Hill: Lowe ein großer Verlust - Bei Mercedes müssen Änderungen geschehen

Damon Hill glaubt dass Paddy Lowes Abschied McLaren schwächt. Für Mercedes wäre er eine Bereicherung, trotzdem müssten Umstrukturierungen geschehen.

Die Bekanntgabe, dass Paddy Lowe McLaren zum Saisonende verlassen wird, kam am Montag nicht besonders überraschend. Schon lange wurde über einen Wechsel des Briten zum Konkurrenten Mercedes spekuliert. Ex-Weltmeister Damon Hill ist sich sicher, dass der Abschied nicht von McLaren ausging: "Sie wollten Paddy [Lowe] nicht verlieren, sie wollten ihr Team zusammenhalten." Des einen Freud, des anderen Leid, wie Hill meint. "Für Mercedes wird er eine wertvolle Verstärkung sein, und ich glaube, dass McLaren durch seinen Abgang geschwächt wird."

Hill weiß, wovon er redet, schließlich arbeitet er in seiner Zeit als Williams-Testfahrer eng mit Lowe zusammen und half bei der Entwicklung der aktiven Radaufhängung. "Paddy ist ein unglaubliches Talent und ein absoluter Crack", lobte der 52-Jährige seinen Landsmann und kam dabei gar nicht mehr aus dem Schwärmen heraus: "Er weiß alles, was man wissen muss, um ein konkurrenzfähiges Auto zu bauen."

Auch wenn es noch keine offiziellen Informationen über eine Verpflichtung von Paddy Lowe bei Mercedes gibt, so geht Hill schon fest von dieser Tatsache aus und erklärt die Problematik, die ein solcher Wechsel immer beinhaltet. "Wenn jemand geht, ist es nicht erlaubt, dass er irgendwelche Dokumente oder andere Informationen mitnimmt. Wie auch immer, sie machen es trotzdem und sie können dieses Knowhow auch zu einem anderen Team transferieren und dort neu starten."

"Ich glaube, es wird in der Technikabteilung [bei Mercedes] noch ein Stühlerücken geben", kommentierte Hill die Gerüchte, wonach Ross Brawn bei einer Verpflichtung Lowes seinen Hut nehmen muss bei Sky Sports News. Zwar gab es bei den Silberpfeilen schon einige Veränderungen, jedoch seien die Stuttgarter noch nicht am Ziel angekommen, wie der Champion von 1996 meint. "Nikki Lauda wurde geholt, Norbert Haug ist gegangen und es muss noch weitere Änderungen in den Reihen von Mercedes geben, um die Ziele, die der Vorstand ausgibt, auch zu erreichen und eine Siegerkombination zu erschaffen, wofür Mercedes unglaublich viel Geld investiert."

Christian Menath, 26.02.2013

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