Blancpain GT Serien - Basseng/Winkelhock nach Titel überglücklich

Genugtuung nach dem Vorjahr

Marc Basseng und Markus Winkelhock reisten mit nur einem Punkt Vorsprung nach Donington - mit genau diesem einen Punkt Vorsprung verliesen sie die Insel wieder.

Motorsport-Magazin.com - Das ist der größte Erfolg im Motorsport für den Rennstall aus Sachsen: Muennich Motorsport aus Friedersdorf hat in der FIA GT1 World Championship 2012 beide Weltmeistertitel gewonnen - sowohl in der Teamwertung als auch in der Fahrerwertung. Das steht jetzt nach dem furiosen Saisonfinale am vergangenen Wochenende auf der Traditionsrennstrecke im englischen Donington Park fest.

Marc Basseng (Neusalza-Spremberg) und Markus Winkelhock (Berglen-Steinach) waren mit dem Mercedes-Benz SLS AMG GT3 mit der Startnummer 38 mit einem Punkt Vorsprung zu den Verfolgern auf die Insel angereist und haben sie als GT1-Weltmeister mit demselben hauchdünnen Vorsprung auch wieder verlassen. Ihre Teamkollegen Nicky Pastorelli (Italien/Niederlande) und Thomas Jäger (München) im Schwesterauto mit der Startnummer 37 belegen in der Endabrechnung der Fahrerwertung den sechsten Platz.

Genugtuung nach dem Vorjahr

"Das ist einfach riesig. Nachdem wir im vorigen Jahr knapp vor dem Ziel gescheitert waren, haben wir nun beide Titel eingefahren", sagte René Münnich, der Gründer, Besitzer und Teamchef des deutschen Rennstalls aus Friedersdorf. "Dafür haben alle in unserer Mannschaft - angefangen bei den Helfern und Mechanikern über die Renningenieure bis hin zu den Fahrern - die ganze Saison über hart gearbeitet und nun dafür den verdienten Lohn geerntet."

Das Saisonfinale begann im Qualifying mit den Plätzen fünf für Pastorelli/Jäger und zehn für Basseng/Winkelhock nicht gerade optimal, zumal das in der WM-Wertung nur einen Punkt zurückliegende BMW-Duo Michael Bartels (Deutschland) und Yelmer Buurman (Niederlande/#18) dort auf Rang sieben ankam. Doch schon im Qualifying Race am Samstag bauten Basseng und Winkelhock mit Platz fünf direkt vor Pastorelli/Jäger den Vorsprung auf Bartels/Buurman, die als Neunte leer ausgingen, auf drei Zähler aus. Den Sieg hatten sich Frederic Makowiecki/Stef Dusseldorp (Frankreich/Niederlande) im McLaren (#1) geholt und damit ihre Titelchancen gewahrt.

Spektakuläres Finale

Im ebenfalls einstündigen Championship Race kam es dann am Sonntag zum Showdown. In der zweiten Runde nach dem Boxenstopp wurde Markus Winkelhock von Yelmer Buurman attackiert - es kam zur Kollision, wobei beide Autos erheblich beschädigt wurden und beide Fahrer zur Untersuchung ins Medical Center mussten. Winkelhock konnte dieses bald wieder verlassen, Buurman blieb noch zur Beobachtung dort. "Das Wichtigste ist, dass Yelmer okay ist. Aber ich denke, dass Markus nicht allein Schuld an diesem Unfall hatte. Der hinter ihm fahrende BMW wollte mit aller Macht vorbei, wobei es dann zu zwei Berührungen kam, die zum Crash beider Autos führten", sagt Marc Basseng, der auch Team-Manager bei Muennich Motorsport ist.

Unsere Autos waren nicht immer die Schnellsten, doch wir haben kontinuierlich gepunktet.
Marc Basseng

Dennoch wurde nach dem Rennen der Münnich-Mercedes #38 von den Stewards disqualifiziert und aus der Wertung des Championship Race ausgeschlossen. Bartels/Buurman bekamen als Neunte einen Zusatzpunkt zugesprochen. Daraus ergab sich, dass Basseng/Winkelhock auf 145 Zähler kommen und damit einen Zähler mehr haben als Makowiecki/Dusseldorp (144), die auch das Championship Race gewannen, und Bartels/Buurman (144). Den Ausschlag zum Vize-Titel für das McLaren-Duo gab ein mehr erzielter Sieg. In der Team-Weltmeisterschaft wurde Muennich Motorsport mit 245 Punkten deutlich vor Hexis Racing (McLaren/209), Belgian Audi Club Team WRT (203) und Vita4One Racing (BMW/200) Gesamtsieger.

Der Titel mit großem Vorsprung in der Team-WM ist auf die Konstanz der beiden Münnich-Mercedes die gesamte Saison über zurückzuführen. "Wir haben daran hart gearbeitet. Unsere Autos waren nicht immer die Schnellsten, doch wir haben kontinuierlich gepunktet", erklärt Marc Basseng. "Und einen ganz großen Anteil hat die gesamte Crew, die bei den Boxenstopps immer mit zu den Schnellsten im Feld gehörte. Teamwork hat uns zu den beiden Titeln verholfen, die unser größter Erfolg im Motorsport überhaupt sind."


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