern deutlich. Für WRT-Pilot Laurens Vanthoor hätte das Wort Heimsieg in Zolder sehr konkrete Bedeutung gehabt: Der junge Belgier wohnt in Sichtweite zur Strecke.

Jedoch gelangen ihm und seinem Partner Stéphane Ortelli nur der Sieg im Qualifikationsrennen. Der Slowake Štefan Rosina und das niederländische GT-Ass Peter Kox auf ihrem Reiter-Lamborghini verteidigten nach zwei harten Stints den ersten Platz im Hauptrennen gegen einen furiosen Vanthoor im Schlussstint.

Mercedes mit Zwischenhoch, Verwirrung um Pamela Anderson

Der dritte Lauf auf dem Dünenkurs von Zandvoort war die Bühne für eine große Vorstellung des Israelis Alon Day und besonders seines deutschen Partners Maximilian Buhk mit ihrem Mercedes-Flügeltürer von HTP Gravity Charouz. Nur die beiden waren in der Lage, den Audi von WRT Paroli zu bieten und krönten ihre Leistung mit einem Sieg im Hauptrennen.

In Zandvoort eine Klasse für sich: Day und Buhk im HTP-Mercedes - Foto: V-IMAGES.com/Fabre

Die zweite Saisonhälfte sollte mit einem internationalen Star im Fahrerlager des Slovakiarings beginnen. Doch die Ankündigung des Ferrari-Teams mit dem Namen Race Alliance by Pamela Anderson unter der Leitung der ehemaligen TV-Badenixe erwies sich jedoch als eine haarsträubende Luftnummer des umtriebigen Östereichers Markus Fux. Dafür gab Albert von Thurn und Taxis zusammen mit GT1-Weltmeister Marc Basseng in der Slovakei ein Gastspiel für Reiter.

Im Hauptrennen zeigten Andreas Simonsen und Sergey Afanasiev, dass auch Pro-Am-Paarungen nicht unterschätzt werden dürfen: Das schwedisch-russische Duo gewann mit ihrem SLS vor den drei WRT-Audi. Die schnellen Paarungen Loeb/Parente sowie Buhk/Day waren bereits in der ersten Runde durch Unfälle ausgeschieden.

Spektakulärer Schlussakt beim inoffiziellen GT3-Weltfinale

Im spanischen Los Arcos lieferten Sébastien Loeb und sein Partner Álvaro Parente ein perfektes Wochenende mit der Poleposition und Siegen in beiden Rennen an. Zum einzigen Mal in der Saison entsprach die Punkteausbeute des Loeb-Teams der Leistung. Da war es allerdings schon zu spät, um noch um die Meisterschaft kämpfen zu können.

Beim Finale im 'Monaco des Kaukasus' ging es eng zu - Foto: V-IMAGES.com/Fabre

Da zeitgleich das Finale des ADAC GT Maters ausgetragen wurde, blieben viele deutschsprachige Toppiloten dem Spanien-Wochenende fern. Maximilian Buhk büßte dadurch die noch vorhanden Außenseiterchancen auf den Titel ein: Fünf WRT-Audi-Fahrer konnten es beim letzten Lauf unter sich ausmachen.

Mit 28 Fahrzeugen - darunter viele hochkarätige Gaststarter - begab sich die FIA-GT-Serie nach Aserbaidschan, um auf dem Stadtkurs der sogenannten Baku World Series das Finale auszutragen. So chaotisch wie die organisatorischen Verhältnisse vor Ort waren, so unterhaltsam und teilweise unübersichtlich waren die Rennen. Edward Sansström rammte im ersten Training die Callaway-Corvette und musste nach Strafversetzung im Mittelfeld starten.

René Rast wiederholte seine außergewöhnliche Leistung in Qualifikation und Qualifikationsrennen, so dass er und Parter Mayr-Melnhof von der Pole ins Hauptrennen gingen. Nach einer Kollision in der ersten Schikane führten allerding Vanthoor und Ortelli, die schließlich nach einem ereignisreichen Rennen mit ihrem ersten Sieg in einem Hauptrennen auch den Titel gewannen - nach einer konstanten Leistung mit neun Podestplatzierungen durchaus verdient.


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