Bottas: Boxenstopp-Training statt Longruns - Wirklich hilfreich

Da bei den schlechten Bedingungen am Vormittag in Barcelona Longruns wenig Sinn machten, konzentrierte sich F1-Novize Valtteri Bottas auf die Boxenstopps.

In Barcelona herrschen am vierten und letzten Testtag unwirtliche Bedingungen mit kalten Temperaturen und Regenschauern. An das Abspulen von Programmen ist da nur bedingt zu denken, doch Valtteri Bottas nutzte dies, um sich mit den Boxenstopps vertraut zu machen. Der ehemalige Testpilot von Williams, der nun zum Stammfahrer aufgestiegen ist, hat seit seinem Titelgewinn in der GP3 im Jahr 2011 kein Rennen mehr absolviert.

Präzise Boxenstopps stehen und fallen jedoch auch mit dem Fahrer. Wenn dieser nicht an der geplanten Stelle zum Stehen kommt, müssen die Mechaniker erst aufrücken, ehe sie ihr Werk verrichten können, wodurch wertvolle Zeit verloren geht. Ganz zu schweigen von der Gefahr, dass der Pilot im Eifer des Gefechts den Bremsweg unterschätzt und seine Mechaniker überfährt. Eingespielte Abläufe sind demnach das A und O.

Diese probte Williams am Freitag mit Erfolg. "Ich habe mich im Laufe des Tages stark verbessert, das war wirklich hilfreich", erklärte Bottas nach dem Boxenstopp-Training gegenüber Autosport. "Die Positionierung, das Anfahren und auch das Einfahren in die Boxengasse und das späte Bremsen vor der Linie sind neu für mich, daher lerne ich mehr und mehr." Gleichzeitig baue sich mehr Vertrauen zur Crew auf, weshalb diese schneller arbeiten könne.

Bei den zweiten Testfahrten in Barcelona will Bottas weiter an diesem Punkt arbeiten, um für sein erstes Formel-1-Rennen optimal vorbereitet zu sein. Bis dahin ist auch an seinem Arbeitsgerät, dem FW35, noch etwas zu tun. "Wir haben wegen des Regens ein paar Runden verpasst, aber das war für jeden so. Es gibt ein paar Dinge an der Balance, die wir noch verbessern können, vor allem mit etwas weniger Benzin an Bord, aber wir sind uns der Probleme bewusst und sie sind alle lösbar", analysierte der Finne. Schon bei der ersten Ausfahrt sei das Auto sehr gut gewesen. "Nun ist es noch besser und wir können es für den nächsten Test in noch bessere Form bringen", war er überzeugt.

Annika Kläsener, 22.02.2013

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