Hamilton: WM-Titel unrealistisch - Keine drei Sekunden aufgeholt

Lewis Hamilton will von einem Angriff auf die Fahrerkrone nichts wissen - selbst ein Sieg sei unwahrscheinlich. Auf lange Sicht sei mit Mercedes aber viel drin.

Gelingt Lewis Hamilton bereits in seinem ersten Jahr bei den Silberpfeilen der große Wurf? Der Mercedes-Star selbst glaubt offenbar nicht an ein derartiges Husarenstück. Auch wenn ihm einige seiner Konkurrenten glauben machen wollten, er sei in diesem Jahr ein Titelkandidat, sei dies ganz sicher nicht der Fall, stellte der Brite klar. Im Gegenteil, selbst ein Rennsieg sei in seiner ersten Saison im Silberpfeil eher unwahrscheinlich.

"Sebastian und Fernando haben gesagt, dass ich vielleicht um die Weltmeisterschaft kämpfen werde, aber das sehe ich im Moment nicht", sagte Hamilton am Rande der Testfahrten in Barcelona. "Es bedeutet nicht, dass es unmöglich ist, aber ich denke, die Leute reden uns im Moment stark." Insbesondere mit Blick auf den Abstand, den Mercedes im Vorjahr auf die Spitze hatte, sei ein Angriff auf die Top-Teams unwahrscheinlich.

"Man darf nicht vergessen, dass das Auto mehr als eine Sekunde hinter der Musik war - manchmal zwei", meinte Hamilton. "Die anderen Teams haben über den Winter sicherlich eine Sekunde gewonnen - und wir haben sicherlich keine drei Sekunden gut gemacht, das ist Fakt. Vielleicht schaffen wir es gegen Ende des Jahres, aber bestimmt nicht am Anfang.

Im Moment befinde sich der F1 W04 in respektabler Distanz zu den Top-Teams. "Wir arbeiten daran. Wir sind dabei, ein paar Sachen zu verändern und zu verbessern", so Hamilton. Einige Dinge am Auto seien besser als erwartet, andere dafür nicht ganz so gut wie er es sich erhofft habe. "Die Downforce ist nicht gerade überragend und das Auto ist bestimmt nicht das schnellste im Feld - langsam ist es aber auch nicht", sagte der 28-Jährige.

Über kurz oder lang, da war sich der frühere Weltmeister sicher, würde er seine hochgesteckten Ziele mit Mercedes aber erreichen. "Ich sehe keinen Grund, warum das nicht klappen sollte", meinte er und verwies auf das große Potenzial, dass in seinem neuen Team schlummert. "Wir haben großartige Leute hier. Ich bin davon überzeugt, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen."

Olaf Mehlhose, 22.02.2013

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