Bikes - Jonny Walker gewinnt 20. Erzbergrodeo

Viel Erz und viel Schmerz

Hart, härter, Erzberg! Das Erzbergrodeo wurde zu seinem 20. Jubiläum seinem Ruf als härtestes World Xtreme Enduro Rennen der Welt mehr als nur gerecht.

Motorsport-Magazin.com - Das Red Bull Hare Scramble verlangte am Sonntag den 500 schnellsten Fahrern alles ab, nur 31 Rider erreichten im Zeitfenster von vier Stunden das Ziel. Der Brite Jonny Walker raste souverän zum Sieg, der Niederösterreicher Lars Enöckl kämpfte sich trotz Verletzung auf Rang zwölf.

Ein abgebrühter Youngstar

Beim Start des Red Bull Hare Scrambles ging es gleich ordentlich zur Sache. Durch tiefen Schlamm und Wasser ging es rasant um die Kurve und den ersten Schotteranstieg hinauf. So mancher Rider aus der ersten Startreihe hatte schon hier seine liebe Mühe und purzelte samt Motorrad rückwärts den Hang wieder hinunter. Der Steirer Seppi Fally meisterte diese Passage am besten, und setzte sich überraschend vor dem hochkarätigen Starterfeld in Führung. Diese währte jedoch nicht lange - nach einem Sturz von Fally übernahm der junge Brite Jonny Walker Platz eins.

Favoriten abgeworfen

Ich habe heute keine Fehler gemacht.
Jonny Walker

Vorjahressieger Graham Jarvis, David Knight und Ben Hemingway hatten mit den Tücken des Erzbergs zu kämpfen. Walker hingegen brauste vorn davon und pflügte unaufhaltsam seine Spuren in den tiefen Boden des eisernen Giganten. Der Deutsche Andreas Lettenbichler, 2013 auf Rang zwei, konnte noch am ehesten mit dem Youngstar mithalten. Während sich die Elite den ersten Schlüsselstellen näherte, mussten sich dutzende Rider aus den hinteren Startreihen bereits nach den ersten Schottertrassen entnervt und entkräftet dem Erzberg beugen. Jarvis startete schließlich doch noch eine Aufholjagd und näherte sich Stück für Stück den Verfolgern von Walker an.

Mensch und Maschine vs. Natur

Machine, Badewanne, Carl´s Dinner und Dynamite lauten nur einige der schwierigsten Passagen. Dabei gilt es mit dem Motorrad fahrend, schiebend oder ziehend mannshohe Felsen, rutschige Waldpassagen, tückische Geröllhalden und tiefe Schotter-Steilhänge zu überwinden. Stürze sind ebenso vorprogrammiert wie Schmerzen. Das Fluchen der Fahrer vermischte sich mit dem Lärm der rauchenden Motoren. Organisator Karl Katoch hat es sich natürlich nicht nehmen lassen, die ohnehin extrem schwierige Strecke zum Jubiläum noch zusätzlich zu verschärfen.

Emotionen im Ziel

Nach rund 98 Minuten erreichte Jonny Walker schließlich in Rekordzeit in souveräner Manier das Ziel. Der 25-Jährige war sichtlich erleichtert: "Ich habe heute keine Fehler gemacht. Ein großartiger Tag für mich, ich bin überglücklich." Als bester von sechs Österreichern im Ziel erreichte Lars Enöckl - trotz Verletzung an der Hand - Rang zwölf.

Ergebnisse

1. Jonny Walker (UK) 01:37:38
2. Graham Jarvis (UK) 01:50:50
3. Andreas Lettenbichler (GER) 01:53:01
4. Alfredo Gómez (ESP) 01:53:53
5. Paul Bolton (UK) 01:55:21
12. Lars Enöckl (AUT - NÖ) 02:33:17
19. Rudi Pöschl (AUT - Tirol) 03:20:51
20. Peter Rieder (AUT - SBG) 03:29:20
21. Harry Neumayr (AUT – SBG) 03:40:23
22. Dieter Rudolf (AUT – NÖ) 03:40:31
25. Philipp Bertl (AUT – NÖ) 03:50:14

Zitate

Jonny Walker (Sieger 2012 und 2014): "Ich bin am Start relativ gut weggekommen und habe über das gesamte Rennen keine Fehler gemacht. Ich habe viel trainiert und mich akribisch auf das Red Bull Hare Scramble vorbereitet. Danke an mein Team von KTM, das Bike war perfekt abgestimmt. Ein großartiger Tag für mich, ich bin überglücklich."

Graham Jarvis (Sieger 2013): "Ich hatte einen schlechten Start und bin dann im Verkehr gesteckt. In manchen Passagen ist das überholen unmöglich. Aber ich konnte dann doch noch eine Aufholjagd starten und bin unter diesen Umständen wirklich zufrieden mit dem zweiten Platz."

Andreas Lettenbichler: "Es war dieses Mal ein Wahnsinn, die Strecke war irre schwer. Ich habe teilweise Passagen zwei oder drei Mal anfahren müssen. Ich bin einfach nur froh, dass ich jetzt im Ziel bin. Ein Podium ist wie ein Sieg für mich!"

Lars Enöckl: "Nach meinem Sturz am Freitag war ich nicht sicher, ob ich überhaupt starten kann. Ich bin so glücklich, dass ich ins Ziel gekommen bin, trotz zwei ausgekugelten Fingern."

Karl Katoch (Organisator): "Es war ein würdiges Jubiläum mit insgesamt 38 Nationen am Start und einer absoluten Fabelzeit von Jonny Walker."


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