Vorschau: Testfahrten Barcelona II - Bitte warm anziehen beim Testfinale

Vier Tage lang müssen die Teams den Boliden den letzten Feinschliff verpassen. Das Wetter könnte erneut Spielverderber werden.

Für die Formel-1-Teams steht von Donnerstag bis Sonntag in Barcelona die letzte Testmöglichkeit an. Allmählich müssen damit die Karten auf den Tisch und sich die Autos jenen annähern, die man in Melbourne in rund zwei Wochen an den Start bringen will.

"Es gibt noch jede Menge Arbeit zu erledigen", sagt Felipe Massa vor dem finalen Test. "Das ist ein sehr wichtiger Moment für die Leute, die an Aerodynamik, Motor und Chassis arbeiten. Sie müssen nun alles so zusammenfügen, dass es in eine gute Richtung geht."

Vor allem die aktuelle Auspufflösung bereite vielen Ingenieuren der Scuderia noch Kopfzerbrechen, so der Brasilianer. Ferrari ist aber nicht der einzige Rennstall, wo noch nicht alles so klappt, wie man das gerne hätte. So hat etwa Lotus aufgrund diverser Defekte bislang die wenigsten Kilometer von allen Top-Teams abgespult.

Der nächste Kältetest?

Zusetzen könnte den Teams erneut das Wetter. Schon in der vergangenen Woche war Unmut über einen viel zu schnellen Reifenabbau laut geworden. Pirelli-Sportchef Paul Hembery hatte diesen mit den niedrigen Temperaturen in Barcelona gerechtfertigt.

"Hoffentlich werden wir dieses Mal bessere Wetterbedingungen vorfinden, die repräsentativer sind, damit die die Teams mehr relevante Daten sammeln können", sagt Hembery vor dem letzten Test. Seine Hoffnungen dürften aber enttäuscht werden. Am Mittwochmorgen hatte es in Barcelona lediglich zwei Grad Celsius. In den nächsten vier Tagen sollen die Temperaturen nur bedingt wärmer werden.

Der Brite rechtfertigt sich daher bereits im Vorfeld für den hohen erwarteten Reifenabbau. "Unsere Erfahrungen aus den letzten beiden Jahren zeigen, dass eine größe Verminderung des Abbaus während der Saison eintritt, dieser ist nur rund halb so groß, wie während der Wintertests."

Jobrochaden in letzter Minute

Manche Teams haben aber noch ganz andere Sorgen als das Wetter. Bei Force India ist etwa immer noch nicht entschieden, wer das Cockpit neben Paul di Resta bekommen wird. Ebenso wenig steht fest, wer an den vier Tagen im Auto sitzen wird. Auch bei Marussia könnte sich noch etwas ändern: Luiz Razias Antreten beim ersten Barcelona-Test soll aufgrund versprochener, aber nicht getätigter Sponsorenzahlungen des Brasilianers an den Rennstall geplatzt sein. Damit könnte auch sein Cockpit für 2013 wackeln.

Unbequemen Fragen wird sich auch McLaren stellen müssen, seit am Montag bekannt wurde, dass Tim Goss Paddy Lowe als Technik-Chef beerben wird.

Michael Höller, 27.02.2013

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