Mercedes-Piloten über DRS-Einsatz 2013 - Überholen soll nicht zu einfach werden

Beim Barcelona-Test fahren erstmals alle Hersteller mit DRS. Geht es nach den Fahrern, fällt der Geschwindigkeitsvorteil nicht so groß aus wie in der F1.

In der DTM scheint derzeit kein Stein auf dem anderen zu bleiben - das Freitagstraining und das Warm-up am Sonntag wurden 2013 gestrichen, dafür sollen diese Saison Option-Reifen und DRS - analog zu dem verstellbaren Heckflügel aus der Formel 1 - für spannendere Rennen sorgen. "Ich finde es immer gut, wenn es neue Dinge gibt. Vielleicht werden die Rennen so spannender und es gibt mehr Überholmanöver", erklärte Daniel Juncadella.

Schon in der Vergangenheit experimentierte die DTM mit dem Drag-Reduction-System (DRS). Wie Motorsport-Magazin.com erfuhr, werden bei den offiziellen Testfahrten in Barcelona erstmals alle drei Hersteller das System testen. Bei bisherigen, privaten Tests sah DRS vielversprechend aus, wie Robert Wickens verriet: "Bislang war es bei den Testfahrten ziemlich effektiv. Es sollte also Spaß machen." Dabei ist dem Mercedes-Piloten durchaus klar, dass nicht alle in punkto DRS-Einführung erfreut sein werden.

"Ein paar Fahrer werden es mögen, andere nicht. Es kommt darauf an, in welcher Situation man ist, wenn es zum Einsatz kommt", so der Mercedes-Pilot. Einig sind sich die Fahrer allerdings in dem Punkt, dass der Geschwindigkeitsvorteil durch DRS in der Formel 1 viel zu groß ist. "In der Formel 1 geht man mit 20 km/h Überschuss am Gegner vorbei, das ist viel zu einfach", kritisierte Christian Vietoris. Markenkollege Roberto Merhi ist dergleichen Ansicht: "DRS ist in der Formel 1 natürlich sehr spektakulär, weil man mehr Überholmanöver sieht. Auf der anderen Seite ist es ein bisschen zu einfach. Ich hoffe mal, dass der Unterschied in der DTM nicht so groß ausfällt wie in der F1."

Der Heckflügel kann bei einem DTM-Boliden bis zu 15 Grad flacher gestellt werden. Allerdings verfügt ein F1-Bolide über weit mehr Downforce als ein DTM-Bolide, wodurch der Geschwindigkeitsgewinn auf der Geraden nicht so hoch ausfallen sollte. "Aber mit Sicherheit ist DRS eine Hilfe, um sich in die richtige Position zu bringen und ein Überholmanöver zu starten", sagte Vietoris.

Ob das DR-System bereits 2013 eingesetzt wird, ist noch unklar, da es noch keinen fixen Termin für die Verabschiedung des Reglements gibt. "DRS war in der F1 effektiv und hat für spektakuläre Rennen gesorgt. Die Leute von der ITR sind clever, also werden sie es wohl einsetzen", meinte Wickens beim Mercedes Benz DTM-Kickoff in Affalterbach in Bezug auf den DRS-Einsatz 2013.

Kerstin Hasenbichler, 27.02.2013

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